Vom Mechatroniker zum Daten-Spezialist After-Sales Process Manager

Gestartet als Auszubildender der Mechatronik und inzwischen auf dem Weg zur Führungskraft: Daniel Rieder ist Prozessmanager und sorgt im After-Sales-Bereich für Pkw-Technik bei Mercedes-Benz unter anderem dafür, dass die Fahrzeuge mit Hilfe von Big Data noch zuverlässiger und sicherer unterwegs sind. Warum er Technik liebt, was ihn an Künstlicher Intelligenz (KI) begeistert und warum es für einen guten Führungsstil kein pauschales Erfolgsrezept gibt, erläutert uns der zweifache Familienvater im persönlichen Gespräch.

Datenauswertung spielt eine immer größere Rolle im Bereich After-Sales.

Herr Rieder, inwiefern spielen große Datenmengen eine Rolle für die Mobilität der Zukunft?

Da gibt es viele Ansatzpunkte. Bei Mercedes-Benz sind wir beispielsweise dabei, datenbasierte Services noch stärker im Bereich After-Sales zu integrieren, um unsere Produkte noch zuverlässiger und sicherer zu gestalten. Wir nutzen zum Beispiel Beanstandungsinformationen, die wir weltweit aus den Werkstätten übermittelt bekommen. So erkennen wir mögliche Fehlerschwerpunkte frühzeitig. Auf dieser Basis können wir rasch Lösungen entwickeln, um die Qualität unserer Produkte weiter zu verbessern. Unser Ziel ist, die besten Produkte und Services für unsere Kunden zu bieten!

Ein spannendes Thema. Wie gehen Sie dabei vor?

Ich arbeite sehr eng mit anderen Big Data Experten bei Daimler zusammen. Unser Team beschäftigt sich vor allem mit großen Datenmengen und wie sich diese mittels Künstlicher Intelligenz (KI) auswerten lassen. Meine Kolleginnen und Kollegen aus dem After-Sales-Bereich für Pkw-Technik simulieren mit diesen Erkenntnissen bestimmte Anwendungsfälle (sogenannte „Use Cases“). So können wir verschiedene Lösungen vergleichen. Es begeistert mich immer wieder, welche neuen Möglichkeiten uns das schafft. Für KI wird es bei Daimler in Zukunft noch viele weitere Einsatzfelder geben. Ein zusätzlicher Schwerpunkt meiner Arbeit liegt im Bereich Diagnosedaten-Entwicklung. Also den Informationen, die wir Werkstätten zur Verfügung stellen, um die Wartung und Reparatur von Fahrzeugen zu erleichtern.

Es begeistert mich, welche Möglichkeiten uns Künstliche Intelligenz bietet. Bei Daimler nutzen wir das in immer mehr Bereichen.
Nicht mehr selbst nach Fehlern suchen: Das Steuergerät vermittelt Werkstattangestellten genau, was zu tun ist – und die Arbeit von Daniel Rieder vereinfacht diesen Prozess.

Was ist Ihre Aufgabe dabei?

Im Bereich After-Sales bin ich dafür zuständig, unsere Prozesse für die Diagnosedatenentwicklung zu optimieren. Ich bin der Ansprechpartner, wenn es an einer Stelle hakt. So unterstütze ich die Kolleginnen und Kollegen unserer Entwicklungsteams, die die Werkstatt-Diagnosedaten erstellen. Mithilfe dieser Daten lassen sich die Informationen interpretieren, die das Steuergerät des Fahrzeugs ausgibt, wenn ein bestimmter Fehler auftritt. Die Werkstätten erhalten dann über ein Diagnosetool genau die Informationen, die sie für eine schnelle und effiziente Instandsetzung aller Pkw-Fahrzeuge von Mercedes Benz benötigen. Dabei ist natürlich hilfreich, dass ich weiß, auf was es in der Praxis ankommt.

Weil Sie praktischerweise bei Daimler mit einer Ausbildung zum Mechatroniker gestartet sind. Warum haben Sie sich damals für Daimler entschieden?

