Ausblick. Aktualisierter Auszug aus dem Prognosebericht

24. Oktober 2019 - Auf der Basis der von uns erwarteten Marktentwicklung und der aktuellen Einschätzungen unserer Geschäftsfelder gehen wir davon aus, dass das Konzern-EBIT im Jahr 2019 deutlich unter dem Vorjahreswert liegen wird.

Konzern

Auf Basis der im Prognosebericht dargestellten Annahmen für die Entwicklung der für uns wichtigen Märkte und der aktuellen Einschätzungen der Geschäftsfelder erwartet Daimler, dass der Konzernabsatz im Jahr 2019 insgesamt in der Größenordnung des Vorjahres liegen wird.

Wir gehen davon aus, dass der Konzernumsatz im Jahr 2019 leicht zunehmen wird.

Bei Mercedes-Benz Cars dürften im Jahr 2019 vor allem die neue A-Klasse und die B-Klasse sowie die G-Klasse und der AMG GT für positive Impulse sorgen. Dämpfend auf die Umsatzentwicklung wirken hingegen die von uns erwartete Wechselkursentwicklung und Lebenszykluseffekte bei einigen Pkw-Modellen sowie auch eine veränderte Absatzstruktur. Vor diesem Hintergrund erwartet Mercedes-Benz Cars im Jahr 2019 einen Umsatz auf Vorjahresniveau.

Daimler Trucks rechnet nun im Zusammenhang mit der angepassten Absatzerwartung mit einem Umsatz in der Größenordnung des Vorjahres.

Die Geschäftsfelder Mercedes-Benz Vans und Daimler Mobility rechnen mit einem leichten Umsatzzuwachs.

Das Geschäftsfeld Daimler Buses erwartet eine deutliche Umsatzsteigerung.

Der erwartete Ergebnisrückgang wird sich zum Teil auch im Free Cash Flow des Industriegeschäfts niederschlagen. Außerdem werden sich die weiterhin hohen Vorleistungen für neue Produkte und Technologien belastend auswirken. Hinzu kommen die Kosten für das »Projekt Zukunft« zur Umsetzung der neuen Konzernstruktur.

Unter diesen Voraussetzungen gehen wir davon aus, dass der Free Cash Flow des Industriegeschäfts deutlich unter dem Vorjahreswert liegen wird.

Wie im Risiko- und Chancenbericht berichtet, ist Daimler behördlichen Anfragen, Ermittlungen, Untersuchungen, Anordnungen und Verfahren sowie Gerichtsverfahren im Zusammenhang mit Dieselabgasemissionen ausgesetzt. Da rechtliche Verfahren mit erheblichen Unsicherheiten behaftet sind, ist es möglich, dass sich die für sie gebildeten Rückstellungen im Rahmen von abschließenden Verfahrensentscheidungen teilweise als unzureichend erweisen. Infolgedessen könnten zusätzliche Aufwendungen entstehen, die sich abhängig vom Fortgang der Verfahren negativ auf die nachfolgend genannten Renditeerwartungen insbesondere der Geschäftsfelder Mercedes-Benz Cars und Mercedes-Benz Vans auswirken können.

Geschäftsfelder

Die einzelnen Geschäftsfelder haben für das Jahr 2019 folgende Renditeerwartungen:

  • Mercedes-Benz Cars: Umsatzrendite 3 % bis 5 %
  • Daimler Trucks: Umsatzrendite 6 % bis 8 %
  • Mercedes-Benz Vans: Umsatzrendite -15 % bis -17 %
  • Daimler Buses: Umsatzrendite 5 % bis 7 %
  • Daimler Mobility: Eigenkapitalrendite 17 % bis 19 %

Im Geschäftsfeld Daimler Trucks hat sich im dritten Quartal die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in den Lkw-Kernmärkten Europa und Nordamerika deutlich schneller als erwartet eingetrübt, so dass der Abschwung bereits im vierten Quartal dieses Jahres Auswirkungen auf das Ergebnis des Geschäftsfelds haben wird. Vor diesem Hintergrund rechnet Daimler Trucks nun mit einer Umsatzrendite von 6 bis 8 Prozent.

