Béla Barényi – dem Pionier der passiven Sicherheit zum 100. Geburtstag
01.03.2007
Béla Barényi – Pionier der passiven Sicherheit
  • Béla Barényi wird in die European Automotive Hall of Fame aufgenommen
  • Der Mercedes-Benz Ingenieur revolutionierte mit seinen Erfindungen die passive Sicherheit des Automobils
  • Er erhielt mehr als 2500 Patente für seine Erfindungen
Béla Barényi, Pionier der passiven Sicherheit, wird am 6. März 2007 in die European Automotive Hall of Fame in Genf aufgenommen. Am 1. März wäre er hundert Jahre alt geworden.
Béla Barényi ist Wegbereiter der passiven Sicherheit in der Automobilentwicklung. Durch Patente wie die gestaltfeste Sicherheitszelle samt Knautschzonen und die Sicherheitslenkung hat er die Konstruktion des modernen Autos nachhaltig geprägt. Mit mehr als 2500 Patenten war Béla Barényi einer der kreativsten und produktivsten Automobilentwickler. Jüngste Evolutionsstufe in einer langen Reihe epochaler Entwicklungen für mehr Sicherheit im Automobil in der Geschichte von Mercedes-Benz ist PRO-SAFE™, eine umfassende Sicherheitsphilosophie auf aktuellstem Stand der Technik.
Barényi, der am 1. März 1907 geboren wurde, interessiert sich bereits als Kind für Autos. Die Passion wird zum Beruf und später zur Berufung: Gleich nach Abschluss des Studiums macht er mit Entwicklungen für eine größere passive Sicherheit im Automobil auf sich aufmerksam. Schon früh reift die Idee, die Fahrzeugstruktur in einzelne Abschnitte zu unterteilen, um Crashenergie gezielt zu absorbieren und so die Passagiere vor der vollen Aufprallwucht bei einem Unfall zu schützen. Im Jahr 1937 meldet er das Patent für ein „Kraftfahrzeug mit in drei Teile unterteiltem Aufbau“ an, das in den Folgejahren weiter verfeinert wird.
1939 stößt Barényi zur Daimler-Benz AG. Er darf mit großen Freiheiten seine Ideen verfolgen. Erstes Projekt ist ein neuartiger Plattformrahmen für den Mercedes-Benz 170 V Cabriolet (Baureihe W 136), der den Insassen einen besseren Schutz bei einem Seitenaufprall bietet. Bis zur Serieneinführung dieses Konzepts soll es freilich noch einige Jahre dauern – bis 1953 in der „Ponton“-Baureihe W 120.
Die Karosserie mit gestaltfester Fahrgastzelle und Knautschzonen für Personenwagen wird 1951 zum Patent angemeldet. Das erste Fahrzeug nach diesem Patent ist die Mercedes-Benz Baureihe W 111 von 1959. Bei einem Unfall verformen sich an Front und Heck gezielt Rahmenstrukturen und nehmen Crashenergie auf, während die Passagiere innerhalb eines stabilen Sicherheitskäfigs sitzen.
In der Baureihe W 111 debütiert eine weitere wichtige Entwicklung von Barényi, die es danach in allen Fahrzeugen der Marke gibt: das Sicherheitslenkrad. Es basiert auf einer sehr frühen Idee des Erfinders, hat eine großflächige Prallplatte sowie eine Lenksäule mit plastisch verformbarem Element zwischen Pralltopf und der eigentlichen Lenksäule. Damit wird der so genannte „Lanzen-Effekt“ ausgeschlossen – die sich bei einem Frontaufprall Richtung Fahrer bewegende Lenksäule. Zusätzlich gibt es wenige Jahre später die Sicherheitslenkwelle. Das vollständige System der Sicherheitslenkung hat schließlich 1976 in der Baureihe W 123 Premiere. Auch etwa der versenkte Scheibenwischer (Baureihe W 126) und stabile Dachkonstruktionen (beispielsweise in der „Pagode“, Baureihe W 113) gehen auf Arbeiten Barényis zurück.
Theorie zur passiven Sicherheit
Béla Barényi prägt die Entwicklung der passiven Sicherheit nicht nur durch praktische Beiträge. Der Ingenieur formuliert auch die heute gebräuchlichen Fachbegriffe zur Sicherheitstechnik im Automobilbau: Er greift zunächst die von Luigi Locati geprägten Bezeichnungen „aktive Sicherheit“ und „passive Sicherheit“ auf und erweitert sie um den Bereich der „präventiven Sicherheit“. Als Teilaspekte ordnet er diesen Oberbegriffen Punkte wie Fahrsicherheit, Konditionssicherheit, äußere Sicherheit und innere Sicherheit zu.
Gemeinsam mit Mercedes-Benz Entwicklungsvorstand Hans Scherenberg formuliert Barényi schließlich 1966 die bis heute gültige Aufteilung von aktiver und passiver Sicherheit. Nach dieser Definition beschreibt die aktive Sicherheit Aspekte wie Fahr-, Konditions-, und Bedienungssicherheit, also das sichere Fahren, das Unfälle vermeidet. Die passive Sicherheit eines Fahrzeugs dagegen beschreibt – unterteilt nach innerer und die äußerer Sicherheit – den Schutz der Insassen und anderer Verkehrsteilnehmer vor den Folgen eines Unfalls.
Mercedes-Benz baut beständig auf den theoretischen und praktischen Erkenntnisse Barényis auf. Aktuelle Lösungen verbinden dabei unter dem Begriff „integrierte Sicherheit“ Elemente aktiver und passiver Sicherheit – mit der PRO-SAFE™-Sicherheitsphilosophie als ein herausragendes Ergebnis dieser kontinuierlichen Weiterentwicklung.
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