Vernetzte Lkw. Der Warentransport der Zukunft

Konnektivitätslösungen leiten in der Transportbranche einen radikalen Wandel ein. Aus der Vielzahl der Daten, die ein Truck senden und empfangen kann, entstehen völlig neue Möglichkeiten für die gesamte Logistikkette.

Schon heute erzeugt ein moderner Lkw auf Basis seiner rund 400 Sensoren wertvolle Informationen, in seiner Software stecken 100 Millionen Zeilen Code – das sind mehr als in einem Jet. Aus diesen Daten lassen sich Dienste entwickeln, die den Straßengüterverkehr leistungsfähiger und effizienter machen.

Markenübergreifende Standards für Vernetzung

Seit 2013 ist Konnektivität fester Bestandteil der Strategie von Daimler Trucks. Dabei setzt Daimler Trucks marken- und marktübergreifend digitale Standards. So teilen sich die drei Fernverkehrs-Flaggschiffe von Daimler – Mercedes-Benz Actros, Freightliner Cascadia und FUSO Super Great – eine gemeinsame Elektrik/Elektronik-Architektur. Alle drei schweren Lkw haben eine gemeinsame Plattform, die „Common Telematics Platform“. Dieses Vernetzungsmodul ist das Gehirn des vernetzten Lkw. Es empfängt und sendet Daten in Echtzeit und ist die Schnittstelle für sämtliche Vernetzungsdienste: Wie ein Smartphone kommuniziert es via Bluetooth, Mobilfunknetz oder GPS mit der Infrastruktur, anderen Fahrzeugen und weiteren am Logistikprozess beteiligten Instanzen.

Flotten intelligent steuern

Die Systeme Fleetboard für Mercedes-Benz, Detroit Connect für Freightliner und Truckonnect für FUSO vernetzen die gesamte Logistik von Flottenbetreibern und liefern Fahrern und Disponenten alle wichtigen Daten auf einen Blick. Immer ausgefeiltere Lösungen sorgen dafür, dass jeder Lkw möglichst effizient zum Einsatz kommt. Im Fleetboard Store für Apps stehen zum Beispiel nützliche Anwendungen bereit, die von Daimler, aber auch von Drittanbietern für Lkw entwickelt werden können.

Fahrzeugverfügbarkeit erhöhen

Konnektivität hilft unseren Kunden aber nicht nur bei der Steuerung ihrer Flotten, sondern reduziert auch die Ausfallzeiten eines Trucks. So überprüfen die Services Mercedes-Benz Uptime Details , Detroit Connect Virtual Technician Details oder das Tele-Diagnosis-System von Truckonnect kontinuierlich die Funktion der Fahrzeugtechnik sowie die Füllstände der Betriebsflüssigkeiten. Deutet sich ein Reparatur- oder Wartungsbedarf an, kommunizieren die Systeme automatisch mit dem Flottenbetreiber und der Werkstatt. Kritische Zustände werden somit frühzeitig erkannt und können behoben werden, bevor es zum Ausfall des Fahrzeugs kommt. Außerdem können Werkstattaufenthalte effizient gebündelt werden. Das spart unseren Kunden Zeit und unterm Strich bares Geld – denn das verdienen sie nur, wenn ihre Lkw im Einsatz sind.

Platooning: Vernetzung und autonomes Fahren kombiniert

Was durch die Kombination aus Vernetzung und autonomem Fahren in Zukunft möglich sein könnte, zeigt das System Highway Pilot Connect. Es ermöglicht das elektronische Koppeln von Lkw auf Autobahnen und Fernstraßen, „Platooning“ genannt.

Miteinander vernetzte Lkw im Platoon benötigen nur 15 statt 50 Meter Abstand zueinander, ausgenommen Ein- und Ausfahrten. Dadurch verringert sich der Luftwiderstand erheblich – vergleichbar mit dem Windschattenfahren im Radsport.

Auf diese Weise reduziert ein Truck-Platoon aus drei Lkw den Kraftstoffverbrauch und den CO2-Ausstoß um rund sieben Prozent. Damit sind Verbrauchswerte von 25 l/100 km für einen beladenen Sattelzug mit 40 Tonnen Gesamtgewicht möglich. Das entspricht einem Verbrauch von lediglich 0,66 l/100 km pro Tonne Gewicht oder einer CO2-Emission von 13,3 Gramm pro Kilometer und Tonne Gewicht. Das ist weit niedriger als bei jedem Pkw mit Verbrennungsmotor.

Parallel dazu ermöglicht Platooning eine platzsparendere Nutzung der Straße: Durch den geringeren Abstand der Fahrzeuge verkürzt sich ein Platoon aus drei gekoppelten Lkw auf nur noch 80 Meter. Im Gegensatz dazu benötigen drei nicht elektronisch miteinander gekoppelte Lkw in Summe 150 Meter Fahrbahnfläche.

Gleichzeitig macht Platooning den Straßenverkehr sicherer: Während der Mensch am Steuer eine Reaktionszeit von 1,4 Sekunden hat, gibt der Highway Pilot Connect die Bremssignale in weniger als 0,1 Sekunden an die Folgefahrzeuge weiter. Diese deutlich verkürzte Reaktionszeit kann maßgeblich dazu beitragen, Auffahrunfälle zu verringern.

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