Die Forschungsfahrzeuge von Mercedes-Benz
Stuttgart
17.10.2011
Leistung in Bestform – Mercedes-Benz C 112
Fakten
  • Fahrzeug: Mercedes-Benz C 112
  • Vorstellung: 1991
  • Ort: Internationale Automobil-Ausstellung (IAA), Frankfurt am Main
  • Zielsetzung: Hochleistungssportwagen zur Erprobung aktiver Fahrdynamik-Systeme
  • Antrieb: Viertakt-Ottomotor mit 12 Zylindern, 6,0 Liter Hubraum, 300 kW (408 PS), Heckantrieb, 6-Gang-Schaltgetriebe
Technische Highlights
  • Active Body Control (ABC), Serieneinführung im Mercedes-Benz CL (1999, Baureihe C 215)
  • Aktive Hinterradlenkung
  • Aktive Aerodynamik
  • Aktiv gesteuerter Heckspoiler zum Erhöhen des Drucks auf die Hinterachse und als Luftbremse, Serieneinführung im Mercedes-Benz SLR McLaren (2003, Baureihe C 199)
  • Elektronische Reifendruckkontrolle, Serieneinführung im Mercedes-Benz CL (1999, Baureihe C 215)
  • Abstandsregel-Tempomat, Serieneinführung unter dem Namen DISTRONIC in der Mercedes-Benz S-Klasse (1998, Baureihe W 220)
  • Elektrohydraulisch unterstützte Flügeltüren
  • Neuartige Sensoren für Lenkung, Kupplung, Bremsen, Türen, Sitz- und Spiegelverstellung
Für die Rennsaison 1990 der Gruppe C stellt Mercedes-Benz zusammen mit dem schweizerischen Sauber-Team das Fahrzeug Sauber-Mercedes C 11 auf die Räder. Mit großem Erfolg: Am Ende der Saison gewinnt das Team die Weltmeisterschaft. Das spornt die Ingenieure bei Mercedes-Benz an. Sie suchen eine Möglichkeit, aktive Fahrdynamiksysteme für die Großserie zu erproben und konzipieren den Hochleistungssportwagen C 112. Er wird von einem 6,0-Liter-V12-Motor angetrieben, der 300 kW (408 PS) leistet sowie 580 Newtonmeter auf die Kurbelwelle stemmt. Diese Leistung soll bei höchster aktiver Sicherheit an der Grenze des Machbaren optimal auf die Straße gebracht werden.
Active Body Control steuert das Fahrwerk
So bietet der C 112 erstmals das aktive Fahrwerk Active Body Control (ABC): Jedes Rad ist mit einer Kombination aus Feder und hydraulischem Stellzylinder ausgestattet. Sensoren erfassen alle Fahrzeugbewegungen, etwa Hub, Wanken und Nicken. Um die Bewegungen zu eliminieren, werten Computer die Daten aus und steuern die aktiven Fahrwerkelemente entsprechend. Das Ergebnis: eine stabile Straßenlage, wie sie bisher nicht möglich gewesen ist.
Der Sportwagen ist mit einer aktiven Hinterradlenkung ausgestattet. Sie korrigiert Kursabweichungen, die durch äußere Störeinflüsse, wie beispielsweise Spurrillen, Seitenwind oder Fahrbahnen mit wechselnder Griffigkeit verursacht werden können und erhält dem Fahrer das gewohnte Fahr- und Antriebsverhalten auch in kritischen Fahrsituationen, zum Beispiel bei Lastenwechsel in der Kurve. Ein Anti-Blockier-System (ABS) sowie eine Antriebs-Schlupf-Regelung (ASR) der neuesten Generation ergänzen die Technik.
Mit all diesen Ausstattungsmerkmalen bietet der C 112 ein neutralesFahrverhalten selbst bei schneller Kurvenfahrt – unabhängig von der Beladung und dem Fahrbahnzustand. Damit sind seine Sicherheitsreserven höher als bei bisherigen Hochleistungssportwagen – ein Ergebnis, von dem auch
Mercedes-Benz Personenwagen der Großserie profitieren.
Aktive Aerodynamik
Der C 112 bietet weitere Merkmale. Eine Besonderheit ist die aktive Aerodynamik. Der Bugflachspoiler und der Heckflügel sind stufenlos verstellbar und werden an die jeweilige Fahrsituation angepasst, um einen optimalen Kompromiss zwischen geringem Luftwiderstand einerseits und einen hohen Anpressdruck an den Boden andererseits zu gewährleisten.
So ruht der Heckflügel während des normalen Fahrbetriebs als integrierter Bestandteil in der hinteren Karosseriestruktur. In dieser Ruhelage hat das Auto den besten Luftwiderstandsbeiwert bei Auftriebsverhalten null. Anders zum Beispiel in schnell gefahrenen Kurven im kritischen Grenzbereich: Hier ermöglichen wesentlich größere Radaufstandskräfte eine entschieden höhere Querbeschleunigung und ein stabileres Fahrverhalten. Der Heckflügel fährt in solchen Fällen innerhalb einer Zehntelsekunde nach hinten oben aus und verändert im Extremfall auch noch den Anstellwinkel. Die Lippe des Bugflachspoilers arbeitet durch die Verstellung ihrer Tiefe entsprechend mit. Das System ermöglicht höhere Seitenführungskräfte und erweitert den fahrerischen Grenzbereich sofort.
Der Heckspoiler wird zudem genutzt, um die Notbremseigenschaften zu verbessern: Bei Bedarf stellt er sich blitzschnell in den Fahrtwind und hilft das Fahrzeug zu verzögern. Zusätzlich verteilt das Bremssystem auf intelligente Weise den Bremsdruck zwischen Vorder- und Hinterachse, um eine optimale Verzögerung zu erzielen. Weitere im C 112 erprobte Technikkomponenten sind die Reifenluftdruck-Kontrolle, die bei plötzlichem Druckverlust eine Warnung an den Fahrer gibt, ein Abstandswarn-Radar für vorausfahrende Fahrzeuge sowie teilweise neuartige Sensorsysteme für Lenkung, Kupplung, Bremse sowie Sitz- und Spiegelverstellung.
Die Flügeltüren sind wieder da
Und er hat als erstes Fahrzeug nach dem C 111 wieder Flügeltüren. Sie sind seit den 1950er-Jahren Symbol für Sportwagen aus dem Hause Mercedes-Benz – das 300 SL Coupé (Baureihen W 194, 1952, und W 198, 1954) hatte sie erstmals und ist gleichfalls ein Fahrzeug mit für die damalige Zeit herausragenden technischen Eigenschaften. Der C 112 mit seiner schnittigen Karosserie knüpft daran an.
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