Von der Kfz-Werkstatt ins Innovationsmanagement – Karriereweg eines Auszubildenden für Kraftfahrzeugelektrik

Vom digitalen Erlebnis im Fahrzeug über Hightech-Infrastruktur für E-Mobilität bis hin zu selbstfahrenden Autos: Benjamin Brügel schaut für Daimler fünf bis zehn Jahre in die Zukunft. Als Leiter Innovationsmanagement Marketing & Sales bei Mercedes-Benz identifiziert er Technologien und Geschäftsmodelle, die die Mobilität von morgen massiv verändern. Seine Karriere bei Daimler hat Benjamin Brügel im Werk in Rastatt begonnen – als Auszubildender für Kraftfahrzeugelektrik. Warum er sich für eine Ausbildung bei Daimler entschieden hat, wie er seinen ersten Tag bei Daimler erlebte und wie ihn sein Weg ins Innovationmanagement geführt hat, erzählt Benjamin Brügel im Interview.

Herr Brügel, heute gestalten Sie als Leiter Innovationsmanagement die Zukunft der Mobilität. Ihren Weg bei Daimler haben Sie in der Ausbildungswerkstatt begonnen. Wie war damals Ihr Einstieg?

Ich erinnere mich noch gut an meinen ersten Ausbildungstag - das war super aufregend. Ich bin damals mit dem Bus zum Werk nach Rastatt gependelt. Und als ich das erste Mal ankam, war ich total beeindruckt von dem riesigen Gelände. Ich habe dann zufällig zwei weitere neue Azubis getroffen und vor lauter Aufregung haben wir die Ausbildungs¬werkstatt erstmal gar nicht gefunden (lacht). Als wir dann endlich ankamen, war es klasse, die Meisterinnen und Meister und auch die anderen Auszubildenden kennenzulernen. Ich hatte gleich das Gefühl, dazuzugehören. Übrigens können wir uns gerne Duzen.

Gerne, Benjamin. Und mit wie vielen Kolleginnen und Kollegen bist Du gestartet?

In meinem Jahrgang waren wir fast 70 Azubis – und in der Ausbildungs-werkstatt dann Gruppen von sechs bis acht Kolleginnen und Kollegen. Wir waren von Anfang an ein tolles Team. Zum Start hatten wir eine Kennenlern-Woche im Pfälzer-Wald und später waren wir mit der Berufsschule bei einem Austausch in Vantaa in Finnland. Dort haben wir bei einem Projekt mit den Auszubildenden vor Ort einen Modell-Truck gebaut und mit Lichtern zum Leuchten gebracht – das war eine sehr schöne internationale Erfahrung und hat uns als Gruppe nochmal zusammengeschweißt.

Am ersten Tag haben wir vor lauter Aufregung die Ausbildungswerkstatt erst gar nicht gefunden. Als wir dann endlich ankamen, hatte ich gleich das Gefühl, dazuzugehören.

Wie ist dann die Ausbildung abgelaufen?

Im ersten Jahr waren wir in der Ausbildungswerkstatt und haben erstmal die Grundlagen gelernt, beispielsweise zur Metallbearbeitung. Und natürlich war es interessant, das Werk komplett kennenzulernen: vom Karosserierohbau bis zur Endmontage. Ab dem zweiten Jahr ging es dann in die gewünschte Fachrichtung. Bei mir war das Fahrzeugelektrik, das hat mich einfach am meisten begeistert.

Seit dem Start in der Ausbildungswerkstatt bis hin zu seinem Studium standen Benjamin Brügel Betreuerinnen und Betreuer mit Rat und Tat zur Seite.

Was macht für Dich die Ausbildung bei Daimler besonders?

Die vielseitigen Lern- und Gestaltungsmöglichkeiten während der Ausbildung, wie auch die Weiterentwicklungschancen nach der Ausbildung finde ich bei Daimler überragend. Außerdem habe ich gelernt, dass mit eigenem Einsatz und Willen bei uns viel erreicht werden kann. Dabei haben mir insbesondere die Meisterinnen und Meister sowie die Betreuerinnen und Betreuer, die die Auszubildenden mit ganz viel Herzblut begleiten und mit Rat und Tat zur Seite stehen, sehr geholfen.

Im Anschluss an Deine Ausbildung hast Du dann Dein Fachabitur gemacht und ein Studium begonnen …

Ja, ich war zunächst im Werk Rastatt im Bereich Fahrwerkmontage. Es war super, mit so vielen erfahrenen Kolleginnen und Kollegen zu arbeiten. Das Schöne ist, dass es bei Daimler die Möglichkeit gibt, nach der Ausbildung eine Weitebildung zum Meister oder Techniker zu machen. In meinem Fall, hat mir mein ehemaliger Ausbilder dann in einem Gespräch vorgeschlagen, stattdessen zu studieren. Also habe ich mein Fachabitur gemacht und mich für das Bachelor-Studium Fahrzeugtechnik und Service an der Hochschule Esslingen eingeschrieben. In den Semesterferien habe ich auch in der Produktion gejobbt. Später war ich dann für mein Praxissemester im Bereich Global Service & Parts am Daimler Standort in Böblingen.

