User Interaction Expertin Interview mit Maxi Vogel

In welchen Bereichen kann man mit einem Psychologiestudium bei Daimler arbeiten? Und welche Aufgaben hat ein User Interaction Experte? Diese und weitere Fragen hat uns Maxi Vogel beantwortet, die im Bereich User Interaction im Mercedes-Benz Werk Sindelfingen arbeitet.

Die User Interaction Expertin Maxi Vogel zeigt uns Ihren Arbeitsplatz im Büro.

Frau Vogel, bitte stellen Sie sich den Leserinnen und Lesern kurz vor.

Hallo, mein Name ist Maxi. Nach meinem Bachelor in Psychologie habe ich einen Master im Fach „Human Factors“ gemacht. Dabei habe ich über die angewandte Psychologie hinaus auch Einblicke in die Ingenieurswissenschaften sowie Programmierung bekommen. Mit anderen Worten beschäftige ich mich mit dem menschlichem Verhalten und Erleben und speziell wie man dieses Wissen für die Entwicklung von Mensch-Maschine-Schnittstellen (meist als HMI abgekürzt, von engl. Human Machine Interface) nutzen kann. Zurzeit entwickle ich Benutzerinteraktionskonzepte (User Interaction) für alle Fahrwerk- /Antriebsfunktionen als auch Gesten für unsere Mercedes-Benz Cars in Sindelfingen.

Warum haben Sie sich für einen Berufseinstieg bei Daimler entschieden?
Autos haben mich schon immer fasziniert. Als ich klein war, waren meine Matchbox-Autos das Größte für mich. Ein neues Auto zu bekommen oder ein cooles Auto zu fahren war immer etwas Besonderes für meine ganze Familie. Ich bin mit deutschen Automarken aufgewachsen und wollte seitdem auch schon immer für eine davon arbeiten. Deswegen habe ich in meinem Studium im Fach Human Factors meinen Schwerpunkt dann auch auf Mensch-Maschine-Schnittstellen speziell bei Fahrzeugen gelegt und mich nach einem passenden Job bei der Daimler AG umgeschaut.

Wie sieht Ihr bisheriger Weg bei Daimler aus – beginnend beim ersten Tag im Unternehmen bis heute?
Ich bin Anfang 2014 bei der Daimler AG eingestiegen. Der Bereich Forschung & Entwicklung bietet mit Start@Daimler ein einjähriges Direkteinstiegsprogramm an. Durch dieses Programm habe ich einen sehr guten Überblick über Daimler und meine Chancen und Möglichkeiten im Unternehmen erhalten. Zudem konnte ich mich natürlich auch gut mit anderen Berufseinsteigern vernetzen und mich mit ihnen über unsere Erfahrungen austauschen. Außerdem hat mir mein Teamleiter zwei Mentoren innerhalb des Teams zur Seite gestellt – der eine half mir bei generellen organisatorischen Themen weiter – der andere arbeitete mich in alle „Hard-Skills“, die ich für meinen Job benötige, ein. Noch dazu hat mich mein Team sehr herzlich aufgenommen und jeder einzelne hat mich sehr gut unterstützt. Vielen Dank noch einmal dafür an dieser Stelle! Der Teamspirit bei uns ist wirklich toll. Das hat mir geholfen sehr schnell zu verstehen, wie die Dinge bei Daimler ablaufen. Ich konnte bereits nach ein paar Wochen selbstständig arbeiten, wobei ich natürlich trotzdem ab und zu noch Unterstützung brauchte. Bereits in den ersten Monaten bekam ich eigene Projekte übertragen, für die ich hauptverantwortlich bin. Nach 5 Monaten habe ich die Möglichkeit bekommen, für 2 Wochen in der Produktion der S-Klasse in Sindelfingen zu arbeiten. Es war ein besonderes Erlebnis für mich, da ich gelernt habe, diesen harten Job zu würdigen und zu schätzen. Mein Meister Rudi hat mir einen einzigartigen Einblick dort gegeben. Danke dafür, Rudi! Im August hat meine Chefin nach einem Stellvertreter gesucht und mir angeboten, diese Funktion zu übernehmen. Seit November 2014 betreue ich außerdem den studentischen Mitarbeiter in unserem Team. Ich fühle mich wirklich sehr gut in mein Team integriert. Viele meiner Kollegen haben sogar schon zu mir gesagt, dass es ihnen so vorkommt, als wäre ich schon viel länger als ein Jahr dabei.

Außerhalb des Büros, in der Produktion wirft sie auch einen Blick unter die Motorhaube der Autos.

Erzählen Sie uns bitte ein bisschen mehr über Ihr Team und Ihre Aufgaben.

Meine Abteilung ist für zwei Themenbereiche zuständig: zum einen die Entwicklung von Systemen, die durch die User Interaction getrieben werden sowie auf der anderen Seite das Entwickeln von User Interaction Konzepten für die Systeme Antrieb/Fahrwerk, Komfort, Sicherheit, Öffnen/Schließen, Assistenz sowie Gesten. Der zweite Bereich wird in meinem Team bearbeitet. Das Besondere bei meinem Team ist, dass wir uns nicht mit nur einem Display, Hardware-Element oder einer User Interface-Generation beschäftigen. Wir entwickeln Konzepte über verschiedene Fahrzeuggenerationen hinweg und entwickeln Display-/und Hardware-unabhängige Konzepte. Außerdem stellen wir sogenannte UI (User Interface)-Sprecher für jede unserer verschiedenen Fahrzeug-Varianten bereit. Dazu kooperieren wir mit vielen anderen Abteilungen der Daimler AG, z.B. Funktionsentwicklung, Zertifizierung, Design, Qualität, Produktmarketing und natürlich dem Bereich der Fahrzeugprojekte. Unser Ziel ist das beste UI für jedes System in allen Mercedes-Benz Autos zu entwickeln. Wir wollen ein einzigartiges Mercedes-Benz Look & Feel mit unserem UI kreieren.

Was sollte man für einen Job als User Interaction Experte mitbringen?
Unser Team ist sehr interdisziplinär aufgestellt. Viele meiner Kollegen sind Psychologen aber manche bringen auch ein Ingenieursstudium mit Schwerpunkt HMI, Interaktionsdesgin, Computerwissenschaften etc. mit. Alles in allem sollte man an der Uni bzw. in der Praxis bereits mit den Themen Usability und User Experience zu tun gehabt haben aber auch ein Grundverständnis für Technologie/Engineering mitbringen (da wir sehr eng mit Ingenieuren zusammenarbeiten). Was die Soft Skills angeht, so sollte man offen und innovativ sein und sich auch für Innovationen begeistern können. Zusätzlich ist ein gewisses Durchsetzungsvermögen, um die Perspektive der Usability und User Experience zu vertreten, wichtig. Da unser Job keine „One-Man-Show“ ist, sollte man auf jeden Fall ein Team-Player sein. Zu guter Letzt ist es wichtig gute Präsentationsfähigkeiten mitzubringen und ebenfalls keine Angst zu haben, vor großen Gruppen zu präsentieren.

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