Ausblick

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Stand: 26. Juli 2018 – Zwischenbericht Q2 2018

Auf der Basis dieser Effekte sowie der erwarteten Marktentwicklung und der aktuellen Einschätzungen der Geschäftsfelder geht Daimler davon aus, dass das Konzern-EBIT im Jahr 2018 leicht unter dem Niveau des Vorjahres liegen wird.

Auf Basis der insgesamt positiven Absatzentwicklung geht Daimler davon aus, dass der Konzernumsatz im Jahr 2018 leicht zunehmen wird. In den Geschäftsfeldern Mercedes-Benz Vans, Daimler Trucks und Daimler Financial Services rechnet das Unternehmen mit einem deutlichen Umsatzanstieg. Im Geschäftsfeld Mercedes-Benz Cars wirken die erwarteten Wechselkursentwicklungen und Lebenszykluseffekte bei einigen Modellen dämpfend auf die Umsatzentwicklung, weshalb für Mercedes-Benz Cars mit einem Umsatz auf dem hohen Vorjahresniveau gerechnet wird. Auch für das Geschäftsfeld Daimler Buses wird nun mit einem Umsatz in der Größenordnung des Vorjahres gerechnet.

Ende März 2018 haben Daimler und die BMW Group die Absicht bekanntgegeben, vorbehaltlich der Prüfung und Freigabe durch die zuständigen Wettbewerbsbehörden, ihre bestehenden Angebote für On-Demand-Mobilität in den Bereichen Carsharing, Ride-Hailing, Parking, Charging und Multimodalität zusammenzuführen und künftig strategisch weiter auszubauen. Dazu haben die beiden Unternehmen eine Vereinbarung zur Zusammenlegung ihrer Geschäftseinheiten für Mobilitätsdienste unterzeichnet. Beide Unternehmen sollen jeweils 50% der Anteile an den geplanten Gemeinschaftsunternehmen der Mobilitätsdienste beider Konzerne halten. Die Gründung der Gemeinschaftsunternehmen wird bei Daimler Financial Services zu einem signifikanten positiven Bewertungs- und Ergebniseffekt führen, der im nachstehenden EBIT-Ausblick berücksichtigt ist.

Wie in der Ad-hoc-Mitteilung vom 20. Juni bekanntgegeben, hat Daimler wegen aktueller Entwicklungen eine Neueinschätzung des Ergebnispotenzials für das Geschäftsjahr 2018 vorgenommen. Maßgeblich dafür war, dass bei Mercedes-Benz Cars aufgrund der erhöhten Einfuhrtarife für US-Fahrzeuge in den chinesischen Markt von geringeren als bisher erwarteten SUV-Absätzen sowie höheren – nicht vollständig an die Kunden weiterzugebenden – Kosten auszugehen ist. Dieser Effekt kann durch eine Neuallokation der Fahrzeuge in andere Märkte nicht vollständig kompensiert werden. Maßgeblich ist weiter, dass in der zweiten Jahreshälfte im Zusammenhang mit dem Zertifizierungsprozess nach dem neuen Standard WLTP (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure) mit Belastungen zu rechnen ist. Des Weiteren wird das Ergebnis von Mercedes-Benz Vans im Zusammenhang mit dem Rückruf von Diesel-Fahrzeugen belastet. Zudem wird das Ergebnis des Geschäftsbereichs Daimler Buses durch die schwächere Nachfrage als erwartet in Lateinamerika negativ beeinflusst.

