Fragen und Antworten zur Daimler-Hauptversammlung

Jedes Jahr kommen der Vorstand, der Aufsichtsrat und die Aktionäre der Daimler AG zur Hauptversammlung in Berlin zusammen. Aber worum geht es an diesem Tag, wer geht außerdem hin und was passiert hinter den Kulissen?

Weitere Fragen und Antworten finden Sie in den Kategorien Aktie und Dividende & Versteuerung.

Einmal im Jahr treffen Aktionäre mit dem Vorstand und dem Aufsichtsrat einer Aktiengesellschaft zusammen. Daimler lädt dazu alle seine Anteilseigner zur Hauptversammlung nach Berlin ein – Kleinaktionäre ebenso wie Großaktionäre und institutionelle Anleger. Dort werden sie über den Jahresabschluss und die aktuellen Entwicklungen im Unternehmen informiert. Jeder Aktionär hat das Recht, sich zu Wort zu melden und kann Fragen an den Vorstand richten. Als Anteilseigner der Aktiengesellschaft entscheiden die Aktionäre auch über wichtige Themen, wie zum Beispiel über die Verwendung des Bilanzgewinns, die Höhe der Dividende, die Entlastung des Vorstandes und die Besetzung des Aufsichtsrats. Auch das Projekt Zukunft bedarf der Zustimmung der Hauptversammlung. Bei der Abstimmung gilt: Jede Aktie hat eine Stimme.

Die Hauptversammlung startet traditionell um 10:00 Uhr. Der Versammlungsleiter und Aufsichtsratsvorsitzende eröffnet die Veranstaltung und erstattet den Bericht des Aufsichtsrats. Danach informiert der Vorstandsvorsitzende über das zurückliegende Geschäftsjahr und die Perspektive für die Zukunft. Anschließend findet die so genannte Generaldebatte über alle Punkte der Tagesordnung statt: Allen Aktionären, die sich rechtzeitig zu Wort gemeldet haben, wird im Verlauf der Debatte das Wort erteilt. Der Vorstand und in besonderen vorstands- und aufsichtsratsbezogenen Angelegenheiten der Aufsichtsratsvorsitzende beantworten die von den Aktionären gestellten Fragen. Im Anschluss an die Debatte wird über die Beschlussvorschläge von Vorstand und Aufsichtsrat zu den einzelnen Tagesordnungspunkten und über eventuelle Anträge der Aktionäre abgestimmt.

Mit ihrer Abstimmung über die Beschlussvorschläge nehmen die Aktionäre an wichtigen Unternehmensentscheidungen teil. Zu den Tagesordnungspunkten können sie auch selbst sogenannte Gegenanträge stellen. Außerdem haben die Aktionäre das Recht auf Auskunft über die Angelegenheiten der Gesellschaft. Das heißt, sie können in der Hauptversammlung nicht nur sprechen, sondern auch Fragen stellen. Der Vorstand ist dann zur Auskunft verpflichtet, soweit die Auskunft zur sachgemäßen Beurteilung der Tagesordnung der Hauptversammlung erforderlich ist und nicht ausnahmsweise ein gesetzliches Auskunftsverweigerungsrecht besteht.

Viele Fragen, die auf der Hauptversammlung gestellt werden, beziehen sich auf Themen, die dem Vorstand hinlänglich bekannt sind. Aber es werden auch Fragen gestellt, die entweder spezielle Themen zum Gegenstand haben oder detaillierte Auskünfte verlangen. Damit der Vorstand in kurzer Zeit jedem Aktionär eine korrekte Auskunft geben kann, wird er von einem Beraterstab unterstützt. Der Beraterstab setzt sich aus Vertretern unterschiedlicher Fachbereiche zusammen. Alle Expertenteams treffen sich am Tag der Hauptversammlung in Stuttgart-Möhringen und verfolgen die Hauptversammlung in Berlin per Videoübertragung. Neben dem Vorstandsvorsitzenden und dem Finanzvorstand steht auch der Aufsichtsratsvorsitzende den Aktionären zu bestimmten vorstands- und aufsichtsratsbezogenen Themen Rede und Antwort.

Im Interesse eines straffen und effizienten Ablaufs der Hauptversammlung hat es sich bewährt, dass die Sprecher auf Seiten der Aktionäre in Gruppen zusammengefasst werden und dass der Vorstandsvorsitzende und der Finanzvorstand stellvertretend für den Vorstand der Daimler AG sowie der Versammlungsleiter als Aufsichtsratsvorsitzender auf diese Fragen antworten. Dabei beantworten der Vorstandsvorsitzende und der Finanzvorstand die Fragen zum Geschäft und zur Strategie und der Versammlungsleiter die Fragen zur Versammlungsleitung, zum Aufsichtsrat und zu Vorstandsangelegenheiten.

Am Rande der Hauptversammlung informiert Daimler seine Aktionäre über wichtige Konzernthemen sowie über innovative Fahrzeugkonzepte. So werden im Ausstellungsbereich beispielsweise Konzeptfahrzeuge präsentiert. Gezeigt werden könnten zudem die smart-Modellreihe mit der smart EQ control App, die neuesten Modelle der A-Klasse bis hin zum GLE und dem AMG GT Roadster oder ein neuer Silberpfeil. Im Mittelpunkt steht i.d.R. ein modernes Produkthighlight, wie z.B. der neuste Elektro-PKW EQC. Die E-Modelle der jeweiligen Geschäftsfelder wie z.B. der EQV, der eCanter und der eCitaro können ebenfalls ausgestellt werden.

