Hardware-Nachrüstungen von Drittanbietern für Pkw? Fragen & Antworten

Das Thema Hardware-Nachrüstungen für Diesel-Pkw wird spätestens seit der Verkündigung des Konzeptes der Bundesregierung für saubere Luft und die Sicherung der individuellen Mobilität in den Städten in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert. Die Positionen und Ankündigungen verschiedener Akteure unterscheiden sich dabei deutlich voneinander.

Wegen der noch unübersichtlichen Sachlage fragen sich vermutlich auch viele Halter von Mercedes-Benz Diesel-Fahrzeugen älterer Abgasnormen:

  • Wird es nun eine Hardware-Nachrüstung für meinen Mercedes-Benz geben und wer bietet sie an?
  • Wann könnte es diese Nachrüstung geben und was kostet sie mich?
  • Welche Vor- und Nachteile ergeben sich für mich aus der Nachrüstung?

Derzeit gibt es auf viele dieser und anderer Fragen noch keine verbindlichen und abschließenden Antworten. Diese Webseite versucht deswegen in Form eines FAQ (also „häufig gestellter Fragen“) die Punkte zu benennen, die schon jetzt feststehen. Der Text wird regelmäßig erweitert und an neue Entwicklungen angepasst.

Unsere Position

Daimler hat bereits Anfang Oktober 2018 angekündigt, sich im Rahmen des Konzeptes der Bundesregierung an einem Hardware-Nachrüstungsprogramm für Diesel-Fahrzeuge in definierten Schwerpunktregionen zu beteiligen. Neben Software-Updates für mehr als eine Million Fahrzeuge in Deutschland, attraktiven Umtauschprämien und einer forcierten Einführung von Fahrzeugen, die mindestens nach der Abgasnorm Euro 6 d-TEMP zertifiziert sind, ist dies ein weiterer Beitrag, den das Unternehmen leistet, um die Luftqualität weiter zu verbessern und die individuelle Mobilität von Mercedes-Benz Kunden zu sichern.

Dabei hat das Unternehmen immer unterstrichen, dass es die gerade aufgeführten Maßnahmen für sinnvoller hält. Dessen ungeachtet verfolgt Daimler auch bei Hardware-Nachrüstungen einen lösungs- und kundenorientierten Ansatz:

  • Konkret hat das Unternehmen einen signifikanten Betrag von bis zu 3.000 Euro je Fahrzeug als finanzielle Unterstützung zugesagt, um genehmigte Nachrüstungen von Drittanbietern für private Halter von Mercedes-Benz Diesel-Fahrzeugen (Pkw und M1 Vans) mit der Abgasnorm Euro 5 in von der Bundesregierung definierten Schwerpunktregionen zu fördern. Die Hardware-Nachrüstung muss vom Kraftfahrzeug-Bundesamt nach den entsprechenden Vorschriften genehmigt werden. Sie muss zudem nachweislich dazu berechtigen, in bestimmten Städten auch in Straßen mit Fahrverboten einzufahren. Bedingung ist zudem, dass das Fahrzeug bereits vor dem 2. Oktober 2018 auf die Halter zugelassen war.
  • Daimler steht mit einigen Nachrüstern in einem Austausch. Das Unternehmen stellt diesen Drittanbietern technische Informationen zu Mercedes-Benz Fahrzeugen zur Verfügung, die diese benötigen, um bewerten zu können, für welche Mercedes-Benz Baureihen sie Hardware-Lösungen entwickeln und anbieten werden. Einige der Drittanbieter haben auch bereits öffentlich angekündigt, dass sie an Nachrüstsets für Mercedes-Benz Fahrzeuge arbeiten.

Wichtig ist, dass Daimler selbst keine Hardware-Nachrüstungen entwickelt. Derzeit liegt unserer Kenntnis nach auch noch keine Genehmigung des KBA für eine Hardware-Nachrüstung eines Drittanbieters vor. Ziel ist, im Interesse der Kunden möglichst schnell Klarheit zu schaffen, welche Hardware-Lösungen von den Drittanbietern überhaupt angeboten werden und zu welchem Zeitpunkt.

