Die Forschungsfahrzeuge von Mercedes-Benz
Stuttgart
17.10.2011
Der Wankelmotor auf schneller Fahrt - Mercedes-Benz C 111
  • Erprobung des Rotationsantriebs in atemberaubend schöner Coupé-Studie
  • Aus den Typen mit Wankelmotor entstehen Versionen mit Dieselantrieb für Langstreckenrekorde
Auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) im September 1969 in Frankfurt am Main präsentiert Mercedes-Benz ein ungewöhnliches Fahrzeug: den C 111. Die Welt steht Schlange, um das „rollende Versuchslabor“ mit seiner keilförmigen Karosserie und den nach oben öffnenden Flügeltüren zu betrachten. Dafür sorgt auch die Farbe, ein Orangemetallic, original als „Weißherbst“ bezeichnet. Weniger augenfällig, aber nicht minder ungewöhnlich sind die technischen Innovationen: Die Karosserie besteht aus glasfaserverstärktem Kunststoff und ist mit der stählernen Rahmenbodenanlage vernietet und verklebt.
Der C 111 dient der Erprobung des Wankelmotors. Für den Antrieb sorgt ein Dreischeiben-Aggregat mit einer Leistung von 206 kW (280 PS), das eine Höchstgeschwindigkeit von 260 km/h ermöglicht – für damalige Verhältnisse ein beachtlicher Wert. Bereits wenige Monate später steht auf dem Automobil-Salon Genf eine gründlich überarbeitete Version des C 111. Er hat einen Vierscheiben-Wankelmotor mit einer Leistung von 257 kW (350 PS). Damit beschleunigt das Auto in 4,8 Sekunden auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h.
Um den Wankelmotor wird es still, Dieseltechnik steht nun im Zentrum der Forschung. Und die Rekordversionen des C 111 rücken erneut in das Interesse der Öffentlichkeit: Im Juni 1976, im April 1978 und im Mai 1979 absolviert er auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke in Nardo in Süditalien Rekordfahrten, die zu mehreren absoluten Weltrekorden über verschiedene Distanzen führen.
Bei der ersten Rekordfahrt treibt den im Vergleich zu 1970 äußerlich fast unveränderten C 111-II D ein gründlich überarbeiteter Fünfzylinder-Dieselmotor mit 3,0 Liter Hubraum an, der statt 59 kW (80 PS) der Serie nun 140 kW (190 PS) leistet.
1978 erreicht man im C 111-III mit einem zusätzlichen Ladeluftkühler eine Leistung von 169 kW (230 PS), doch dieser Rekordwagen hat mit dem ursprünglichen C 111 nicht mehr viel gemeinsam. Die silbern lackierte Karosserie auf einer in den Abmessungen geänderten Bodengruppe zeigt eine noch konsequentere Stromlinienform.
Diesen Ansatz verfeinert der Rekordwagen C 111-IV von 1979 weiter, zusätzlich hat er markante Spoiler, eine geänderte Front und zwei Heckflossen. Als Antrieb dient ein 4,5-Liter-V8-Motor aus der Serienproduktion, der auf 4,8 Liter Hubraum erweitert ist und damit 367 kW (500 PS) bietet. In dieser Version ist der C 111-IV kein reines Forschungsfahrzeug mehr – er zielt auf sportliche Höchstleistungen. Dennoch werden zahlreiche Erkenntnisse für die Serienfertigung gewonnen.
Ihr Presse-Kontakt
René
Olma
Kommunikation Mercedes-Benz Classic
Fax: +49 711 3052 152 844
Mobil:+49 176 309 212 88
Download gesamter Text
Aktionen
© 2014 Daimler AG. Alle Rechte vorbehalten. Anbieter | rechtliche Hinweise | CookiesDatenschutz | Nutzungsbedingungen