Prüf- und Technologiezentrum Immendingen Neuer Daimler-Standort nimmt Gestalt an

Das neue Prüf- und Technologiezentrum von Daimler in Immendingen, rund 130 Kilometer südlich von Stuttgart (Deutschland), nimmt immer mehr Gestalt an. Dort werden künftig auf den Zukunftsfeldern Vernetzung, autonomes Fahren, flexible Nutzung und elektrische Antriebe die technologischen Weichen gestellt. Und schon bald werden insgesamt rund 300 Mitarbeiter am neuen Standort in enger Zusammenarbeit mit anderen R&D-Bereichen Fahrzeuge testen, prüfen und entwickeln. Immendingen ist damit ein wichtiger Standort für die Mobilität der Zukunft.

Schrittweise Inbetriebnahme

Seit dem Beginn der Baumaßnahmen im Jahr 2015 hat sich auf dem 520 Hektar großen Gelände einiges getan. Die Prüfmodule werden schrittweise in Betrieb genommen. So finden beispielsweise seit 2015 Erprobungen auf der Schlechtwegverschmutzungsstrecke statt. Hier wird die Fahrzeugtauglichkeit unter besonders schlechten Straßenbedingungen getestet. In diesem Jahr wird neben dem Stadtquartier und dem 4x4-Modul, unter anderem auch die Bertha-Fläche (Bereich zum Testen hochautomatisierter Fahrfunktionen) in Betrieb gehen.

Das Modul Stadtquartier wird 1,5 Kilometer Stadtstraßen mit verschiedenen Kreuzungssituationen umfassen, um Fahrerassistenzsysteme, Car-to-X Kommunikation und autonomes Fahren unter realen Bedingungen zu erproben. So trägt das gesamte Gelände dazu bei, die Erprobung autonomer Fahrzeuge vom öffentlichen Straßenverkehr auf das Prüfzentrum zu verlagern.

In Immendingen gestalten wir die Mobilität der Zukunft. Die Baumaßnahmen machen täglich Fortschritte und wir kommen gut voran.

Caroline Anstett, Projektleiterin

Immendingen - ein „Großprojekt“ im Plan

Rund dreiviertel der Erdmasse sind aktuell bereits bewegt worden. Circa 120 Großgeräte sind auf dem Baugelände im Einsatz. Ein Highlight auf der Baustelle ist der Bau der überhöhten Kurven, die mit einem speziellen Brückenfertiger erfolgt. Weltweit sind nur zwei dieser Großgeräte im Einsatz. Die beiden überhöhten Kurven des Ovalrundkurses ermöglichen eine unendliche Gerade, sodass künftig beliebig lange Autobahnfahrten simuliert werden können.

Auch die Asphaltarbeiten der fast 10 Hektar großen Bertha-Fläche sind in vollem Gange: Sie wird Ende 2017 im nordwestlichen Bereich des Prüfgeländes in Betrieb genommen. Auf einer Fläche mit einer Länge von ca. 950 Metern und bis zu 650 Metern Breite können dann Assistenzsysteme und autonome Fahrfunktionen umfassend erprobt werden. Die Bertha-Fläche bietet unter anderem Möglichkeiten, sicherheitsrelevante Situationen mit Autobahngeschwindigkeit zu erproben oder Einfädel- und Spurwechselsituationen an Einfahrten zu testen und Funktionen zur Kollisionsvermeidung im Längs- und Querverkehr zu verifizieren.

Zur Durchführung dieser Erprobungen wurden unter anderem crashbare Fahrzeuge entwickelt, die solche Manöver ohne Sicherheitsrisiko ermöglichen. Diese Fahrzeuge zeichnen sich durch ihre Crashbarkeit und Robustheit bei realitätsnaher Sichtbarkeit für alle Sensortypen aus; dazu wird eine leichte Fahrzeug-Attrappe auf einem flachen, überfahrbaren und selbstfahrenden sogenannten „Targetträger“ befestigt. In Crashsituationen kann das Erprobungsfahrzeug den Targetträger überfahren und die crashbare Karosserie wegstoßen. Das Gelände ist dafür ausgelegt, dass Erprobungen mit automatisiert fahrenden und vollständig fahrerlosen Fahrzeugen durchgeführt werden können; von einem Leitstand aus werden diese Fahrzeuge präzise gesteuert. Dadurch sind komplexe Verkehrssituationen mit mehreren Fahrzeugen reproduzierbar darstellbar, aber auch außergewöhnlich belastende Erprobungen (wie z.B. Hindernisüberfahrten) möglich.

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