  • Uns sind derzeit keine Angebote von Nachrüstern für Mercedes-Benz Fahrzeuge bekannt, die vom Kraftfahrt-Bundesamt im Rahmen des „Konzeptes der Bundesregierung für saubere Luft und die Sicherung der individuellen Mobilität“ genehmigt wurden.
  • Die technischen Vorschriften für Hardware-Nachrüstungen wurden Ende Dezember 2018 veröffentlicht. Die Entwicklung von Nachrüstungen ist hochkomplex. Es ist daher nicht verwunderlich, dass es noch keine Angebote gibt.
  • Die Entscheidung darüber, ob Hardware-Lösungen für Mercedes-Benz Fahrzeuge entwickelt und angeboten werden, liegt bei den Drittanbietern. Einige der Firmen haben, wie oben erwähnt, öffentlich angekündigt, dass es im Verlauf des Jahres 2019 Nachrüstungen für Mercedes-Benz Fahrzeuge geben soll.
  • Im Interesse der Kunden wird Daimler im Rahmen seiner Möglichkeiten dazu beitragen, dass hier möglichst schnell Klarheit geschaffen wird.

  • Es bleibt abzuwarten, welche konkreten Angebote die Nachrüster auf den Markt bringen, denn Daimler ist nicht in deren Entwicklungsprozess eingebunden und kann diesen auch nicht beurteilen.
  • Bei einer Hardware-Nachrüstung handelt es sich jedoch um einen weitgehenden Eingriff in die Fahrzeugarchitektur. Sie muss unserer Einschätzung nach für jede Baureihe individuell entwickelt werden.

  • Die genaue Preisgestaltung liegt bei den Drittanbietern.
  • Daimler ist dazu bereit, für private Halter von Mercedes-Benz Euro 5 Diesel-Pkw in von der Bundesregierung definierten Schwerpunktregionen die Kosten einer Hardware-Nachrüstung bis zu einem Maximalbetrag von 3.000 Euro je Fahrzeuge zu übernehmen. Bedingung ist zudem, dass das Fahrzeug bereits vor dem 2. Oktober 2018 auf die Halter zugelassen war.
  • Die Nachrüstung muss durch einen Drittanbieter entwickelt und angeboten und vom Kraftfahrt-Bundesamt genehmigt werden. Sie muss nachweislich dazu berechtigen, in bestimmten Städten bzw. Straßen mit Fahrverboten einzufahren.

  • Sobald eine genehmigte Nachrüstung für ein Mercedes-Benz Fahrzeug vorliegt, werden wir die genauen Modalitäten für die Förderung hier veröffentlichen.

    Grundsätzlich kann gesagt werden:
  • Zunächst muss ein Drittanbieter überhaupt eine Hardware-Nachrüstung für ein Mercedes-Benz Fahrzeug entwickeln.
  • Diese Hardware-Nachrüstung muss dann vom Kraftfahrzeug-Bundesamt nach den entsprechenden Vorschriften genehmigt werden. Sie muss zudem nachweislich dazu berechtigen, in bestimmten Städten auch in Straßen mit Fahrverboten einzufahren.
  • Das Angebot gilt für private Halter von Mercedes-Benz Euro 5 Diesel Pkw in von der Bundesregierung definierten Schwerpunktregionen, wenn das Fahrzeug bereits vor dem 2. Oktober 2018 auf den Halter zugelassen war.
  • Das ist der Stichtag, der mit der Bundesregierung abgesprochen ist und der Stichtag, der für die Mercedes-Benz Förderung der Nachrüstung verbindlich ist.

  • Der genaue Prozess ist noch nicht geklärt. Sobald eine genehmigte Nachrüstung für Mercedes-Benz Fahrzeuge von einem Drittanbieter vorliegt, werden wir über die genauen Modalitäten hier auf unserer Webseite informieren.

  • Die finanzielle Förderung richtet sich ausschließlich an private Halter von Diesel-Pkw und -Vans mit M1-Zertifizierung und Abgasnorm Euro 5 in von der Bundesregierung definierten Schwerpunktregionen, wenn das Fahrzeug bereits vor dem 2. Oktober 2018 auf den Halter zugelassen war.

  • Das Bundesverkehrsministerium hat jedoch auch ein Förderprogramm für gewerblich zugelassene Handwerker- und Lieferfahrzeuge sowie Kommunalfahrzeuge und Busse im Öffentlichen Nahverkehr aufgelegt. Genauere Informationen finden sich hier.

