Ausblick. Aktualisierter Auszug aus dem Prognosebericht

Auf der Basis der erwarteten Marktentwicklung und der aktuellen Einschätzungen der Geschäftsfelder geht Daimler nun davon aus, dass das Konzern-EBIT im Jahr 2019 deutlich unter dem Vorjahreswert liegen wird.

Konzern

Auf Basis der Annahmen für die Entwicklung der für uns wichtigen Märkte und der aktuellen Einschätzungen der Geschäftsfelder erwartet Daimler, dass der Konzernabsatz im Jahr 2019 insgesamt in der Größenordnung des Vorjahres liegen wird.

Wir gehen davon aus, dass der Konzernumsatz im Jahr 2019 leicht zunehmen wird.

Bei Mercedes-Benz Cars dürften im Jahr 2019 vor allem die neue A-Klasse und die B-Klasse sowie die G-Klasse und der GLE für positive Impulse sorgen. Dämpfend auf die Umsatzentwicklung wirken hingegen die von uns erwartete Wechselkursentwicklung und Lebenszykluseffekte bei einigen Pkw-Modellen sowie auch eine veränderte Absatzstruktur. Vor diesem Hintergrund erwartet Mercedes-Benz Cars im Jahr 2019 einen Umsatz auf Vorjahresniveau.

Angesichts der insgesamt günstigen Marktbedingungen und positiven Absatzerwartungen planen die Geschäftsfelder Daimler Trucks und Mercedes-Benz Vans einen leichten Umsatzanstieg. Das Geschäftsfeld Daimler Buses erwartet einen deutlichen Umsatzanstieg. Daimler Financial Services rechnet mit einem leichten Zuwachs.

Der erwartete Ergebnisrückgang wird sich zum Teil auch im Free Cash Flow des Industriegeschäfts niederschlagen. Außerdem werden sich die weiterhin hohen Vorleistungen für neue Produkte und Technologien belastend auswirken. Hinzu kommen die Kosten für das »Projekt Zukunft« zur Umsetzung der neuen Konzernstruktur. Unter diesen Voraussetzungen gehen wir nun davon aus, dass der Free Cash Flow des Industriegeschäfts deutlich unter dem Vorjahreswert liegen wird.

Die Daimler AG hat am 23. Juni und am 12. Juli 2019 Neueinschätzungen der Ergebniserwartungen für das Geschäftsjahr 2019 für die Geschäftsfelder Mercedes-Benz Vans, Mercedes-Benz Cars und den Konzern vorgenommen.

Maßgeblich für die Neueinschätzung ist ein Anstieg der erwarteten Aufwendungen für verschiedene laufende behördliche und gerichtliche Verfahren und Maßnahmen betreffend Mercedes-Benz Dieselfahrzeuge, eine aktualisierte Risikobewertung bezüglich der Rückstellungen für einen erweiterten Rückruf von Takata-Airbags in Europa und in anderen Teilen der Welt sowie eine Entscheidung zur Überprüfung und Priorisierung des Produktportfolios im Geschäftsfeld Mercedes-Benz Vans.

Hinzu kommen Neubewertungen des Ergebnisausblicks aus verlangsamten Produktionshochläufen im Jahr 2019 sowie durch geringer als erwartet wachsende Automobilmärkte.

Unsere Ergebnisse im zweiten Quartal wurden hauptsächlich durch Sondereinflüsse in Höhe von 4,2 Milliarden Euro beeinflusst. Deshalb liegt unser Fokus im zweiten Halbjahr auf der Verbesserung unserer Performance und der Cash-Flow-Generierung. Grundsätzlich intensivieren wir die konzernübergreifenden Optimierungsprogramme und überprüfen unser Produktportfolio, um unseren künftigen Erfolg abzusichern. Gleichzeitig setzen wir die Transformation unseres Unternehmens konsequent fort.

