Die Historie der Mercedes-Benz Konzeptfahrzeuge
Stuttgart
22.08.2011
Luxus spricht eine neue Sprache: Maybach
Fakten
  • Fahrzeug: Maybach
  • Vorstellung: 1997
  • Ort: Tokyo Motor Show, Tokio
  • Zielsetzung: Chauffeurlimousine der absoluten Luxusklasse
  • Antrieb: Viertakt-Ottomotor mit 12 Zylindern, 6,0 Liter Hubraum, Heckantrieb, 6-Gang-Automatikgetriebe
Technische Highlights
  • Liegesitz mit großflächiger Unterschenkelauflage und schwenkbarer Fußstütze
    Serieneinführung 2002 im Maybach (W 240)
  • Elektrisch verstellbarer Einzelsitz mit Unterschenkelauflage Serieneinführung 2002 im Maybach (W 240)
  • Unterhaltungssystem für die Fondpassagiere: 20-Zoll-Flachbild­schirm für Video- und Fernsehprogramme, hochwertiges Soundsystem mit Radio, CD-Wechsler und Minidisc-Abspielgerät, zwei kleine 6-Zoll-Bildschirme zur Steuerung der Anlage
    Serieneinführung 2002 im Maybach (W 240)
  • Aufwendiges Kommunikationssystem mit drei Mobiltelefonen Serieneinführung 2002 im Maybach (W 240)
  • Elektrotransparentes Dach
    Serieneinführung 2002 im Maybach (W 240)
  • Scheinwerfer mit variabler Lichtverteilung Serieneinführung 2003 als Bi-Xenon-Scheinwerfer mit aktivem Kurvenlicht in der Mercedes-Benz E-Klasse (W 211)
  • V12-Motor mit Zylinderabschaltung
    Serieneinführung 1998 in der Mercedes-Benz S-Klasse (W 220)
  • Aktives Fahrwerk mit elektronischer Abstimmung des Feder-Dämpfer-Systems Serieneinführung 1999 im Mercedes-Benz CL (C 215)
  • Blinker als Lauflicht
  • Schlusslicht, Bremslicht, Nebelschlussleuchte, Rückfahrscheinwerfer und Blinker in Leuchtdioden-Technik
    Serieneinführung 2003 im Mercedes-Benz SLR McLaren (C 199)
  • Karosserie in Hybrid-Bauweise aus Faserverbund-Werkstoffen, Aluminium und Magnesium
Die Tokyo Motor Show 1997 ist Bühne für eine außergewöhnliche Premiere: Mercedes-Benz präsentiert die luxuriöse Chauffeur­limou­sine Maybach. In höchster Vollendung bietet sie alle Annehm­lichkeiten, die sich in einem mobilen Raum verwirklichen lassen, bis hin zum Liegesitz und einem hochmodernen Unterhaltungs- und Kommunikationssystem für die Fondpassagiere. Auf höchstem Niveau ist auch die Fahrzeugtechnik, beispielsweise die Scheinwerfer mit elektronischer Lichtverteilung und der V12-Motor mit 6,0 Liter Hubraum und Zylinderabschaltung.
Das Fahrzeug ist eine Verbeugung vor Wilhelm Maybach, dem genialen Techniker neben Gottlieb Daimler in den Frühtagen des Automobils, und dessen nicht minder begabten Sohn Karl Maybach, der in den 1920er- und 1930er-Jahren Luxuslimousinen mit exquisitem Ruf baut. Die Studie auf der Tokyo Motor Show ist aber auch eine Reverenz an alle Mercedes-Benz Kunden mit dem Wunsch nach höchstem Luxus auf vier Rädern – weil das schlicht und einfach ihr Lebensstil ist.
Die Studie des Mercedes-Benz Maybach wird begeistert aufgenom­men, und so rollt auch sie aus dem Rampenlicht der Präsentation in die Wirklichkeit. Von 2002 an kommen die ersten Limousinen aus der Manufaktur in Sindelfingen zu den Kunden – ohne Stern, aber als Maybach mit dem Doppel-M auf dem Kühlergrill. Mercedes-Benz hat sich entschlossen, die große Marke eigenständig wieder-zubeleben.
Der Maybach gibt den Designern und Technikern höchst seltene Chancen: All das in einem Auto zu verwirklichen, was sonst als zu aufwendig verworfen wird. Heraus kommt ein Auto, das die absolute Spitze von Fahrkomfort, zeitloser Ästhetik und Automobiltechnik darstellt.
Die Außenlänge der Studie von 5,77 Metern übertrifft das Maß der Langversion des Mercedes-Benz S 600 um knapp 56 Zentimeter, der Radstand ist um exakt 40 Zentimeter größer. Auch Höhe und Breite (jeweils plus 6 Zentimeter) unterstreichen den Anspruch, fürstlich Raum zu bieten. Der Maybach ist als Chauffeurlimousine konstruiert. Das Design entsteht im japanischen Design-Center von Daimler-Benz und basiert auf einer perfekten Balance von Tradition und Innovation. Eine Zweifarb-Lackierung, edle Metalle, hochwertige Materialien im Interieur und eine Reihe besonderer High-Tech-Elemente prägen den Charakter dieser einzigartigen Limousine, deren elegante Silhouette zusätzlich von einem Lichtband in der Höhe der Gürtellinie gekennzeichnet wird. Dieses Lichtband besteht aus einer extrem flachen Lumineszenz-Folie und kann in Farbton und Helligkeit den individuellen Wünschen des Autobesitzers angepasst werden. Mit anderen Worten: Der Wagen vermittelt Anklänge einer dynamischen Lichtskulptur.
