Promovierende im IT-Innovationsmanagement Interview mit Shéhérazade Benzerga

Shéhérazade Benzerga ist Doktorandin und beschäftigt sich in ihrer Dissertation mit der digitalen Transformation, also dem Weg von klassischen hin zu digitalen Geschäftsmodellen eines Unternehmens. Warum sie sich für Daimler entschieden hat und was sie besonders überrascht hat, erzählt sie im Interview.

Frau Benzerga, stellen Sie sich unseren Leserinnen und Lesern bitte vor.
Mein Name ist Shéhérazade Benzerga. Ich bin 28 Jahre alt, diplomierte Ingenieurin mit Schwerpunkt Innovation und Projektmanagement (École Nationale Supérieure en Génie des Systèmes Industriels) und Absolventin eines Master of Science im Bereich Innovationsmanagement (Université de Lorraine, École des Mines de Nancy). Heute promoviere ich zum Thema „Digitale Transformation im IT-Innovationsmanagement“ an der Hochschule Le collège doctoral de l’Université Paris-Saclay in enger Zusammenarbeit mit Daimler.

Was reizt Sie als Spezialistin für Informatik und Innovationsmanagement an Daimler?
Während meiner Ausbildung habe ich ein großes Interesse für die Forschung entwickelt. Ich finde es spannend, abstrakte Arbeitsmodelle im Bereich Unternehmensstrategie zu konzipieren und die damit verbundenen Innovationsprozesse zu begleiten. Es war für mich eine außergewöhnliche Chance, zunächst als Praktikantin bei Daimler einzusteigen und einen ersten Einblick in den Arbeitsalltag und die Aufgaben zu gewinnen. Ich wollte das Unternehmen besonders auf Grund seiner Innovationskraft kennenlernen, die sich in der gesamten Unternehmenshistorie widerspiegelt, begonnen bei der Erfindung des Automobils bis hin zu zentralen Entwicklungen im Bereich der Mobilitätsdienstleistungen und dem autonomen Fahren.

Daraus ist dann der Wunsch entstanden, meine universitäre Forschungsarbeit in Zusammenarbeit mit Daimler im Bereich des Innovationsmanagement fortzusetzen und an der Hochschule zu diesem Thema meine Dissertation zu schreiben. Insbesondere der IT-Bereich, in dem ich nun als Doktorandin tätig bin, bietet ein hohes Forschungspotential. Im Zuge der Digitalisierung lässt sich durch den Einsatz von Informationstechnologie die Unternehmensleistung deutlich steigern. Außerdem bietet die Digitalisierung neue Tätigkeitsfelder, die es zu erschließen gilt.

Wie sieht Ihr bisheriger Weg bei Daimler aus – beginnend beim ersten Tag im Unternehmen bis heute?
Begonnen habe ich mit einem Praktikum bei Daimler in der Abteilung „Produktionsplanung und Industrialisierung Algerien“ am Standort Mannheim. Das Projekt hat mich als Französin mit algerischen Wurzeln von Anfang an fasziniert. Die Abteilung bot mir einen interdisziplinären Einblick in die Planung und Realisierung des Motorenwerks in Constantine, Algerien. Angefangen von Werks- und Produktionsplanung, Qualitätsmanagement, IT und Prozesslogistik, bis hin zu Joint-Venture Fragestellungen und internationaler Kundenbetreuung habe ich viele Bereiche kennengelernt. Dabei galt es insbesondere auch die unterschiedlichen Unternehmenskulturen Deutschlands, Frankreichs und Algeriens zu vereinen.

Erzählen Sie uns bitte ein wenig mehr über das Thema Ihrer Dissertation.
In meiner Doktorarbeit beschäftige ich mich mit der Digitalen Transformation, dem Weg von klassischen hin zu digitalen Geschäftsmodellen eines Unternehmens. Angesichts des Potentials, das der Einsatz von Informationstechnologie bietet, ist es für jedes Unternehmen entscheidend, sich dem digitalen Wirtschaftsfeld zu stellen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Gegenstand meiner Arbeit ist es, herauszuarbeiten, wie dieser Weg gelingen kann, welche Strategien es zu entwickeln gibt und welchen „Gesetzen und Regeln“ am Markt die Transformation folgt.

Welche Erwartungen hatten Sie an Daimler?
Beeindruckt hat mich bei Daimler, wie innovativ und vielfältig dieses Unternehmen ist trotz seiner Größe und der ursprünglichen Ausrichtung als klassischer Automobilhersteller.
Man spürt den starken Willen, neue Entwicklungen – gerade auch auf Gebieten außerhalb der eigentlichen Kerndisziplin – zu antizipieren und die Gesamtstrategie danach auszurichten.

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