Aufgrund mehrerer Faktoren wird es bei Mercedes-Benz Cars im weiteren Jahresverlauf zu vorübergehenden Einschränkungen bei der Verfügbarkeit von Fahrzeugen kommen. Das bedeutet auch, dass manche Kunden auf margenschwächere Fahrzeuge umsteigen müssen. Zu den Faktoren gehören unter anderem die bekannten Auslieferstopps für einige Diesel-Modelle sowie Herausforderungen in der Lieferkette. Zudem dauert die Zertifizierung von Fahrzeugen in einigen internationalen Märkten derzeit länger als üblich. Daimler arbeitet seit längerer Zeit mit Hochdruck an Software-Updates, der Umstellung des europäischen Teststandards auf WLTP sowie der Klärung offener technischer und rechtlicher Fragen. Daher ist Daimler bei der Zertifizierung neuer Modelle teilweise nicht so weit wie erwartet. Entsprechend geht Daimler aus heutiger Sicht davon aus, dass das EBIT von Mercedes-Benz Cars im dritten Quartal deutlich unter dem Niveau des zweiten Quartals 2018 sowie des dritten Quartals 2017 liegen wird und dass die Bestände temporär ansteigen werden. Aufgrund der unverändert hohen Nachfrage nach Mercedes-Benz Fahrzeugen rechnet das Unternehmen jedoch damit, dass sich die Situation im vierten Quartal wieder normalisieren wird und die Bestände bis zum Jahresende 2018 wieder abgebaut werden können. Die beschriebenen Faktoren gelten sinngemäß auch für Mercedes-Benz Vans. Es muss deshalb davon ausgegangen werden, dass auch das Geschäft von Mercedes-Benz Vans beeinträchtigt wird.

Auf der Basis dieser Effekte sowie der erwarteten Marktentwicklung und der aktuellen Einschätzungen der Geschäftsfelder geht Daimler davon aus, dass das Konzern-EBIT im Jahr 2018 leicht unter dem Niveau des Vorjahres liegen wird.

Die einzelnen Geschäftsfelder haben für das Jahr 2018 folgende Erwartungen für das EBIT:

  • Mercedes-Benz Cars: leicht unter Vorjahresniveau,
  • Daimler Trucks: deutlich über Vorjahresniveau,
  • Mercedes-Benz Vans: deutlich unter Vorjahresniveau,
  • Daimler Buses: in der Größenordnung des Vorjahres und
  • Daimler Financial Services: in der Größenordnung des Vorjahres.

Trotz nochmals höherer Vorleistungen für neue Produkte und Technologien dürfte der Free Cash Flow des Industriegeschäfts deutlich über dem Niveau des Vorjahres liegen und auch die Dividendenausschüttung im Jahr 2018 übertreffen. Dabei muss jedoch berücksichtigt werden, dass der Free Cash Flow des Industriegeschäfts im Jahr 2017 durch eine außerordentliche Zuführung in Höhe von 3 Mrd. € in das deutsche Pensionsvermögen der Daimler AG geschmälert wurde.

Um die anspruchsvollen Wachstumsziele zu erreichen, werden die bereits sehr hohen Investitionen in Sachanlagen (i. V. 6,7 Mrd. €) im Jahr 2018 leicht erhöht werden. Sowohl Mercedes-Benz Cars als auch Daimler Trucks werden im Jahr 2018 vor allem in Folgegenerationen für bestehende Produkte, in neue Produkte, in globale Komponentenprojekte, in den Ausbau der Produktionskapazitäten und in die Optimierung des internationalen Produktionsnetzwerks sowie das weltweite Produktionsnetzwerk für die Elektromobilität investieren.

Auch bei den Forschungs- und Entwicklungsleistungen werden Umfänge leicht über dem Niveau des Vorjahres von 8,7 Mrd. € erwartet. Zu den wesentlichen Einzelprojekten bei Mercedes-Benz Cars gehören die Nachfolgemodelle der aktuellen S-Klasse sowie der C-Klasse. Außerdem wird in neue effizientere Motoren, alternativ angetriebene Fahrzeuge und Antriebssysteme, autonomes Fahren und in Konnektivität investiert. Bei Daimler Trucks liegen die Schwerpunkte auf Aktivitäten in den Bereichen Kraftstoffeffizienz und Emissionsreduzierung sowie bei Aufwendungen für maßgeschneiderte Produkte und Technologien für wichtige Wachstumsmärkte. Außerdem gewinnen die Zukunftstechnologien Elektromobilität, Konnektivität und automatisiertes Fahren weiter an Bedeutung.

Vor dem Hintergrund weiterer Effizienzsteigerungen im Rahmen der mittel- und langfristig ausgerichteten Programme zur strukturellen Verbesserung der Geschäftsprozesse geht das Unternehmen davon aus, dass die Wachstumsziele mit einem nur geringfügig wachsenden Personalbestand erreicht werden können.

Weiterführende Informationen finden Sie in den ausführlichen Geschäfts- und Zwischenberichten sowie den ergänzenden Dateien und Berichtsformaten.

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