Chemieingenieurin Interview mit Sabine Scharf

Welche Aufgaben gibt es bei Daimler für Chemiker? Was macht die Arbeit in der Automobilindustrie für Chemieabsolventen aus fachlicher Sicht besonders spannend? Diese und weitere Fragen hat uns Sabine Scharf beantwortet, die im Werk Bremen in der Karosseriefertigung als Prozessbetreuerin arbeitet.

Sabine Scharf wirft einen genauen Blick auf die kathodische Tauchlackierung der Karossen.

Hallo Frau Scharf, bitte stellen Sie sich unseren Lesern kurz vor.

Mein Name ist Sabine Scharf. Ich habe nach meiner Ausbildung zur Chemielaborantin an der Hochschule Niederrhein Chemieingenieurwesen mit dem Schwerpunkt Lackchemie studiert. Meine ersten Berufsjahre habe ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Forschung gearbeitet und nebenbei ein Masterstudium in Produktionstechnik absolviert. Seit Ende 2013 arbeite ich bei Daimler in Bremen in der Karosseriefertigung Oberfläche Roadster als Prozessbetreuerin in den Bereichen Vorbehandlung und kathodische Tauchlackierung. Nach dem Rohbau werden die Karossen von Anhaftungen, wie etwa Öl und Schmutz, befreit und für die nachfolgende Lackierung vorbereitet. Die kathodische Tauchlackierung dient als Korrosionsschutz und Haftgrund für die nachfolgenden Beschichtungen.

Warum haben Sie sich für Daimler als Arbeitgeber entschieden?
Nachdem ich einige Jahre die Seite der Wissenschaft kennengelernt habe, wollte ich gerne die Praxis erkunden. Aus fachlicher Perspektive ist die Automobilfertigung für mich spannend, weil der Anspruch an die Beschichtung enorm ist. Der Kunde hat später vor allem die Optik im Fokus, dabei müssen Beschichtungen deutlich mehr können. Sie schützen beispielsweise vor Witterung, Korrosion und Steinschlag. Mit seinen vielen tollen Produkten bietet Daimler für mich ein spannendes und vielseitiges Themengebiet.

Für ein optimales Ergebnis nimmt sie Stichproben und überprüft diese regelmäßig.

Wie sieht ein typischer Arbeitsalltag bei Ihnen aus?

Einen typischen Arbeitsalltag gibt es bei mir nicht. Meine Aufgabe ist es flexibel auf die Aufgabenstellungen der Produktion einzugehen. Dabei geht es beispielsweise um die Beurteilung von Karossen, die Unterstützung von Optimierungen oder um Störstellensuche. Gerade bei letzterem ist oft Kreativität und Ausdauer gefragt. Neben der Reaktion auf vorhandene Herausforderungen ist das präventive Arbeiten enorm wichtig. Hier gilt es frühzeitig potentielle Störungen zu erkennen und einzulenken, bevor diese auftreten.

Daneben gibt es natürlich auch Aufgaben, die ich regelmäßig durchführe und die zu meinem Alltag gehören, wie die Überprüfung des aktuellen Stands, die Parameterüberwachung oder Besprechungen. Ich bin im stetigen Austausch mit Kollegen aus unterschiedlichen Bereichen, das finde ich toll – auch mal über den „Lack-Tellerrand“ schauen zu können.

Was macht Ihren Bereich für Sie besonders spannend?
Vor meinem Einstieg bei Daimler haben mich viele aus meinem Umfeld gefragt, ob die Produktion denn spannend sei. Ich kann heute sagen, dass die Produktion sehr abwechslungsreich ist. Das Spannende hier ist, dass es eine Vielzahl an Frage- und Aufgabenstellungen gibt. Ich schätze es, in einem Bereich zu arbeiten, der für den Prozess bis hin zum fertigen Fahrzeug so wichtig ist, jedoch erstmal gar nicht so im Vordergrund steht in der Außenwahrnehmung. Abgesehen davon, finde ich die Thematik der Lacke spannend und gerade die kathodische Tauchlackierung, die eine besondere Form der Applikationstechnik beinhaltet, ist für mich immer wieder faszinierend.

Über einen Computer stellt sie die Parameter für die Lackierung ein.

Was waren für Sie bisher besondere Highlights?

Ein Highlight war definitiv, wie ich von meinen neuen Kollegen aufgenommen wurde. Das war richtig klasse! Ich habe mich schnell zugehörig gefühlt und muss sagen, dass ich ein super Team habe.

Daneben gibt es viele kleinere und größere Highlights. Ich wurde über die Daimler Women Days eingestellt, eine Veranstaltung gezielt für Ingenieurinnen. Das Event war richtig toll! Wir haben verschiedene Bereiche kennengelernt und konnten viele Fragen stellen.

Darüber hinaus ist es für mich ein tolles Gefühl, einen Bremer Mercedes auf der Straße zu sehen und zu wissen, dass ich daran mitgearbeitet habe.

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