Unsere Absatzentwicklung wird maßgeblich von Lebenszykluseffekten bestimmter Baureihen beeinflusst. Insgesamt beabsichtigt Mercedes-Benz, im Jahr 2019 über ein Dutzend neue und überarbeitete Fahrzeuge auf den Markt zu bringen.

Vor allem unsere neuen Kompaktwagen, unter anderem die neue B-Klasse, die A-Klasse Limousine sowie der neue GLB, das achte Modell im Kompaktwagensegment, dürften sich positiv im Absatz niederschlagen. Absatzimpulse erwarten wir weiterhin auch im wachstumsstarken Segment der SUVs. Der neue GLE und der neue GLS dürften hierzu ebenso beitragen wie die Modellpflege des beliebten GLC.

Mercedes-AMG sollte auch im Jahr 2019 ein Garant für unseren Erfolg im Performance-Segment sein: Immer mehr Kunden begeistern sich für das attraktive und breit gefächerte Fahrzeugangebot unserer Sportwagen- und Performance-Marke, das wir kontinuierlich weiterentwickeln.

Die batterieelektrischen smart Modelle machen den Einstieg in die Elektromobilität so attraktiv wie noch nie. Sie verbinden die Agilität des smart mit lokal emissionsfreiem Fahren – die ideale Kombination für urbane Mobilität.

In der NAFTA-Region erwarten wir weiterhin, unseren Absatz im Vergleich zum Vorjahr leicht steigern zu können.

In Japan gehen wir davon aus, dass unsere Verkäufe in der Größenordnung des Vorjahres liegen werden.

In Brasilien rechnen wir mit einem Absatz, der das niedrige Niveau des Vorjahres deutlich übertrifft.

Für die Region EU30, Indien und Indonesien gehen wir jetzt davon aus, dass unsere Verkäufe deutlich unter den Vorjahreswerten liegen werden.

Die deutlich rückläufigen Verkaufszahlen in der Türkei werden weiterhin stark durch die bestehenden erheblichen wirtschaftlichen Unsicherheiten geprägt sein.

Das Absatzwachstum in der Region EU30 und USA kompensiert dabei Rückgänge, beispielsweise in Russland und in der Türkei. Positiv entwickelt sich insbesondere der Absatz des neuen Sprinter, der Mitte 2018 eingeführt wurde.

Daimler Buses geht davon aus, die Marktführerschaft in seinen wichtigsten klassischen Kernmärkten bei den Bussen über 8 t behaupten zu können. Für das Jahr 2019 rechnen wir nun insgesamt mit einer leichten Absatzsteigerung.

Dabei unterstellen wir ein leichtes Absatzwachstum in der Region EU30 und eine deutlich positive Absatzentwicklung in Indien.

Für Lateinamerika (ohne Mexiko) wird ein Absatz leicht über Vorjahresniveau erwartet.

Daimler Mobility erwartet für das Jahr 2019 weiteres Wachstum beim Vertragsvolumen. Das Neugeschäft wird nun aufgrund einer geringeren Penetrationsrate in der Größenordnung des Vorjahres erwartet.

Durch höhere Effizienzen in den traditionellen Vertriebskanälen, die Digitalisierung des Kundenkontakts sowie des Flottenmanagements erschließen wir neue Marktpotenziale.

Investitionen, F&E-Ausgaben und Personalbestand

Um unsere anspruchsvollen Wachstumsziele zu erreichen, sollten unsere Investitionen in Sachanlagen trotz eines leichten Rückgangs gegenüber dem Jahr 2018 (i. V. 7,5 Mrd. €) weiterhin ein sehr hohes Niveau erreichen.

Mercedes-Benz Cars setzt im Jahr 2019 seine Produktoffensive fort. Umfangreiche Mittel sind auch für die Neuausrichtung unserer deutschen Produktionsstandorte, den Ausbau des internationalen Produktionsverbundes sowie das weltweite Produktionsnetzwerk für die Elektromobilität vorgesehen. Darüber hinaus investiert das Geschäftsfeld in die technologischen Zukunftsfelder.

