Die Historie der Mercedes-Benz Konzeptfahrzeuge
Stuttgart
22.08.2011
Gesicht prägt die Marke: Coupé-Studie
Fakten
  • Fahrzeug: Coupé-Studie
  • Vorstellung: März 1993
  • Ort: Automobil-Salon Genf
  • Zielsetzung: Viersitziges Coupé mit neuem Mercedes-Benz Gesicht und Fastback-Heck
  • Antrieb: Viertakt-Ottomotor mit 8 Zylindern, 5,0 Liter Hubraum, 235 kW (320 PS), Heckantrieb, Automatikgetriebe
Technische Highlights
  • Vieraugen-Gesicht
    Serieneinführung 1995 in der E-Klasse (W 210)
  • Fastback-Heck Serieneinführung 2000 in der C-Klasse Sportcoupé (CL 203)
  • Ganzglasdach mit Grautönung
    Serieneinführung 2002 in der E-Klasse (W 211)
  • Step-in-Light
  • Vordersitze mit asymmetrischer Kopfstützen-Anbindung („Ergo-Wing-Sitze“)
Mercedes-Benz präsentiert 1993 auf dem Automobil-Salon in Genf eine Coupé-Studie. Sie ist das optische Aufbruchsignal für die Produktoffensive und nimmt die dynamische Formensprache vieler nachfolgender Modelle vorweg.
Die Coupé-Studie zeigt ein neues Gesicht der Marke – sie schaut mit vier Augen in die Welt. Eine schlanke Kühlermaske, vier einzelne, elliptische Scheinwerfer – zwei große außen, zwei kleinere innen –, flankiert von stark modellierten Kotflügeln, sorgen für Diskussionsstoff. Sieht so die künftige Frontpartie eines
Mercedes-Benz aus? Die Designer der Marke können es sich vorstellen – und beteiligen mit der Präsentation der seriennahen Studie die Öffentlichkeit an der Entscheidungsfindung. Ein konstruktiver Dialog entsteht. Natürlich gibt es Befürworter des bisherigen Gesichts mit rechteckigen Scheinwerfer-Einheiten. Doch die überwiegende Resonanz auf das Vier-Augen-Gesicht ist sehr positiv. Die Entscheidung fällt für die Serienproduktion, und zwar gleich bei einem der wichtigsten Modelle von Mercedes-Benz: 1995 erscheint die vollkommen neu entwickelte E-Klasse mit dem Vier-Augen-Gesicht.
Noch eine marktforschende Aufgabe erfüllt das in Genf präsentierte Mobil: Wie würden die Kunden ein neues viersitziges Coupé mit Mercedes-Stern aufnehmen? Auch hier ist die Antwort klar – so, wie es in Genf präsentiert wurde, gäbe es eine gute Zahl von Käufern. Die müssen sich noch bis 1997 gedulden, denn erst dann erscheint das CLK Coupé (C 208). Es sieht der Studie von Genf verblüffend ähnlich und ist ein Beweis dafür, wie seriennah Design von Mercedes-Benz schon lange Zeit vor dem Serienstart ist. „Wir bemühen uns nicht um die Kreation eines versponnenen Show-Cars mit unsinnigen Effekthaschereien, die kurzzeitiges Erstaunen hervorrufen und schon nach wenigen Automobil-Salons wieder in der Versenkung verschwinden“, sagt der damalige Design-Chef Bruno Sacco. 1998 folgt das CLK Cabriolet und macht die Baureihe zu einer kleinen, eigenen Modellfamilie. Die technische Basis und einige Komponenten liefert die C-Klasse.
Die Coupé-Studie in Genf hat ein interessantes Detail: Obwohl sie ein – wenngleich kurzes – Heck hat, geben ihr die Designer keinen klassischen Kofferraumdeckel, sondern eine große, die Scheibe mit einfassende und bis zur Stoßfängerkante reichende Heckklappe. Damit ist sie der erste Mercedes-Benz mit „Fastback“-Heck und nimmt zu einem kleinen Teil das C-Klasse Sportcoupé vorweg, das freilich erst im Herbst 2000 debütiert und die Heckklappe als ganz wesentliches Stilelement hat.
Die Eleganz des Exterieurs setzt sich fort im Innenraum mit seinen vier Einzelsitzen. Die Formel für das dortige Design lautet: flüssige Formen und keine Schnörkel. Zentrales und prägendes Element ist die von der Instrumententafel bis zur Hutablage durchgängige Mittelkonsole. Glattleder, edles Mikrofaser-Vlies und Holztäfelung sorgen für eine Atmosphäre noblen automobilen Wohnens. Daneben hat Ergonomie höchste Bedeutung, wie eh und je bei Mercedes-Benz. Ein Beispiel sind die Vordersitze mit asymmetrischer Kopfstützen-Anbindung. Diese sogenannten Ergo-Wing-Sitze haben einen aufwendigen Unterbau und wirken dennoch sehr filigran. Der gute Sitzkomfort ist ihnen schon anzusehen, vor allem aber zu spüren. Selbst im Schulterbereich bieten sie besten Seitenhalt und stützen auch dort die Wirbelsäule.
Die Coupé-Studie ist kein Showcar – sie ist voll fahrfähig. Unter der Motorhaube geht ein Achtzylindermotor mit 5 Liter Hubraum zu Werk, der 235 kW (320 PS) leistet und ein Drehmoment von 470 Newtonmetern bei 3900/min bietet – auch das eine Vorwegnahme, diesmal des CLK 500. Ein Maß für die Alltagstauglichkeit des Coupés ist das Kofferraumvolumen mit großzügigen 485 Litern.
Viele Eigenschaften machen ein Auto aus. Die Coupé-Studie von Mercedes-Benz zeigt mit ihren mannigfaltigen Auswirkungen auf Serienprodukte des Herstellers, dass dies auch für ein Konzept-fahrzeug mit dem Stern gilt.
Ihr Presse-Kontakt
Birgit
Pillkahn
Redaktion & Themenmanagement Mercedes-Benz Classic
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