Big Data Solutions Interview mit Patrick Ketterl

Patrick Ketterl beschäftigt sich mit fahrzeugnaher Software-Entwicklung. Im Interview berichtet er davon, was ihn an Big Data fasziniert und welche Kompetenzen in seinem Bereich gefragt sind.

Hallo Herr Ketterl, bitte stellen Sie sich unseren Leserinnen und Lesern kurz vor.
Ich heiße Patrick Ketterl und arbeite seit acht Jahren bei Daimler. Ich habe an der Hochschule Pforzheim Wirtschaftsingenieurwesen mit Hauptfach Informationstechnologie studiert. Nach praktischen Erfahrungen während des Studiums bei Daimler, BMW und Agilent Technologies sowie einigen Stationen innerhalb der Daimler IT-Entwicklung bin ich heute für fahrzeugnahe Software-Entwicklung zuständig.

Warum haben Sie sich für Daimler als Arbeitgeber entschieden?
Für mich war relativ schnell klar, dass es mich in die Automobilindustrie zieht. Ich habe mich schon immer für Autos interessiert. Emotionale Produkte, vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten und die Chance, auch mal international eingesetzt zu werden, waren einige der Gründe, die für mich ausschlaggebend waren.

Wie sieht Ihr bisheriger Weg bei Daimler aus – beginnend beim ersten Tag im Unternehmen bis heute?
Ich bin mitten in der Wirtschaftskrise 2009 mit dem Studium fertig geworden. Deswegen hat es mich umso mehr gefreut, dass es mit einer Stelle bei meinem Wunscharbeitgeber geklappt hat. Als Trainee konnte ich 15 Monate lang verschiedene Bereiche bei Daimler kennenlernen: Ich war in der IT-Entwicklung, in der Erprobungsplanung bei Daimler Trucks und im PKW-Gesamtfahrzeugversuch. Nach Abschluss des CAReer-Programms habe ich unterschiedliche Aufgaben in einem großen Software-Entwicklungsprojekt übernommen. Zum Beispiel die Lieferantensteuerung und Gesamtprojektleitung. Nach fast fünf Jahren habe ich mich dann entschieden, ein neues Kapitel aufzuschlagen und die Verantwortung für das Test- und Releasemanagement zu übernehmen. Die Herausforderung dabei war, zweimal im Jahr über 30 untereinander verbundene Systeme fehlerfrei auf eine neue Version zu bringen. Anfang 2016 bekam ich dann die tolle Chance, an einem großen Big Data Projekt für die Entwicklung des autonomen Fahrens mitzuarbeiten. Ein sehr spannendes Thema, in dem ich aktuell unterwegs bin!

In aller Kürze: Was ist Big Data eigentlich? Was fasziniert Sie daran?
Wir sprechen von einem Big Data Szenario, wenn die Grenze der traditionellen Datenverarbeitung erreicht ist. Diese Grenze kann aufgrund der Datenmenge, der Geschwindigkeit, mit der die Daten erzeugt werden, oder der Vielfalt verschiedener Daten entstehen. Bei meinem aktuellen Projekt treffen alle drei Kriterien zu: Messdaten, die bei der Entwicklung des autonomen Fahrens anfallen, entstehen so schnell und sind viel zu groß, um sie mit normalen Tools und Methoden zu verarbeiten. Zudem nutzt man je nach Sensorik und Anwendungsfall andere Datenformate, die erstmal auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden müssen, um sie im Nachgang zu analysieren. Faszinierend ist für mich, dass es aufgrund der enormen Datenmenge jetzt möglich ist, Muster zu erkennen. So können wir schneller Fehler und Verbesserungspotentiale für die Weiterentwicklung der Sensoren, Steuergeräte und Algorithmen in selbstfahrenden Fahrzeugen identifizieren.

Erzählen Sie uns bitte ein bisschen mehr über Ihr Team und Ihre Aufgaben. Welche Herausforderungen meistern Sie im Moment?
Die größte Herausforderung ist, dass wir an einem Zukunftsthema arbeiten. Wir möchten eine Gesamtlösung für die enormen Datenmengen in der Entwicklung aufbauen, für die es aktuell wenige Beispiele, geschweige denn etablierte Standards gibt. Eine neue Technik kann sich bald schon als „veraltet“ herausstellen, eine neue Methode als Sackgasse. Wir arbeiten agil nach Scrum, um flexibel auf Veränderungen im Umfeld von Big Data reagieren zu können und haben immer das „große Ganze“ im Blick. Unsere Projektgruppe besteht neben meinem Team aus anderen Fachbereichen, Entwicklungspartnern und den beteiligten IT-Bereichen. Dass sie alle über mehrere Kontinente und Zeitzonen verteilt sind, macht die Aufgabe umso spannender.

Welche Kompetenzen sind für die Mitarbeit in Ihrem Bereich gefragt?
Um schneller als der Wettbewerb zu sein, müssen wir schon mal traditionelle Prozesse kreativ abkürzen oder parallel an mehreren Möglichkeiten arbeiten. Der Umsetzungsdruck ist hoch, das wirkt sich auch auf unser Projekt aus. Wir suchen flexible Köpfe, die über den Tellerrand schauen und pragmatisch an Lösungen arbeiten. Die Kollegen in meinem Projekt haben alle großes Interesse an neuen Technologien und Methoden sowie den Willen, eine Vision bis zur Umsetzung zu verfolgen.

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