Ausblick. Aktueller Auszug aus dem Prognosebericht

Auf Basis der erwarteten Marktentwicklung sowie der Planungen der Geschäftsfelder rechnet Daimler im Jahr 2019 mit einer leichten Steigerung bei Absatz, Umsatz und EBIT gegenüber 2018.

Konzern-EBIT 2019 leicht über dem Niveau des Vorjahres

Darin enthalten ist auch ein signifikanter, positiver Bewertungs- und Ergebniseffekt im Geschäftsfeld Daimler Financial Services aus der Zusammenlegung der Mobilitätsdienste der Daimler AG und der BMW Group. Das erwartete Absatz- und Umsatzwachstum in allen Geschäftsfeldern wird positiv zur Ergebnisentwicklung beitragen.

Dämpfend auf das Konzern-EBIT wirken sich die weiterhin sehr hohen Vorleistungen aus: für die Modelloffensiven, für innovative Technologien, insbesondere zur Senkung von Verbrauchswerten und zur Elektrifizierung, für die Digitalisierung der Produkte und Prozesse sowie für den Ausbau und die Modernisierung der weltweiten Produktionskapazitäten. Dazu kommen der signifikante Anstieg der Materialkosten durch höhere Rohstoffpreise sowie negative Wechselkurseffekte bei Mercedes-Benz Cars und Mercedes-Benz Vans. Außerdem ist für das Jahr 2019 auf Konzernebene ein mittlerer dreistelliger Millionenbetrag für die Umsetzung der neuen Unternehmensstruktur (»Projekt Zukunft«) eingeplant. Bei Daimler Financial Services dürfte das Ergebnis durch die Normalisierung der Kreditrisikokosten sowie durch weitere Investitionen in den Ausbau der Digitalisierung sowie der Mobilitätsdienstleistungen belastet werden.

2019 wird für Daimler ein Jahr großer Veränderungen: Wir stellen unser Unternehmen strukturell neu auf. Wir beschleunigen den Kurs in die Ära der Elektromobilität. Wir stoßen bei Connectivity, dem autonomen Fahren und den Mobility Services in neue Dimensionen vor.

Dieter Zetsche, Vorsitzender des Vorstands der Daimler AG und Leiter Mercedes-Benz Cars

Stand: 15. Februar 2019

Ausführlicher Prognosebericht im interaktiven Geschäftsbericht 2018

Geschäftsfelder

Für die Prognose der Profitabilität der Geschäftsfelder wird Daimler ab sofort anstelle des EBIT die Umsatzrendite (Return on Sales – RoS) und für Daimler Financial Services die Eigenkapitalrendite (Return on Equity – RoE) heranziehen. Damit wird eine Verbindung der Prognose für das laufende Geschäftsjahr und den strategischen Zielrenditen hergestellt. Die einzelnen Geschäftsfelder haben für das Jahr 2019 die folgenden Renditeerwartungen:

  • Mercedes-Benz Cars: Umsatzrendite 6% bis 8%
  • Daimler Trucks: Umsatzrendite 7% bis 9%
  • Mercedes-Benz Vans: Umsatzrendite 5% bis 7%
  • Daimler Buses: Umsatzrendite 5% bis 7%
  • Daimler Financial Services: Eigenkapitalrendite 17% bis 19%

Mit einem attraktiven und innovativen Modellportfolio strebt Mercedes-Benz Cars an, den Wachstumskurs im Jahr 2019 fortzusetzen. Insgesamt soll der Absatz leicht gesteigert und damit abermals ein Rekordwert erreicht werden. Im Jahr 2019 beabsichtigt Mercedes-Benz mehr als ein Dutzend neue und überarbeitete Fahrzeuge auf den Markt zu bringen. Vor allem die neuen Kompaktwagen dürften sich positiv im Absatz niederschlagen. Auch im wachstumsstarken Segment der Geländewagen ist Mercedes-Benz mit den neuen GLE und GLS sowie der Modellpflege des beliebten GLC gut positioniert. Mercedes-AMG sollte im Jahr 2019 ein Garant für den Erfolg im Performance-Segment sein.