  • Die Entscheidung über den Vertrieb der Hardware-Sets liegt in erster Linie bei den Drittanbietern.
  • Wir gehen aber heute davon aus, dass freie Werkstätten von den Nachrüstern entwickelte und vom Kraftfahrt-Bundesamt genehmigte Nachrüstungen vornehmen werden.

  • Da es noch kein konkretes Angebot eines Nachrüsters für Mercedes-Benz Fahrzeuge gibt, lässt sich die Frage noch nicht beantworten.
  • Grundsätzlich können folgende Punkte in Erwägung gezogen werden:
    • Der Vorteil einer funktionierenden Hardware-Nachrüstung ist eine Verbesserung der Stickoxid-Emissionen.
    • Wenn Drittanbieter im Rahmen des „Konzeptes für saubere Luft und die Sicherung der individuellen Mobilität“ eine Nachrüstung erfolgreich entwickeln und diese vom Kraftfahrt-Bundesamt genehmigt wird – beides muss der Fall sein - können Fahrzeuge danach in bestimmten Städten auch in Straßen mit Fahrverboten einfahren.
    • Die Nachteile sind unter anderem die hohe Komplexität der Nachrüstung, der hohe Aufwand sowie ein in der Regel steigender Kraftstoffverbrauch und ein entsprechender Anstieg der CO₂-Emissionen nach Einbau der Hardware. Hinzu kommen natürlich auch entsprechende Kosten für den AdBlue-Verbrauch.
    • Wir gehen auch davon aus, dass durch die Nachrüstlösung das Leergewicht steigen bzw. die Zuladung sinken wird. Je nach Lösung kann sich auch der Komfort und der Kundennutzen verringern – beispielsweise durch Bauraumkonflikte aufgrund eines eingebauten AdBlue-Tanks in der Reserveradmulde.

  • Wir halten andere Maßnahmen weiterhin für insgesamt sinnvoller und effizienter – insbesondere eine beschleunigte Flottenerneuerung und das Aufspielen von Software-Updates.

  • Daimler wird für Einbau und Betrieb der Bauteile der Nachrüstung durch einen Drittanbieter keine Haftung übernehmen. Wir übernehmen auch nicht die Haftung für Schäden an anderen Bauteilen, wenn diese auf die Umrüstung zurückzuführen sind.

  • Die genauen Bedingungen für Garantie und Haftung sind bei den Drittanbietern zu erfragen oder auch in den Werkstätten, die Nachrüstungen einbauen werden.

  • Die technischen Anforderungen hat das Bundesverkehrsministerium bereits im Dezember 2018 veröffentlicht. Sie findet sich hier
  • Weitere Informationen des Bundesverkehrsministeriums zum Thema Hardware-Nachrüstungen bei Pkw finden sich hier.

  • Daimler hat bereits eine Reihe weiterer Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität auf den Weg gebracht:
  • Entwicklung von Software-Updates für deutlich über 3 Millionen Fahrzeuge in Europa – davon weit über 1 Million in Deutschland.
  • Attraktive Umtauschprämien von bis zu 10.000 Euro für Diesel-Fahrzeuge in von der Bundesregierung definierten Schwerpunktregionen.
  • Forcierung der Einführung von Fahrzeugen, die die strengeren Emissionsgrenzwerte im Rahmen der WLTP/RDE-Anforderungen erreichen. Mit über 200 Benzin- und Diesel-Varianten bietet Mercedes-Benz Pkw eine breite Auswahl von Fahrzeugen, die mindestens nach Euro 6d-TEMP zertifiziert sind.
  • Beteiligung am Mobilitäts-Fonds („Sofortprogramm Saubere Luft“) der Bundesregierung.
  • Elektrifizierung des gesamten Mercedes-Benz Cars Portfolios bis 2022. Geplant sind deutlich mehr als 130 elektrifizierte Fahrzeugvarianten, angefangen von 48-Volt-Versionen über eine breite Auswahl an Plug-in-Hybriden bis hin zu rein elektrischen Fahrzeugen. Investitionen von mehr als zehn Milliarden Euro in den nächsten Jahren in neue Produkte der Marke EQ und über eine Milliarde in die weltweite Batterieproduktion.

Wir verwenden Cookies

Damit wollen wir unsere Webseiten nutzerfreundlicher gestalten und fortlaufend verbessern. Wenn Sie die Webseiten weiter nutzen, stimmen Sie dadurch der Verwendung von Cookies zu.