Die Daimler Mobility AG kann Produkte aus unserem breiten Mobilitätsportfolio vorstellen – angefangen bei klassischen Leasing- und Finanzierungsprodukten, über Mercedes-Benz Rent bis hin zum Joint Venture NOW.

Meist gibt es auch einen Stand, auf dem Daimler sein weltweites gesellschaftliches Engagement vorstellt, das aktiv auf den Einklang von Mobilität und gesellschaftlich nachhaltiger Entwicklung setzt.

Mit dabei sind meistens auch Auszubildende aus den Werken Untertürkheim und Sindelfingen. Unter dem Begriff „Zukunftswerkstatt“ zeigen sie Visionen und Innovationen für die Produktion von morgen sowie den aktuellen Stand der Technik von heute. Smart Factory, Elektrifizierung, Digitalisierung stehen im Fokus. Im Gepäck haben sie dazu passende Exponate – unter anderem einen 3D-Drucker, der Werkzeuge und Kleinteile produziert.

Der Infocounter von Investor Relations ist für die Anteilseigner der Daimler AG besonders wichtig. Hier werden unter anderem der Geschäftsbericht, Broschüren und die Rede des Vorstandsvorsitzenden verteilt. Das dort anwesende Daimler-Personal beantwortet außerdem weitere Fragen zur Hauptversammlung.

Mit den Vorbereitungen wird etwa ein halbes Jahr vorher begonnen. Dabei wird zwischen aktienrechtlichen und organisatorischen Vorbereitungen unterschieden.

Zur aktienrechtlichen Vorbereitung gehören unter anderem der Einladungs- und Veröffentlichungsprozess, die Erstellung der Tagesordnung, die Bearbeitung von Gegenanträgen und der Leitfaden für den Versammlungsleiter. Dabei müssen sehr formale aktienrechtliche Regelungen beachtet werden, um sogenannte Anfechtungsklagen zu vermeiden, mit denen ein einzelner Aktionär die Beschlüsse der Hauptversammlung zu Fall bringen könnte. Außerdem muss die Koordination der Fragenbeantwortung und die Unterstützung der Versammlungsleitung durch das Expertenteam in Stuttgart und in Berlin geplant werden.

Zur organisatorischen Vorbereitung gehören unter anderem die Anmietung der Location, die Angebotseinholung und Beauftragung von Agenturen und Dienstleistern, die Festlegung des Ausstellungskonzeptes und der Produktpräsentation. Die Einladungsunterlagen an die Aktionäre und die Eintrittskarten müssen gedruckt und versandt und der Einsatz des Daimler-Personals in Berlin muss geplant werden. Dazu werden diverse Schulungsunterlagen und Richtlinien erstellt.

Zirka eine Million Aktionäre erhalten eine Einladung. Davon kommen in der Regel etwa 6.000 persönlich zur Hauptversammlung.

Wer nicht persönlich zur Hauptversammlung erscheinen kann, darf auch Dritte zur Ausübung des Stimmrechts bevollmächtigen. Neben Aktionärsvereinigungen oder den depotführenden Banken können das vor allem auch zwei dafür ausgewählte Mitarbeiter der Daimler AG, so genannte Stimmrechtsvertreter der Gesellschaft, sein. Letztere stimmen ausschließlich nach den Weisungen des zu vertretenden Aktionärs ab. Alternativ können die Aktionäre ihre Stimmen auch per Briefwahl abgeben.

Die Hauptversammlung ist nicht die einzige Gelegenheit für Aktionäre, sich über das Unternehmen zu informieren. Alles, was sie wissen müssen, finden die Aktionäre das ganze Jahr über auf der Daimler-Webseite und in den Geschäfts- und Quartalsberichten. Außerdem informieren die Kollegen aus dem Bereich Investor Relations institutionelle Investoren – also zum Beispiel Fondsmanager, Banken und Versicherungen sowie Analysten, Ratingagenturen und die privaten Anleger regelmäßig über die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens und beantworten täglich ihre Fragen. Für institutionelle Anleger und Analysten werden regelmäßig Roadshows in den Finanzzentren Europas, Nordamerikas, Asiens und Australiens veranstaltet.

Die Hauptversammlung ist eine aktienrechtlich vorgeschriebene Veranstaltung, die mindestens einmal im Jahr durchgeführt werden muss. Bestimmte, im Gesetz festgelegte Maßnahmen können Vorstand und Aufsichtsrat nur mit Zustimmung der Hauptversammlung durchführen: zum Beispiel eine Kapitalerhöhung, den Erwerb eigener Aktien oder bestimmte grundlegende Veränderungen der Konzernstruktur – wie das Projekt Zukunft. Die Hauptversammlung wählt auch die Aufsichtsratsmitglieder der Kapitalseite und nimmt damit unmittelbar Einfluss auf die Besetzung des Kontrollorgans im Unternehmen und mittelbar auch auf die Besetzung des Vorstands, der vom Aufsichtsrat bestellt wird. Die Hauptversammlung bietet außerdem eine Plattform, um mit den Anteilseignern in Dialog zu treten, ihre Erwartungen aufzunehmen und sie vom Potenzial des Unternehmens und der Attraktivität der Daimler-Aktie zu überzeugen. Außerdem kommen in der Regel zwischen achtzig und hundert Journalisten zur Hauptversammlung, so dass diese auch ein wichtiges mediales Ereignis darstellt.

Alle Informationen zur Daimler-Hauptversammlung 2019 liefert die dazugehörige Seite.

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