Unter der Produkt- und Technologiemarke EQ, die für »Elektrische Intelligenz« steht, werden sowohl Fahrzeuge als auch Services rund um die Elektromobilität angeboten. Bis zum Jahr 2022 will Mercedes-Benz Cars das gesamte Portfolio elektrifizieren. Ziel ist es, den Kunden in jedem Segment unterschiedliche elektrifizierte Alternativen anbieten zu können: vom smart über die Kompaktwagen bis zum großen SUV. Im Jahr 2019 kommt der erste vollelektrische SUV von Mercedes-Benz, der EQC (Stromverbrauch kombiniert: 22,2 kWh/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 0 g/km, vorläufige Angaben) auf den Markt. Insgesamt soll das Portfolio bis zum Jahr 2022 mehr als 130 elektrifizierte Varianten umfassen. Darin enthalten sind neben vollelektrischen Fahrzeugen Plug-in-Hybride und Modelle mit 48-Volt-Technologie.

Bis zum Jahr 2025 sollen, abhängig vom Ausbau der öffentlichen Infrastruktur und von den Kundenpräferenzen, 15 bis 25% der verkauften Pkw rein elektrisch sein. Dafür plant Mercedes-Benz Cars mehr als zehn reine Elektro-Pkw auf den Markt zu bringen. Als Pionier des elektrischen Fahrens strebt die Marke smart als erste Automobilmarke den konsequenten Umstieg vom Verbrenner auf den Elektroantrieb an. Nach der Umstellung in den USA und Kanada wird die Marke smart bis zum Jahr 2020 auch in Europa vollständig auf den elektrischen Antrieb setzen. Der Rest der Welt soll kurz darauf folgen.

Dazu dürften die NAFTA-Region, Brasilien, die Region EU30 und Indien positiv beitragen. In Japan und Indonesien erwartet das Geschäftsfeld, in etwa den Absatz des Vorjahreszeitraums zu erreichen. Nach den erheblichen wirtschaftlichen Unsicherheiten im vergangenen Jahr geht das Geschäftsfeld in der Türkei von leicht rückläufigen Verkäufen aus.

Starkes Wachstum erwarten wir in den USA. In der Region EU30 rechnen wir mit einem leichten Zuwachs. Zum Absatzwachstum in 2019 soll insbesondere der neue Sprinter beitragen, der Mitte 2018 eingeführt wurde

Dabei wird ein leichtes Absatzwachstum in der Region EU30 und eine deutlich positive Absatzentwicklung in Indien unterstellt. Für Lateinamerika (ohne Mexiko) wird ein Absatz auf Vorjahresniveau erwartet.

Neue Marktpotenziale sollen über flexiblere Leasing- und Mietprodukte erschlossen werden. Dazu kommt der Ausbau der Online-Vertriebskanäle.

Konzern

Auf Basis der Planungen der Geschäftsfelder geht Daimler davon aus, dass Absatz und Umsatz im Jahr 2019 leicht gesteigert werden können. Wechselkurseffekte werden die Umsatzentwicklung im Jahr 2019 voraussichtlich negativ beeinflussen. Mercedes-Benz Cars rechnet im Jahr 2019 mit einem leicht steigenden Umsatz. Dämpfend könnten sich der höhere Anteil von Kompaktmodellen am Gesamtabsatz sowie der fortgeschrittene Lebenszyklus bei einigen Modellen auswirken. Aufgrund der positiven Absatzerwartungen planen die Geschäftsfelder Daimler Trucks, Mercedes-Benz Vans und Daimler Buses deutliche Zuwächse beim Umsatz. Daimler Financial Services rechnet mit einem leichten Umsatzanstieg.

In regionaler Hinsicht erwartet das Unternehmen in allen wichtigen Regionen weiteres Wachstum. In China wurden durch neue Vertriebsstandorte, zusätzliche Produktionskapazitäten und ein breiteres Angebot die Voraussetzungen für weitere Zuwächse geschaffen. Das Absatzwachstum in China dürfte sich jedoch nur unterproportional im Umsatz niederschlagen, da der Anteil der lokalen Produktion nochmals zunehmen wird.