Ola Källenius, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG und Leiter Mercedes-Benz Cars

Geschäftsfelder

Die einzelnen Geschäftsfelder haben für das Jahr 2019 folgende Renditeerwartungen:

  • Mercedes-Benz Cars: Umsatzrendite 3 % bis 5 %
  • Daimler Trucks: Umsatzrendite 7 % bis 9 %
  • Mercedes-Benz Vans: Umsatzrendite -15 % bis -17 %
  • Daimler Buses: Umsatzrendite 5 % bis 7 %
  • Daimler Financial Services: Eigenkapitalrendite 17 % bis 19 %

Unsere Absatzentwicklung wird maßgeblich von Lebenszykluseffekten bestimmter Baureihen beeinflusst. Insgesamt beabsichtigt Mercedes-Benz, im Jahr 2019 über ein Dutzend neue und überarbeitete Fahrzeuge auf den Markt zu bringen. Vor allem unsere neuen Kompaktwagen, unter anderem die neue B-Klasse, die A-Klasse Limousine sowie der neue GLB, das achte Modell im Kompaktwagensegment, dürften sich positiv im Absatz niederschlagen.

Absatzimpulse erwarten wir weiterhin auch im wachstumsstarken Segment der SUVs. Der neue GLE und der neue GLS dürften hierzu ebenso beitragen wie die Modellpflege des beliebten GLC. Mercedes-AMG sollte auch im Jahr 2019 ein Garant für unseren Erfolg im Performance-Segment sein: Immer mehr Kunden begeistern sich für das attraktive und breit gefächerte Fahrzeugangebot unserer Sportwagen- und Performance-Marke, das wir kontinuierlich weiterentwickeln.

Die batterieelektrischen smart Modelle machen den Einstieg in die Elektromobilität so attraktiv wie noch nie. Sie verbinden die Agilität des smart mit lokal emissionsfreiem Fahren – die ideale Kombination für urbane Mobilität.

Daimler Trucks geht für das Jahr 2019 von einem Absatzzuwachs aus und rechnet mit einer leichten Steigerung der Verkäufe gegenüber dem Vorjahr.

In der NAFTA-Region erwarten wir, unseren Absatz im Vergleich zum Vorjahr leicht steigern zu können. In der Region EU30 und in Japan gehen wir davon aus, dass unsere Verkäufe in etwa auf dem Vorjahresniveau liegen werden.

In Brasilien rechnen wir mit einem Absatz, der das niedrige Niveau des Vorjahres deutlich übertrifft. Auch für Indien gehen wir davon aus, dass unsere Verkäufe die Vorjahreswerte übersteigen.

Die erwarteten deutlich rückläufigen Verkaufszahlen in der Türkei werden weiterhin stark durch die bestehenden erheblichen wirtschaftlichen Unsicherheiten geprägt sein. In Indonesien gehen wir ebenfalls von rückläufigen Verkaufszahlen aus.

Das Absatzwachstum in der Region EU30 und USA kompensiert dabei Rückgänge, beispielsweise in Russland und in der Türkei. Positiv entwickelt sich insbesondere der Absatz des neuen Sprinter, der Mitte 2018 eingeführt wurde.

Daimler Buses geht davon aus, die Marktführerschaft in seinen wichtigsten klassischen Kernmärkten bei den Bussen über 8 t behaupten zu können. Für das Jahr 2019 rechnen wir insgesamt mit einer deutlichen Absatzsteigerung. Dabei unterstellen wir ein leichtes Absatzwachstum in der Region EU30 und eine deutlich positive Absatzentwicklung in Indien. Für Lateinamerika (ohne Mexiko) wird ein Absatz leicht über Vorjahresniveau erwartet.

Ausschlaggebend hierfür sind die Absatzentwicklungen der automobilen Geschäftsfelder. Darüber hinaus erschließen wir neue Marktpotenziale durch die Effizienzsteigerung in den traditionellen Vertriebskanälen und den Ausbau neuer digitaler Möglichkeiten des Kundenkontakts sowie im Flottenmanagement.

