Creative Technologist Interview mit Giorgio Corbellini

Italien, Frankreich, Schweiz und jetzt Stuttgart: das waren die Stationen von Giorgio Corbellinis internationaler Reise, bevor er zu FleetBoard kam. Wir sprachen mit dem selbsterklärten kreativen Technologen über Elevator Pitches, Shark Tank und die Möglichkeit, sich die eigene Berufsbezeichnung selbst aussuchen zu können.

Hallo Herr Corbellini, könnten Sie sich bitte unseren Lesern vorstellen?

Mein Name ist Giorgio Corbellini. Ich bin in Rom geboren und aufgewachsen, wo ich auch Telekommunikationstechnik studiert habe. Nach meinem Studium zog ich nach Grenoble und promovierte in Informatik im Bereich drahtlose Sensornetzwerke für die Französische Atomenergiebehörde (CEA). Danach kam ich zu Disney Research in Zürich und arbeitete an verschiedenen Arten von neuartigen Kommunikationstechnologien und Mensch-Computer-Interaktionssystemen zusammen mit herausragenden Forschern aus aller Welt. Ende 2016 habe ich mich entschlossen, meiner Karriere eine neue Richtung zu geben und die Industrieforschung zu verlassen. Ich kam zum TEDS-Team hier bei Daimler FleetBoard in Stuttgart. TEDS ist die Abkürzung für Trucks Europe Digital Solutions. In meiner jetzigen Tätigkeit befasse ich mich tagtäglich mit Innovation, neuen Technologien und Dienstleistungen. Alles Dinge, die ich mag. Hier stehe ich regelmäßig mit Akademikern, Start-ups, Risikokapitalgebern und vielen verschiedenen Stakeholdern in Kontakt, die im Logistikbereich tätig sind.

Warum haben Sie sich Daimler als Arbeitgeber ausgesucht?

Nachdem ich den Entschluss gefasst hatte, in der Automobilindustrie arbeiten zu wollen, bewarb ich mich beim meiner Meinung nach besten Unternehmen in diesem Bereich. Daimler bietet eine moderne Arbeitsumgebung mit internationalen Kollegen. Nach meinen Vorstellungsgesprächen war mir klar, dass Daimler das Unternehmen ist, nach dem ich suchte.

Was haben Sie gemacht, bevor Sie zu Daimler gekommen sind? Was sind Ihre bisherigen Erfahrungen bei Daimler?

Nach dem Abschluss meines Studiums habe ich mich stets nach den besten Arbeitsmöglichkeiten umgeschaut. Die fünf Jahre bei der Walt Disney Company waren eine äußerst bereichernde Erfahrung. Ich habe viele Dinge gelernt, die ich nie vergessen werde. Als meine Entscheidung feststand, den Arbeitsplatz zu wechseln, wollte ich auf keinen Fall in einem weniger anspruchsvollen und ansprechenden Umfeld arbeiten.

Meine ersten sieben Monate bei Daimler haben meine Erwartungen voll und ganz erfüllt.

Bisher habe ich jeden Tag etwas Neues gelernt, und das motiviert mich. Wenn ich mit einigen Kollegen spreche, die schon seit Jahren für Daimler arbeiten, verstehe ich, dass dort momentan ein gewaltiger kultureller Wandel auf allen Ebenen stattfindet. Es ist schon jetzt ein großartiges Unternehmen – daher freue ich mich sehr darauf, was die Zukunft bringen wird.

Daimler will das Beste aus der Firmen- und Start-up-Welt zusammenbringen. Wie arbeiten Sie und wie ist die Atmosphäre?

Das Team, in dem ich arbeite, hat das Ziel, die Welt der Logistik zu optimieren. Deshalb entwickelt das Management nahtlose Prozesse für die Bedürfnisse unserer Kunden. Hierzu fließen kontinuierlich neue Ideen aus allen möglichen Richtungen ein (Kundeninterviews, Ideenworkshops, andere Kollegen, die uns Mails schicken). Wir haben ein Auswahlverfahren, bei dem die besten Ideen identifiziert und vor einem Expertengremium des Digital Product Teams vorgestellt werden. Diese Präsentationen werden auch "Elevator Pitches" oder "Aufzugspräsentationen" genannt. Sie müssen kurz, fokussiert und klar sein. Wenn ein Projekt durch das DPT genehmigt wird, beginnt meine Lieblingsphase, das Prototyping. In einem Zeitraum von vier Wochen wächst die Idee, ändert und entwickelt sich und kann am Ende ganz anders als am Anfang aussehen. In diesen Phasen arbeiten wir im Sprint-Modus und interagieren jedes Mal mit verschiedenen Kollegen, denn jede Idee erfordert unterschiedliche Fähigkeiten. Die Vielfalt der einzelnen Projekte ist der Grund, warum wir in unserem Team viele unterschiedliche Profile wie Entwickler oder Physiker haben. Am Ende der Prototyping-Phase wird die Idee erneut präsentiert – im sogenannten "Shark Tank". Wenn in den vier Wochen keine wirklich solide Geschichte mit einem Geschäftsmodell und Kundeninterviews auf die Beine gestellt werden konnte, wird sie von den Haien zerrissen. Bisher wurden in weniger als einem Jahr mehr als 30 Ideen vorgestellt. Neun davon haben das Haifischbecken überstanden und gehen nun in die letzte Phase der Umsetzung. Obwohl die Erfahrung manchmal hart ist, wenn eine Idee keinen Erfolg hat, gibt es aus jedem Projekt immer etwas zu lernen.

Bitte erzählen Sie uns etwas mehr über Ihr Team und Ihre Arbeit. Welche Herausforderungen haben Sie? Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus?

Dreh- und Angelpunkt unserer Arbeit ist der Innovationstrichter, und jeder von uns ist an mindestens einem Projekt beteiligt. Es gibt daher kein typisches Tagesgeschäft, weil sich die Aktivitäten fortlaufend ändern. Im Moment bin ich an drei Projekten beteiligt: Ein Projekt, das beim nächsten Meeting vorgestellt wird, ein Projekt in der Prototyping-Phase und ein Projekt, das sich bereits in der Implementierungsphase befindet. Ich habe mit Lkw-Fahrern, Anwälten, Vermarktern, Softwareentwicklern und Geschäftsentwicklern zu tun. Es ist spannend und nie langweilig! Darüber hinaus engagiere ich mich regelmäßig in der Startup Community in Deutschland, aber auch im Ausland. Außerdem betreue ich ein Team von Masterstudierenden, einige vom KIT in Karlsruhe und einige vom TCD in Dublin in einem Projekt zum Thema Design Thinking.

Welche Profile suchen Sie in Ihrem Team? Welche Fähigkeiten und Erfahrungen sollten Kandidaten mitbringen?

Bei jeder Person, die wir einstellen, schauen wir nach besonderen Fähigkeiten, die uns noch fehlen. Viele von uns haben einen technischen Hintergrund, und ein gewisses Maß an Technikaffinität ist erforderlich. Außerdem suchen wir Mitarbeiter, die keine Angst haben, ihre Komfortzone zu verlassen und bereit sind, schnell Verantwortung für ihre Entscheidungen zu übernehmen. Menschen mit schneller Auffassungsgabe sind in unserem Team immer willkommen! Und es wäre natürlich toll, wenn Sie in Ihrem Berufsleben bereits internationale Erfahrung gesammelt haben.

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