Die eher verhaltene Ergebnisentwicklung im Automobilgeschäft wird sich im Jahr 2019 auch im Free Cash Flow des Industriegeschäfts niederschlagen. Belastend werden sich die weiterhin hohen Vorleistungen für neue Produkte und Technologien auswirken. Hinzu kommen die Kosten für das »Projekt Zukunft« zur Umsetzung der neuen Konzernstruktur. Unter diesen Voraussetzungen geht Daimler dennoch davon aus, dass der Free Cash Flow des Industriegeschäfts leicht über dem Vorjahreswert liegen dürfte.

Insgesamt wird Daimler 2019 und 2020 knapp 15 Mrd. € in Sachanlagen sowie mehr als 18 Mrd. € in Forschungs- und Entwicklungsprojekte investieren. Über alle industriellen Geschäftsfelder hinweg treibt Daimler die Entwicklung von neuen, emissionsarmen Verbrennungsmotoren, der Elektromobilität sowie der Konnektivität der Fahrzeuge voran und arbeitet an innovativen Sicherheitstechnologien für das automatisierte und autonome Fahren. Bei Mercedes-Benz Cars fließt ein Großteil der Investitionen in die Erneuerung des Produktportfolios. Die wichtigsten Einzelprojekte sind die Nachfolgemodelle für die neue C-Klasse, die S-Klasse, die neuen Kompaktfahrzeuge sowie der weitere Ausbau der Modellpalette der Produkt- und Technologiemarke EQ. Bei Daimler Trucks spielen zusätzlich maßgeschneiderte Produkte und Technologien für wichtige Wachstumsmärkte eine große Rolle.

Aufgrund des erwarteten Wachstums und weiterer Effizienzsteigerungen geht das Unternehmen davon aus, dass der Personalbestand geringfügig wächst. Zusätzliche Arbeitsplätze werden insbesondere durch den Ausbau des internationalen Produktionsnetzwerks, in den Forschungs- und Entwicklungsbereichen sowie in den technologischen Zukunftsfeldern – insbesondere Elektromobilität und Digitalisierung – entstehen. Unternehmen, die Daimler gemeinsam mit chinesischen Partnern betreibt und die in der Mitarbeiterzahl von Daimler nicht berücksichtigt sind, werden voraussichtlich ebenfalls zusätzliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einstellen.

Mit der Prognose für Mercedes-Benz Cars und Mercedes-Benz Vans liegen wir unter unseren langfristigen Zielrenditen. Damit können und wollen wir nicht zufrieden sein. Deshalb haben wir begonnen, umfassende Gegenmaßnahmen zu erarbeiten. Unser Anspruch ist, bis 2021 wieder in unseren angestrebten Renditekorridor von acht bis zehn Prozent zu kommen. Bei Trucks und Buses werden wir die bereits gestarteten Maßnahmen konsequent weiterführen und bündeln. Damit wollen wir unsere Zielrendite von acht Prozent nachhaltig erreichen und weiteres Renditepotenzial erschließen. Für alle Divisionen gilt: Ein profitables Geschäft ist die Voraussetzung, um auch künftig in neue Technologien und Produkte investieren zu können.

Dieter Zetsche, Vorsitzender des Vorstands der Daimler AG und Leiter Mercedes-Benz Cars

Wichtige Hinweise

Diese Seite enthält vorausschauende Aussagen zu unserer aktuellen Einschätzung künftiger Vorgänge. Wörter wie »antizipieren«, »annehmen«, »glauben«, »einschätzen«, »erwarten«, »beabsichtigen«, »können/könnten«, »planen«, »projizieren«, »sollten« und ähnliche Begriffe kennzeichnen solche vorausschauenden Aussagen.