Investitionen, F&E-Ausgaben und Personalbestand

Um unsere anspruchsvollen Wachstumsziele zu erreichen, sollten unsere Investitionen in Sachanlagen trotz eines leichten Rückgangs gegenüber dem Jahr 2018 (i. V. 7,5 Mrd. €) weiterhin ein sehr hohes Niveau erreichen.

Mercedes-Benz Cars setzt im Jahr 2019 seine Produktoffensive fort. Umfangreiche Mittel sind auch für die Neuausrichtung unserer deutschen Produktionsstandorte, den Ausbau des internationalen Produktionsverbundes sowie das weltweite Produktionsnetzwerk für die Elektromobilität vorgesehen. Darüber hinaus investiert das Geschäftsfeld in die technologischen Zukunftsfelder.

Daimler Trucks investiert im Jahr 2019 vor allem in neue Produkte und Folgegenerationen für bestehende Produkte, globale Komponentenprojekte sowie in die Optimierung des weltweiten Produktions-und Vertriebsnetzwerks.

Bei den Forschungs- und Entwicklungsleistungen werden wir die hohen Ausgaben des Vorjahres (i. V. 9,1 Mrd. €) noch einmal leicht steigern.

Bei Mercedes-Benz Cars fließt ein Großteil in die Erneuerung des Produktportfolios. Die wichtigsten Einzelprojekte sind hier die Nachfolgemodelle fur die C-Klasse und die S-Klasse, die neuen Kompaktfahrzeuge sowie der Ausbau der Modellpalette der Produkt- und Technologiemarke EQ. Außerdem arbeiten wir in erheblichem Umfang an neuen, emissionsarmen Verbrennungsmotoren, der Elektromobilität, der Konnektivität unserer Fahrzeuge sowie an innovativen Sicherheitstechnologien für das automatisierte und autonome Fahren.

Auch bei Daimler Trucks spielen die Themen automatisiertes Fahren, Elektromobilität sowie Konnektivität eine wichtige Rolle. Weitere Schwerpunkte sind die Nachfolgegenerationen für bestehende Produkte, Kraftstoffeffizienz und Emissionsreduzierung sowie maßgeschneiderte Produkte und Technologien für wichtige Wachstumsmärkte.

Vor dem Hintergrund weiterer Effizienzsteigerungen im Rahmen der mittel- und langfristig ausgerichteten Programme zur strukturellen Verbesserung unserer Geschäftsprozesse gehen wir davon aus, dass unsere Wachstumsziele mit einem nur geringfügig wachsenden Personalbestand erreicht werden können.

Diese Seite wurde am 24. Juli 2019 auf Basis des Zwischenberichts für das zweite Quartal 2019 überarbeitet.

Wichtige Hinweise

Diese Seite enthält vorausschauende Aussagen zu unserer aktuellen Einschätzung künftiger Vorgänge. Wörter wie »antizipieren«, »annehmen«, »glauben«, »einschätzen«, »erwarten«, »beabsichtigen«, »können/könnten«, »planen«, »projizieren«, »sollten« und ähnliche Begriffe kennzeichnen solche vorausschauenden Aussagen.

Diese Aussagen sind einer Reihe von Risiken und Unsicherheiten unterworfen. Einige Beispiele hierfür sind