Nach seinem Bachelor-Abschluss blieb Benjamin Brügel bei Daimler und schloss berufsbegleitend sein Masterstudium ab.

Und nach Deinem Studium bist Du dann wieder bei Daimler eingestiegen.

Genau, für mein letztes Theoriesemester war ich als Austauschstudent in Shanghai und habe nach einer Möglichkeit gesucht, meine Abschluss¬arbeit zu schreiben. Ich habe meinen Betreuer während meines Praxissemesters bei Daimler kontaktiert und er hatte ein Thema, das für mich sehr gut gepasst hat. Im Anschluss bot er mir an, in seinem Team zu bleiben. Die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen war einfach klasse, deshalb musste ich nicht lange überlegen (lacht).

Später hast Du sogar berufsbegleitend Deinen Master im Studiengang General Management gemacht …

Oh ja, mein Werdegang war ja bis dahin sehr technisch geprägt. Und ich habe gemerkt, dass für viele Fragen in meinem Job ein wirtschaftlicher Hintergrund hilfreich ist. Mein Vorgesetzter hat mich sehr unterstützt, etwa bei der Arbeitszeitgestaltung, um meinen Master und meinen Job zu verbinden. Und die wirtschaftliche Perspektive konnte ich auch schon gleich bei meinem nächsten Projekt gut einbringen – dabei ging es unter anderem um den Aufbau von Mercedes me connect und den Vertrieb digitaler Dienste von Mercedes-Benz.

Heute identifiziert Benjamin Brügel mit seinem Team zukünftige Innovationen für Fahrzeuge.

Und heute bist Du auf der Suche nach Innovationen für die Mobilität von morgen. Wie gehst Du dabei vor?

Als Leiter für das Innovationsmanagement bei Mercedes-Benz Cars in Marketing & Sales bin ich so etwas wie die Schnittstelle zwischen unseren Kunden und den Kolleginnen und Kollegen aus Forschung und Entwicklung. Es geht darum, die Innovationen für die Fahrzeuge zu identifizieren, die in fünf bis zehn Jahren auf den Markt kommen. Dabei beziehen wir natürlich in erster Linie die Wünsche und Bedürfnisse unserer Kunden mit ein – aber auch neue technische Möglichkeiten, die sich Konsumenten heute vielleicht noch gar nicht vorstellen können. Wenn wir uns sicher sind, dass eine Idee sinnvoll ist, arbeiten wir cross-funktional mit den Entwicklungsabteilungen an der Realisierung.

Wenn Du heute zurück blickst auf Deinen Werdegang: Was würdest Du jungen Menschen raten, die vor der Entscheidung Studium oder Ausbildung stehen?

Einfach auf das eigene Bauchgefühl hören. Ich habe oft den Eindruck, dass sich das Studium zu einem neuen Standard etabliert hat, aber das muss nicht für jeden der optimale Weg sein. Für mich war der Start mit einer Ausbildung bei Daimler genau das Richtige – das sollte jeder für sich selbst austesten. Unabhängig ob als Schülerin und Schüler oder später im Studium: Praktika sind dafür eine gute Möglichkeit.

Zum Schluss noch eine persönliche Frage: Wer aus Deinem Bekanntenkreis hätte Deiner Meinung nach einen Preis verdient?

Ganz klar, meine Frau! Wir haben eine kleine Tochter und stehen beide fest im Beruf. Wir wohnen etwas entfernt von unserer Heimat. Oma und Opa unterstützen uns zwar sehr, stehen aufgrund der Entfernung für die Kinderbetreuung aber nicht immer zur Verfügung. Damit wir alles unter einen Hut bringen, ist echtes Teamwork gefragt – und ich bin froh, dabei so eine wunderbare Partnerin zu haben.

Die Begeisterung für Technik hat Benjamin Brügel (35) von seinem Vater. Der gelernte Kfz-. Mechaniker bringt seinem Sohn schon früh den rich-tigen Umgang mit Werkzeug bei. Keine Frage, dass der in Neuweier bei Baden-Baden Geborene nach der Schule etwas Praktisches machen will. Nach seiner Ausbildung bei Daimler ist der frisch gelernte Kfz-Elek¬triker zunächst in der Produktion tätig und sorgt hier dafür, dass Fahrwerk, Karosserie und Motor zusammenfinden. Nach seinem Ingenieursstudium an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Esslingen steigt Benjamin Brügel im Bereich After Sales bei Daimler ein und absolviert anschließend seinen Master in General Management an der Hochschule für Ökonomie & Management in Stuttgart. Sein ganzes Engagement bringt Benjamin Brügel heute nicht nur ein, wenn er bei Mercedes-Benz Technologien für die Mobilität der Zukunft identifiziert, sondern auch wenn es um seine Familie geht. Als neue Leidenschaft haben er und seine Frau das Wandern für sich entdeckt – mit der kleinen Tochter in der Trage auf dem Rücken in der Natur unterwegs zu sein, ist für den Familienvater Entspannung pur.

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