Mein Vater ist Elektrotechniker und seine Arbeit an großen Maschinen hat mich immer fasziniert. Mir war früh klar, dass ich auch einen technischen Beruf erlernen wollte. Nach meinem Schulabschluss habe ich mich dann bei Daimler für eine Ausbildung als Mechatroniker beworben. Als ich das Angebot bekommen habe, brauchte ich nicht lange zu überlegen. Dafür habe ich übrigens zwei andere Ausbildungsplätze abgesagt [lacht].

Bei Daimler hat das Komplettpaket von Anfang an einfach gepasst. Ich habe hier super Kolleginnen und Kollegen.
Daniel Rieder an seinem Arbeitsplatz in Böblingen.

Was begeistert Sie bei Daimler besonders?

Das Komplettpaket hat von Anfang an einfach gepasst: Ich habe hier super Kolleginnen und Kollegen. Und natürlich ist es spannend, Teil eines so großen, internationalen Konzerns zu sein. Unsere Marken stehen für Qualität und wir sind stolz auf unsere Fahrzeuge. Gleichzeitig entwickeln wir uns stetig weiter, um bei Themen wie Elektromobilität oder Künstlicher Intelligenz ganz vorne mit dabei zu sein. Das hat für mich einen besonderen Reiz.

Heute sind Sie dabei, Führungskraft zu werden. Das ist ein besonderer Karriereweg.

Das stimmt. Im Anschluss an meine Ausbildung habe ich mein Fachabitur gemacht und an der Hochschule in Esslingen Mechatronik studiert. Für die Zeit war ich freigestellt und für das Praxissemester und die Abschlussarbeit war ich dann natürlich im Unternehmen. Meine Vorgesetzten haben mich bei meinem Karrierewunsch unterstützt. Gleichzeitig bietet Daimler ein sehr gutes Entwicklungs- und Schulungsprogramm sowie Mentoren, die neue Kolleginnen und Kollegen den Einstieg erleichtern. Im Konzern stehen einem sehr viele Möglichkeiten offen. Vor kurzem bin ich dann den nächsten Karriereschritt gegangen und habe das Führungskräfte-Assessment erfolgreich absolviert. Damit könnte ich in Zukunft ein Team führen.

Wir entwickeln uns bei Daimler stetig weiter, um bei Elektromobilität und künstlicher Intelligenz ganz vorn mit dabei zu sein.
Vor kurzem bestand Daniel Rieder sein Führungskräfte-Assessment und könnte in naher Zukunft selbst ein Team leiten.

Wie hat Sie Daimler auf diesen Schritt vorbereitet?

Die Vorbereitung auf das Assessment ist wirklich ein intensives Training. Zum einen die Auseinandersetzung mit ganz praktischen Fragen – etwa, auf was kommt es bei Mitarbeitergesprächen an. Ein weiteres Fokusthema ist Führungskultur. Mit der Initiative Leadership 20X hat sich Daimler dafür ganz klare Ziele gesetzt. Es geht darum, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu ermöglichen, sich mit ihren Fähigkeiten zu entfalten, und um Teamspirit. Für mich persönlich kommt es bei einem guten Führungsstil darauf an, individuell auf die Menschen einzugehen. Es gibt dafür kein Standard-Erfolgsrezept.

Noch eine persönliche Frage. Es ist Samstag 10:30 Uhr. Wo kann man Sie treffen?

Da bin ich daheim und verbringe Zeit mit meinen beiden Kindern und meiner Frau. Wir haben ein Haus und einen Garten, da gibt es immer etwas zu tun.

Daniel Rieder (31) ist im Jahr 2004 als Auszubildender der Mechatronik bei Daimler gestartet. Bevor er nach seiner Ausbildung ein Mechatronik-Studium begann, hat er auch einige Monate in der Montage der Fahrzeugproduktion gearbeitet. Das war eine wertvolle Erfahrung, von der er auch bei seinem aktuellen Job als Prozessmanager im After-Sales-Bereich für Pkw-Technik oft profitiert. Neben den Prozessen bei Mercedes-Benz hält sich Daniel Rieder auch selbst immer gerne fit – und investiert fürs Laufen auch mal die eine oder andere Mittagspause.

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