  • eine ungünstige Entwicklung der weltwirtschaftlichen Situation, insbesondere ein Rückgang der Nachfrage in unseren wichtigsten Absatzmärkten,
  • eine Verschlechterung unserer Refinanzierungsmöglichkeiten an den Kredit- und Finanzmärkten,
  • unabwendbare Ereignisse höherer Gewalt wie beispielsweise Naturkatastrophen, Terrorakte, politische Unruhen, kriegerische Auseinandersetzungen, Industrieunfälle und deren Folgewirkungen auf unsere Verkaufs-, Einkaufs-, Produktions- oder Finanzierungsaktivitäten,
  • Veränderungen der Wechselkurse,
  • eine Veränderung des Konsumverhaltens in Richtung kleinerer und weniger gewinnbringender Fahrzeuge
  • oder ein möglicher Akzeptanzverlust unserer Produkte und Dienstleistungen mit der Folge einer Beeinträchtigung bei der Durchsetzung von Preisen und bei der Auslastung von Produktionskapazitäten,
  • Preiserhöhungen bei Kraftstoffen und Rohstoffen,
  • Unterbrechungen der Produktion aufgrund von Materialengpässen, Belegschaftsstreiks oder Lieferanteninsolvenzen,
  • ein Rückgang der Wiederverkaufspreise von Gebrauchtfahrzeugen,
  • die erfolgreiche Umsetzung von Kostenreduzierungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen,
  • die Geschäftsaussichten der Gesellschaften, an denen wir bedeutende Beteiligungen halten,
  • die erfolgreiche Umsetzung strategischer Kooperationen und Joint Ventures,
  • die Änderungen von Gesetzen, Bestimmungen und behördlichen Richtlinien, insbesondere soweit sie Fahrzeugemissionen, Kraftstoffverbrauch und Sicherheit betreffen,
  • sowie der Abschluss laufender behördlicher oder von Behörden veranlasster Untersuchungen und der Ausgang anhängiger oder drohender künftiger rechtlicher Verfahren
  • und weitere Risiken und Unwägbarkeiten, von denen einige im aktuellen Geschäftsbericht unter der Überschrift »Risiko- und Chancenbericht« beschrieben sind.

Sollte einer dieser Unsicherheitsfaktoren oder eine dieser Unwägbarkeiten eintreten oder sollten sich die den vorausschauenden Aussagen zugrunde liegenden Annahmen als unrichtig erweisen, könnten die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den in diesen Aussagen genannten oder implizit zum Ausdruck gebrachten Ergebnissen abweichen.

Wir haben weder die Absicht noch übernehmen wir eine Verpflichtung, vorausschauende Aussagen laufend zu aktualisieren, da diese ausschließlich auf den Umständen am Tag der Veröffentlichung basieren.

Daimler ist mit der Guidance für das Geschäftsjahr 2019 dazu übergegangen, für die Prognose der Profitabilität der Geschäftsfelder anstelle des EBIT für die automobilen Geschäftsfelder die Umsatzrendite und für Daimler Financial Services die Eigenkapitalrendite heranzuziehen. Damit stellen wir eine Verbindung zwischen den Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr und den strategischen Zielrenditen her.

Die divisionalen Umsatz- bzw. Eigenkapitalrenditen werden anhand von Bandbreiten prognostiziert.

Für das EBIT des Daimler-Konzerns behalten wir die bisherige Methodik einer komparativen Prognose bei; eine Anpassung haben wir jedoch bei den Prognose-Sensitivitäten vorgenommen:

  • Die Prognose „auf dem Niveau des Vorjahres“ entspricht einer Veränderung gegenüber dem Vorjahreswert von -5% bis +5%.
  • Die Prognose „leicht über/unter Vorjahr“ entspricht einer Veränderung gegenüber dem Vorjahreswert von > +/-5%.
  • Die Prognose „deutlich über/unter Vorjahr“ entspricht einer Veränderung gegenüber dem Vorjahreswert von > +/-15%.

Sowohl für den Konzern als auch für die Geschäftsfelder wurden darüber hinaus die Prognose-Sensitivitäten für die weniger volatilen Berichtsgrößen Absatz und Umsatz wie folgt angepasst:

  • Die Prognose „auf dem Niveau des Vorjahres“ entspricht einer Veränderung gegenüber dem Vorjahreswert von -2% bis +2%.
  • Die Prognose „leicht über/unter Vorjahr“ entspricht einer Veränderung gegenüber dem Vorjahreswert von > +/-2%.
  • Die Prognose „deutlich über/unter Vorjahr“ entspricht einer Veränderung gegenüber dem Vorjahreswert von > +/-7,5%.

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