März 1994: Mercedes-Benz präsentiert ESP® der Weltöffentlichkeit
Stuttgart
15.02.2009
  • Ein Meilenstein der aktiven Fahrsicherheit
  • ESP® hält das Fahrzeug auch in kritischen Situationen spurstabil
  • Serienproduktion von 1995 an
Mitte März 1994 stellt Daimler-Benz in Arjeplog in Schweden die gemeinsam mit Bosch entwickelte Fahrdynamikregelung FDR vor. Sie erlebt ihre Markteinführung ein Jahr später unter dem Namen Elektronisches Stabilitäts-Programm ESP® und repräsentiert einen weiteren Meilenstein auf dem Gebiet der aktiven Fahrsicherheit. Premierenfahrzeug ist ein Mercedes-Benz S 600 Coupé (C 140). Wenige Monate später folgt der Einsatz in der Limousine der S-Klasse (W 140) und im SL-Roadster
(R 129). Der A-Klasse gebührt schließlich das Verdienst, das System in größere Stückzahlen gebracht zu haben: Als Reaktion auf den so genannten „Elchtest“ wird sie von Februar 1998 an serienmäßig mit ESP® ausgerüstet. Bereits im August 1999 gehört es zur Standardausstattung fast aller Mercedes-Benz Personenwagen.
Das Elektronische Stabilitäts-Programm ESP® verringert die Schleudergefahr bei Kurvenfahrt und hält das Auto auch in extremen Situationen, wie Glatteis oder Nässe, in der Spur. Es erhöht die Fahrzeugsicherheit durch gezieltes Bremsen einzelner Räder, wirkt so einem Schleudern im Grenzbereich entgegen und lässt den Fahrer die Kontrolle über das Fahrzeug behalten. Ein Übersteuern wird durch Abbremsen des kurvenäußeren Vorderrads korrigiert, ein Untersteuern durch Abbremsen des kurveninneren Hinterrads. Zusätzlich kann ESP® die Motorleistung drosseln, um die Fahrzeuggeschwindigkeit zu verringern.
Die Geschichte des ESP®
Arjeplog, Nordschweden, im März 1994: Auf dem zugefrorenen Hornovan-See drehen zwei Mercedes-Benz Testwagen ihre Runden. Während der eine spurtreu über die Kreisbahn fährt, hat der Fahrer des zweiten Wagens deutliche Probleme, Kurs zu halten. Immer wieder bricht das Heck auf der eisglatten Piste aus, immer wieder heißt es gegenzulenken und aufs Neue zu beschleunigen. Am Rande der Teststrecke beobachten Journalisten aus aller Welt die Fahrmanöver. Sie erleben die Weltpremiere eines automobiltechnischen Meilensteins, den Mercedes-Benz und die Robert Bosch GmbH gemeinsam entwickelt haben: Im spurstabilen Versuchswagen arbeitet das aktive Fahrsicherheitssystem ESP®.
Das Anti-Blockier-System ABS ebnet dem ESP® den Weg. ABS debütiert 1978 in der
S-Klasse (W 116). Wenige Jahre später entsteht darauf aufbauend die Antriebs-Schlupf-Regelung ASR, die das Spiel der Längskräfte zwischen Reifen und Fahrbahn nicht nur beim Bremsen, sondern erstmals auch beim Beschleunigen regelt und dabei sowohl auf die Bremse als auch auf das Motormoment einwirkt. Es folgen das automatische Sperrdifferenzial ASD (1985) und der innovative permanente Vierradantrieb 4MATIC (1985). Gemeinsames Merkmal dieser Systeme ist es, den Radschlupf mit Hilfe moderner Mikroelektronik und Hydraulik zu erfassen und zu begrenzen, um die so genannte Längsdynamik eines Automobils zu verbessern.
Fahrsicherheit in allen Situationen
Doch damit geben sich die Mercedes-Benz Ingenieure nicht zufrieden. Ihr nächstes Ziel ist, die Fahrsicherheit in allen Situationen zu verbessern – also auch in Kurven, bei Ausweichmanövern oder bei anderen querdynamischen Fahrzeugbewegungen, die ein hohes Schleuderrisiko bergen. Deshalb startet man ein weiteres ehrgeiziges Entwicklungsprojekt: Unter dem Arbeitstitel „Querschlupfregelung“ suchen die Ingenieure nach technischen Möglichkeiten, die Schleuderbewegungen eines Personenwagens zu erfassen und durch gezielte Eingriffe in Fahrwerk, Motor und Getriebe zu verringern. Nach umfangreichen Computersimulationen und Voruntersuchungen gehen 1987 die ersten Versuchswagen mit einem solchen System auf Testfahrt und spulen in den folgenden Jahren tausende Erprobungskilometer ab.
Gleichzeitig beweist die Erfindung im Berliner Fahrsimulator ihre Einsatztauglichkeit: Hier schicken die Mercedes-Benz Ingenieure 80 Autofahrerinnen und Autofahrer mit Tempo 100 über eine imaginäre Landstraße, wo in vier Kurven tückische Glatteisfallen mit einer um mehr als 70 Prozent geringeren Fahrbahnhaftung lauern. Das Testergebnis: Ohne ESP® haben 78 Prozent der Testfahrer keine Chance, das Auto sicher auf Kurs zu halten und erleben bis zu drei Schleuderunfälle hintereinander. Mit Hilfe des aktiven Fahrsicherheitssystems verlaufen alle Testfahrten schleuder- und unfallfrei. Kein Wunder also, dass die Entwickler nicht länger zögern, ESP® in der Praxis zu erproben. Die Serienentwicklung beginnt im Jahr 1992. Mehr als 40 Ingenieure von Mercedes-Benz und Bosch arbeiten gemeinsam an dem zukunftsweisenden Projekt, das schließlich 1995 in den Serienstart mündet.
Wären alle Autos mit dem Stabilitäts-Programm ausgestattet, könnten in Deutschland jährlich mehr als 20 000 dieser schweren Verkehrsunfälle mit über 27 000 Unfallopfern verhindert werden“, sagt Dr. Thomas Weber, Vorstandsmitglied der Daimler AG und zuständig für Forschung und Technologie sowie Leiter der Entwicklung bei Mercedes Benz Cars. Laut einer repräsentativen Stichprobenanalyse der neuesten Unfallstatistik sind Mercedes-Benz Personenwagen seit dem serienmäßigen ESP®-Einsatz weitaus seltener an folgenschweren Fahrunfällen beteiligt als Automobile anderer Marken. In den Jahren 1998/1999 sind durchschnittlich 20,7 Prozent aller Unfälle, an denen neu zugelassene Mercedes-Benz Modelle beteiligt sind, Fahrunfälle. Dank ESP® verringert sich diese Zahl beispielsweise im Zeitraum 2002/2003 um mehr als 42 Prozent. Bei Pkw-Modellen anderer Marken geht im gleichen Zeitraum der Anteil der Fahrunfälle am gesamten Unfallgeschehen hingegen nur um rund 13 Prozent zurück. 
Suche
Presse-Ansprechpartner
René
Olma
Kommunikation Mercedes-Benz Classic
Fax: +49 711 3052 152 844
Mobil:+49 176 309 212 88
Aktionen
ALLE Inhalte der Pressemitteilung
© 2014 Daimler AG. Alle Rechte vorbehalten. Anbieter | rechtliche Hinweise | CookiesDatenschutz | Nutzungsbedingungen