Diese Aussagen sind einer Reihe von Risiken und Unsicherheiten unterworfen. Einige Beispiele hierfür sind

  • eine ungünstige Entwicklung der weltwirtschaftlichen Situation, insbesondere ein Rückgang der Nachfrage in unseren wichtigsten Absatzmärkten,
  • eine Verschlechterung unserer Refinanzierungsmöglichkeiten an den Kredit- und Finanzmärkten,
  • unabwendbare Ereignisse höherer Gewalt wie beispielsweise Naturkatastrophen, Terrorakte, politische Unruhen, kriegerische Auseinandersetzungen, Industrieunfälle und deren Folgewirkungen auf unsere Verkaufs-, Einkaufs-, Produktions- oder Finanzierungsaktivitäten,
  • Veränderungen der Wechselkurse,
  • eine Veränderung des Konsumverhaltens in Richtung kleinerer und weniger gewinnbringender Fahrzeuge
  • oder ein möglicher Akzeptanzverlust unserer Produkte und Dienstleistungen mit der Folge einer Beeinträchtigung bei der Durchsetzung von Preisen und bei der Auslastung von Produktionskapazitäten,
  • Preiserhöhungen bei Kraftstoffen und Rohstoffen,
  • Unterbrechungen der Produktion aufgrund von Materialengpässen, Belegschaftsstreiks oder Lieferanteninsolvenzen,
  • ein Rückgang der Wiederverkaufspreise von Gebrauchtfahrzeugen,
  • die erfolgreiche Umsetzung von Kostenreduzierungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen,
  • die Geschäftsaussichten der Gesellschaften, an denen wir bedeutende Beteiligungen halten,
  • die erfolgreiche Umsetzung strategischer Kooperationen und Joint Ventures,
  • die Änderungen von Gesetzen, Bestimmungen und behördlichen Richtlinien, insbesondere soweit sie Fahrzeugemissionen, Kraftstoffverbrauch und Sicherheit betreffen,
  • sowie der Abschluss laufender behördlicher oder von Behörden veranlasster Untersuchungen und der Ausgang anhängiger oder drohender künftiger rechtlicher Verfahren
  • und weitere Risiken und Unwägbarkeiten, von denen einige im aktuellen Geschäftsbericht unter der Überschrift »Risiko- und Chancenbericht« beschrieben sind.

Sollte einer dieser Unsicherheitsfaktoren oder eine dieser Unwägbarkeiten eintreten oder sollten sich die den vorausschauenden Aussagen zugrunde liegenden Annahmen als unrichtig erweisen, könnten die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den in diesen Aussagen genannten oder implizit zum Ausdruck gebrachten Ergebnissen abweichen.

Wir haben weder die Absicht noch übernehmen wir eine Verpflichtung, vorausschauende Aussagen laufend zu aktualisieren, da diese ausschließlich auf den Umständen am Tag der Veröffentlichung basieren.

Daimler wird mit der Guidance für das Geschäftsjahr 2019 dazu übergehen, für die Prognose der Profitabilität der Geschäftsfelder anstelle des EBIT für die automobilen Geschäftsfelder die Umsatzrendite und für Daimler Financial Services die Eigenkapitalrendite heranzuziehen. Damit stellen wir eine Verbindung zwischen den Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr und den strategischen Zielrenditen her.

Die divisionalen Umsatz- bzw. Eigenkapitalrenditen werden künftig anhand von Bandbreiten prognostiziert.

Für das EBIT des Daimler-Konzerns behalten wir die bisherige Methodik einer komparativen Prognose bei; eine Anpassung nehmen wir jedoch bei den Prognose-Sensitivitäten vor:

  • Die Prognose „auf dem Niveau des Vorjahres“ entspricht einer Veränderung gegenüber dem Vorjahreswert von -5% bis +5%.
  • Die Prognose „leicht über/unter Vorjahr“ entspricht einer Veränderung gegenüber dem Vorjahreswert von > +/-5%.
  • Die Prognose „deutlich über/unter Vorjahr“ entspricht einer Veränderung gegenüber dem Vorjahreswert von > +/-15%.

Sowohl für den Konzern als auch für die Geschäftsfelder passen wir darüber hinaus die Prognose-Sensitivitäten für die weniger volatilen Berichtsgrößen Absatz und Umsatz wie folgt an:

  • Die Prognose „auf dem Niveau des Vorjahres“ entspricht einer Veränderung gegenüber dem Vorjahreswert von -2% bis +2%.
  • Die Prognose „leicht über/unter Vorjahr“ entspricht einer Veränderung gegenüber dem Vorjahreswert von > +/-2%.
  • Die Prognose „deutlich über/unter Vorjahr“ entspricht einer Veränderung gegenüber dem Vorjahreswert von > +/-7,5%.

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