Mit der Umgebung vernetzt. Car-to-X Kommunikation geht in Serie

Mobil vernetzt sind bei Mercedes-Benz nicht nur die Fahrer: Längst kommunizieren auch die Fahrzeuge untereinander – und mit der Infrastruktur. Car-to-X Technologien ermöglichen einen völlig neuartigen Austausch von Informationen. Damit schaut das vernetzte Auto um die Ecke und durch Wände. Es warnt Nachkommende vor Gefahren und verhindert Unfälle. Kurz: Es sorgt für mehr Sicherheit und Komfort. Damit ist auch ein weiteres Etappenziel auf dem Weg zum autonomen Fahren erreicht.

Hinter diesem Kürzel verbirgt sich eine neue Welt der Kommunikation: „Car-to-X“ steht für Technologien, mit denen Fahrzeuge in Echtzeit Informationen austauschen. Das geschieht völlig eigenständig über WLAN oder Mobilfunk. Mercedes-Benz hat diese Innovation bereits auf die Straße gebracht: Fahrzeuge der E- und S-Klasse warnen per Car-to-Car Kommunikation nachfolgende Fahrzeuge vor unerwarteten Risiken. Bei Glatteis oder einem Unfall geht in weniger als einer Sekunde eine Info an andere Modelle der Baureihe. Das Automobil wird zum Gefahrenmelder.

Herzstück des „Internet of things“

Car-to-X Kommunikation

Die Fahrzeuge sind nicht nur in der Lage, untereinander Kontakt aufzunehmen. Auch für den nächsten Schritt sind E- und S-Klasse bereits ausgestattet: die Fahrzeug-zu-Infrastruktur-Kommunikation. Die Kreuzung ist gesperrt? Die Sicht schlecht? All dies gibt die Technologie über sichere Datennetze auch an einen Server von Mercedes-Benz weiter. Dort entsteht eine Art Verkehrsleitzentrale – mit der Fahrzeugflotte als wichtigster Informationsquelle. Die nächste Stufe der digitalen Vernetzung ist damit erreicht: Das Automobil wird zum Herzstück des „Internet of things“.

Kommunikation mit Ampeln und Baustellen

Car-to-X Kommunikation

Noch dichter wird dieses Netz, wenn auch die Infrastruktur Informationen sendet. Als erstes Bundesland hat Hessen ein flächendeckend einsatzbereites Warnsystem mit Car-to-X Sendetechnologie an Tagesbaustellen installiert. Das schützt die Autofahrer ebenso wie die Mitarbeiter der Straßenmeistereien – die zum Beispiel hinter einer Kurve arbeiten. Sogar mit Ampeln könnten Autos bald „sprechen“: Dann erhält das Fahrzeug beispielsweise eine Info, wann genau die nächste Grünphase beginnt.

Sim TD – Sicherheit als oberstes Ziel

Die Vorteile dieses innovativen Ansatzes sind vielfältig. Über allem steht das Thema Sicherheit. Daimler hat mit Partnern dazu das Forschungsprojekt „Sichere Intelligente Mobilität – Testfeld Deutschland“ (sim TD) durchgeführt. In 41.000 Stunden haben 500 Teilnehmer mehr als 1,6 Millionen Fahrkilometer zurückgelegt – ein einzigartiger Feldversuch. Das Ergebnis: Car-to-X-Funktionen erhöhen signifikant die Sicherheit während der Fahrt. Bei vollständiger Durchdringung ließen sich jährlich geschätzte 6,5 Milliarden Euro an volkswirtschaftlichen Kosten durch Unfälle einsparen. Auch Umweltbelastungen gingen erheblich zurück, wenn Verkehrswege effizienter genutzt würden. Die Sicherheit der Daten muss dabei natürlich ebenfalls garantiert sein.

Starke Unterstützung für „Intelligent Drive“

Car-to-X wird immer umfassender die bewährten „Intelligent Drive“-Funktionen ergänzen. Dank hochentwickelter Sensortechnik können Fahrzeuge von Mercedes-Benz damit schon heute viele gefährliche Situationen im Straßenverkehr erkennen und angemessen darauf reagieren. Der COLLISION PREVENTION ASSIST etwa, ein radargestütztes Assistenzsystem, warnt den Fahrer bei Kollisionsgefahr. Der COLLISION PREVENTION ASSIST PLUS kann sogar autonom bremsen. Fahrzeuge mit DISTRONIC PLUS mit Lenk-Assistent beherrschen sogar schon das teilautomatisierte Staufolgefahren.

Das Ende der Parkplatzsuche

Car-to-X Kommunikation

Und wie geht es weiter? Künftig informieren sich die Fahrzeuge vorausschauend über mögliche Hindernisse und planen Alternativrouten. Auch rund um das Thema Parken sind eine Reihe nutzerfreundlicher Anwendungen in Planung. In Stuttgart haben Bosch und Daimler deshalb im vergangenen Jahreinen Feldversuch zum „Community based Parking“ gestartet: Dabei tasten Parksensoren an den Autos im Vorbeifahren den Straßenrand nach freien Parklücken ab. Die Informationen teilen sie anonymisiert über die Cloud. Und schon bald wird, wer einen Parkplatz sucht, direkt zum freien Platz geleitet geleitet – nervenschonend, umweltfreundlich und effizient

Vollautonom ins Parkhaus

Ein Plus an Komfort und Sicherheit verspricht auch das Automated Valet Parking : Über eine App auf Smartphone, Tablet oder Smartwatch lässt sich das Auto damit automatisiert zum Parken schicken. Voraussetzung sind ein intelligentes, vollvernetztes Parkhaus sowie eine entsprechende Sensorik und Software im Fahrzeug. Dann sind sogar enge Parklücken kein Problem mehr. Denn Raum zum Ein- und Aussteigen wird ja nicht mehr gebraucht. Im Parkhaus des Mercedes-Benz Museums in Stuttgart wird das fahrerlose Parken in Kürze Realität. Dort fahren dann Autos allein auf den zugewiesenen Stellplatz .

Präzise Karten und Echtzeit-Daten von HERE

Car-to-X Kommunikation

Car-to-X und autonomes Fahren auf der Straße brauchen allerdings eine wichtige Grundlage: präzises Kartenmaterial. Für hochaufgelöste Karten und Echtzeit-Verkehrsdaten nutzt Daimler Produkte von HERE. 2015 haben Daimler, Audi und BMW diesen Kartendienst zu gleichen Teilen übernommen. Schon heute haben somit vier von fünf Neuwagen das Kartenmaterial von HERE an Bord. In Zukunft können die Fahrzeuge dank dieser Karten beispielsweise um die Ecke schauen und dadurch Gefahrenstellen auf den Straßen frühzeitig erkennen, um das eigene Fahrverhalten entsprechend anzupassen und den Fahrer auf die Situation vorzubereiten. Die vernetzten Fahrzeuge der neuen Generation können dieses Material nicht nur nutzen, sondern auch selbst ausbauen und verbessern – durch die Informationen zur Umgebung, die sie selbst über die integrierte Car-to-X Technologie sammeln.

Wir verwenden Cookies

Damit wollen wir unsere Webseiten nutzerfreundlicher gestalten und fortlaufend verbessern. Wenn Sie die Webseiten weiter nutzen, stimmen Sie dadurch der Verwendung von Cookies zu.