Daimler Trucks investiert im Jahr 2019 vor allem in neue Produkte und Folgegenerationen für bestehende Produkte, globale Komponentenprojekte sowie in die Optimierung des weltweiten Produktions- und Vertriebsnetzwerks.

Die Forschungs- und Entwicklungsleistungen werden in der Größenordnung des Vorjahres (i. V. 9,1 Mrd. €) liegen.

Bei Mercedes-Benz Cars fließt ein Großteil in die Erneuerung des Produktportfolios. Die wichtigsten Einzelprojekte sind hier die Nachfolgemodelle für die C-Klasse und die S-Klasse, die neuen Kompaktfahrzeuge sowie der Ausbau der Modellpalette der Produkt- und Technologiemarke EQ. Außerdem arbeiten wir in erheblichem Umfang an neuen, emissionsarmen Verbrennungsmotoren, der Elektromobilität, der Konnektivität unserer Fahrzeuge sowie an innovativen Sicherheitstechnologien für das automatisierte und autonome Fahren.

Auch bei Daimler Trucks spielen die Themen automatisiertes Fahren, Elektromobilität sowie Konnektivität eine wichtige Rolle. Weitere Schwerpunkte sind die Nachfolgegenerationen für bestehende Produkte, Kraftstoffeffizienz und Emissionsreduzierung sowie maßgeschneiderte Produkte und Technologien für wichtige Wachstumsmärkte.

Vor dem Hintergrund weiterer Effizienzsteigerungen im Rah-men der mittel- und langfristig ausgerichteten Programme zur strukturellen Verbesserung unserer Geschäftsprozesse gehen wir davon aus, dass unsere Wachstumsziele mit einem nur geringfügig wachsenden Personalbestand erreicht werden können.

Hinweise

Diese Seite wurde auf Basis des Zwischenberichts für das dritte Quartal 2019 überarbeitet und enthält vorausschauende Aussagen.

Daimler ist mit der Guidance für das Geschäftsjahr 2019 dazu übergegangen, für die Prognose der Profitabilität der Geschäftsfelder anstelle des EBIT für die automobilen Geschäftsfelder die Umsatzrendite und für Daimler Financial Services die Eigenkapitalrendite heranzuziehen. Damit stellen wir eine Verbindung zwischen den Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr und den strategischen Zielrenditen her.

Die divisionalen Umsatz- bzw. Eigenkapitalrenditen werden anhand von Bandbreiten prognostiziert.

Für das EBIT des Daimler-Konzerns behalten wir die bisherige Methodik einer komparativen Prognose bei; eine Anpassung haben wir jedoch bei den Prognose-Sensitivitäten vorgenommen:

  • Die Prognose „auf dem Niveau des Vorjahres“ entspricht einer Veränderung gegenüber dem Vorjahreswert von -5% bis +5%.
  • Die Prognose „leicht über/unter Vorjahr“ entspricht einer Veränderung gegenüber dem Vorjahreswert von > +/-5%.
  • Die Prognose „deutlich über/unter Vorjahr“ entspricht einer Veränderung gegenüber dem Vorjahreswert von > +/-15%.

Sowohl für den Konzern als auch für die Geschäftsfelder wurden darüber hinaus die Prognose-Sensitivitäten für die weniger volatilen Berichtsgrößen Absatz und Umsatz wie folgt angepasst:

  • Die Prognose „auf dem Niveau des Vorjahres“ entspricht einer Veränderung gegenüber dem Vorjahreswert von -2% bis +2%.
  • Die Prognose „leicht über/unter Vorjahr“ entspricht einer Veränderung gegenüber dem Vorjahreswert von > +/-2%.
  • Die Prognose „deutlich über/unter Vorjahr“ entspricht einer Veränderung gegenüber dem Vorjahreswert von > +/-7,5%.

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