Die Person am Volant hat einen durchdachten Arbeitsplatz, der freilich nicht reduziert ist auf die reine Tätigkeit, sondern gleichfalls ein angenehmes Ambiente bietet. Doch als Hauptpersonen dürfen sich die Fondpassagiere fühlen. Ihr erster Eindruck vom Interieur dürfte bestimmt sein von einem äußerst großzügigen Platzangebot. Eine wertvolle Inneneinrichtung mit ausgewählten Materialien wie cremefarbenes Leder, hochwertiges Holz, dezentes Rauchglas und veredelte Metalle betont das Gefühl, in einem Salon auf Rädern unterwegs zu sein.
Die beiden Einzelsessel lassen sich unabhängig voneinander elektrisch angetrieben in verschiedene Positionen bringen und laden dazu ein, das Ambiente entspannt zu genießen. Der rechte Fauteuil ist – wie im First-Class-Abteil eines Flugzeugs – ein Liegesessel mit großflächiger Unterschenkelauflage und schwenkbarer Fußstütze; ihn bietet in der späteren Serienproduktion der Maybach 62 mit seinem langen Radstand. Der linke Platz im Fond bietet eben­falls eine bequeme Ruheposition, wie sie dann im Maybach 57 möglich ist.
Zu der hochwertigen Luxus-Ausstattung der Studie in Tokio zählen auch eine Bord-Bar für heiße und kalte Getränke, ein Humidor zum Aufbewahren von Zigarren und ein höchst aufwendiges Kommunikationssystem. Es umfasst drei Telefone: Eins dient ausschließlich der Datenübertragung und ermöglicht die Anbindung des bordeigenen Personal Computers an das Internet (inklusive des Empfangs von E-Mails und der Verbindung mit dem Büronetzwerk), um unterwegs und selbstverständlich während der Fahrt wie gewohnt arbeiten zu können. Das zweite Telefon steht dem Chauffeur zur Verfügung, der damit ankommende Gespräche an einen separaten Hörer zu den Fondpassagieren durchstellen kann. Das dritte Telefon ist ausschließlich für den Privatgebrauch der Fondpassagiere bestimmt.
In das Dach des Passagierraums integriert ist ein ausschwenkbarer 20-Zoll-Flachbildschirm als optische Informationsquelle des umfangreichen Unterhaltungssystems des Maybach. Es erlaubt den störungsfreien Genuss von Video- und Fernsehprogrammen. Ein hochwertiges Soundsystem sorgt für besten Klang, auch von Radio, CD-Wechsler und Minidisc-Abspielgerät. Zwei kleine 6-Zoll-Bildschirme rechts und links der Passagiere dienen der Steuerung der Anlage, sie haben berührungsempfindliche Schaltfelder und ermöglichen mittels einer durchdachten Menüstruktur eine intuitive und problemlose Bedienung.
Ein technisches Schmankerl ist das elektrotransparente Glasdach, das sich über den Passagieren wölbt: Wahlweise erscheint es von innen vollständig klar und durchsichtig und sorgt für Tageslichtatmosphäre, oder es zeigt sich auf Knopfdruck halbdurchlässig wie ein teiltransparenter Edelstein. Dahinter steckt eine unterhalb der Glaskuppel angebrachte Platte aus elektrisch leitfähigem Polymer, das durch Anlegen einer Spannung zwischen transparentem und halbtransparentem Zustand wechselt.
Der Maybach bietet Automobiltechnik auf höchstem Niveau. Dazu zählt das aktive Fahrwerk, das elektronisch eine Abstimmung des Feder-Dämpfer-Systems an jedem Rad ermöglicht. Neben bestem Fahrkomfort lassen sich zudem die Wankbewegungen der Karosserie bei Kurvenfahrt vollständig kompensieren.
Die Lichttechnik an Front und Heck weist den Weg in die Zukunft. Die Frontscheinwerfer bestehen aus mehreren Reflektoreinheiten für verschiedene Einsatzbedingungen wie Stadtverkehr, Schlechtwetter-Fahrten oder Autobahn-Touren. Ein elektronisches System steuert die Scheinwerfer und passt die Lichtverteilung automatisch der jeweiligen Fahrsituation an. Die Blinker sind zur besseren Erkennbar­keit als Lauflicht geschaltet. Die Teilsegmente in der rückwärtigen Leuchteinheit für Schlusslicht, Bremslicht, Nebelschlussleuchte, Rückfahrscheinwerfer und Blinker sind in Leuchtdioden-Technik ausgeführt.
Für die Karosserie der Luxuswagen-Studie schlagen die Ingenieure eine neuartige Hybrid-Bauweise aus Faserverbund-Werkstoffen, Aluminium und Magnesium vor, die nennenswerte Gewichtseinsparungen ermöglicht.
Die Design-Studie Mercedes-Benz Maybach gibt auf der Tokyo Motor Show 1997 einen Ausblick auf die Technik und Ausstattung der Luxus-Automobile von morgen. Längst ist der Maybach ein Auto von heute geworden – das aber immer noch aus einer anderen Welt zu stammen scheint.
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René
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