Von Alpakas und Sprachassistenten Dualer Student – Thomas Seidl

Die Einführung eines Sprachassistenten wie „Hey Mercedes“ für Daimler im Silicon Valley vorzubereiten, dürfte bei vielen Studierenden auf der Wunschliste stehen. Thomas Seidl konnte sich diesen Wunsch schon während seines Studiums erfüllen. Er ist Dualer Bachelor-Student bei Daimler und hat sich für eine Laufbahn mit dem Schwerpunkt IT entschieden. Neben seinen Projekterfahrungen hat er in den drei Jahren Studium auch viel über Verantwortung, Eigeninitiative und generell sich selbst gelernt.

Hallo Thomas, bitte stelle Dich kurz vor.
Seidl: Mein Name ist Thomas Seidl, ich bin gebürtig aus Österreich und 22 Jahre alt. 2016 habe ich mit meinem Dualen Bachelor-Studium bei Daimler angefangen und studiere seitdem internationale Wirtschaftsinformatik. Privat spiele ich gerne Klavier und bin ein riesen Alpakafan. Auch wenn das lustig klingt, aber das sind meine absoluten Lieblingstiere.

Wie bist Du zu Daimler gekommen?
Das war eher zufällig. Früher fand ich die Marke Mercedes-Benz gar nicht so cool. Meine Begeisterung für das Unternehmen kam erst durch ein Praktikum bei einem Mercedes-Benz Händler in Salzburg. In der Zeit konnte ich die Produkte hautnah „erfahren“ und mich auch mit dem Unternehmen dahinter beschäftigen. Ich habe mich nach dem Praktikum interessenshalber auf der Karriere-Website von Daimler umgeschaut und bin auf die Angebote rund um das Duale Studium gestoßen. So ein Modell gibt es bei uns in Österreich nicht. Da habe ich mich direkt beworben und es hat zum Glück geklappt.

Wo bist Du aktuell im Einsatz?
Momentan arbeite ich in der Forschung und Entwicklung in Sindelfingen im Team Speech Technology. Hier dreht sich alles um den Sprachassistenten in den Fahrzeugen von Mercedes-Benz. Ich schreibe gerade meine Bachelorarbeit, in der ich mich mit Sprachdialogen zur Steuerung von Smart Homes beschäftige. Ich teste, was die etablierten Sprachassistenten heute schon können und entwickle darauf aufbauend meine eigenen Dialoge zur Smart Home Steuerung. Natürlich versuche ich, das was es bisher schon möglich ist, zu toppen.

Dialoge entwickeln, internationale Wirtschaftsinformatik studieren – wie bist Du zur IT gekommen?
Ich habe schon relativ früh versucht zu programmieren. Das erste Mal mit zehn Jahren. Ich habe mir damals ein Buch gekauft zum „coden“, dann aber relativ schnell aufgegeben, weil ich es nicht verstanden habe. Nach drei Jahren hat mich der Ehrgeiz dann wieder gepackt. Nach etlichen Tutorials und viel Herumprobieren kam dann tatsächlich eine erste App dabei raus. Darauf war ich super stolz. Später habe ich im Gymnasium IT als Schwerpunkt gewählt und mit mehr Erfahrung auch Apps veröffentlicht. Nebenher bin ich auch ehrenamtlich für eine Menschenrechtsorganisation tätig und dort für das CRM-System zuständig. Kurzum, IT hat schon immer einen hohen Stellenwert in meinem Leben.

Und bei Daimler kommst Du in Sachen IT auch voll auf Deine Kosten?
Da ich Wirtschaftsinformatik studiere, fanden mein Einsätze in unterschiedlichsten IT-Abteilungen von Daimler statt. In jedem dieser Einsätze konnte ich direkt meine Kenntnisse aus dem Studium anwenden und immer viel dazulernen. Sowohl von der BWL-Seite als auch von der IT-Seite kam ich voll auf meine Kosten. Persönliche Schwerpunkte zu setzen, war dabei auch immer möglich. Das ist das Schöne an dem Dualen Studium. Wenn es um Möglichkeiten und Chancen geht, gibt es bei Daimler eigentlich nichts, was es nicht gibt.

Wie sieht denn Dein bisheriger Werdegang im Konzern aus?
Mein erster Einsatz war in der Abteilung, die IT-Systeme für den Einkauf bereitstellt. Meine Aufgaben drehten sich hier um die Analyse und Visualisierung von Daten. Hier habe ich zum ersten Mal mit Unternehmensdaten gearbeitet und neue Tools kennengelernt. Danach ging es zur IT-Infrastruktur, wo ich mehrere Audits begleiten durfte. Mein dritter Einsatz war bei IT Sales in Berlin. Dort arbeitete ich mit meinen Kollegen an einem großen Projekt rund um die Zeiterfassung in den Mercedes-Benz Niederlassungen. Das bisher größte Highlight war mein Auslandseinsatz im Silicon Valley. Ich durfte drei Monate direkt am Produkt arbeiten und den Sprachassistenten für den amerikanischen Markt mitentwickeln.

Ist es das, was Dich antreibt?
Auf jeden Fall! Mich motiviert es total, wenn meine Arbeit auch später im Fahrzeug beim Kunden landet. Bei dem Projekt im Silicon Valley habe ich an vielen neuen Funktionen für den Sprachassistenten gearbeitet, wie beispielsweise die Frage nach der Fahrzeit bis zu einem bestimmten Ort inklusive der aktuellen Verkehrslage auf der Strecke.

Wieso hast Du Dich für ein Duales Studium entschieden?
Der Reiz war für mich der Bezug zum Unternehmen und zur Praxis. Ich habe schon früh gemerkt, dass ich immer gleich ausprobieren wollte, was ich gelernt hatte. Das Duale Studium bietet genau diesen Vorteil. Außerdem kann man sich ein tolles Netzwerk innerhalb der Firma aufbauen und durch die verschiedenen Einsätze lernen, welcher Job wirklich zu einem passt. Fester Bestandteil meines Studiums war auch ein fünfmonatiges Theorie-Auslandssemester in Helsinki, was extrem interessant war.

Weißt Du schon, wie es nach Deiner Bachelorarbeit weitergeht?
Aktuell bin ich noch auf der Suche nach einer Stelle, habe aber schon eine sehr genaue Vorstellung, wo es hingehen soll. Zuerst muss ich aber noch für ein paar Kurse und Prüfungen an die Uni.

Welche Skills sollte man als Dualer Student bei Daimler mitbringen?
Man sollte motiviert, neugierig und offen für neue Dinge sein. Denn beim Studium muss man sich durch den ständigen Wechsel zwischen Uni und Job immer wieder auf neue Gegebenheiten einstellen. Eine ausgeprägte Leistungsbereitschaft ist ebenfalls wichtig.

Der Digital Students‘ Day steht demnächst an. Was ist das genau und wie kann man teilnehmen?
Der Digital Students‘ Day ist eine super Möglichkeit, um sich mit Daimler Studierenden auszutauschen. Dieses Jahr findet es als Online-Messe statt. Man kann also von überall teilnehmen und muss nicht erst anreisen. Ich bin zum Beispiel auch dabei und stehe in einem interaktiven Chat bereit, wo man uns mit Fragen löchern kann.

Wir verwenden Cookies

Damit wollen wir unsere Webseiten nutzerfreundlicher gestalten und fortlaufend verbessern. Wenn Sie die Webseiten weiter nutzen, stimmen Sie dadurch der Verwendung von Cookies zu.