Künstliche Intelligenz – ein Werkzeug für Daimler Das Team „Artificial Intelligence Research“

Artificial Intelligence, Künstliche Intelligenz, „KI“ – das sind Begriffe, die jeder schon einmal gehört hat. Ganze Hollywoodfilme und Literaturbestseller drehen sich um die zwei Fragen: Wann steht uns ein „intelligenter“ Roboter gegenüber? Und was passiert dann? Steven Peters baut seit April 2017 das Team „Artificial Intelligence Research“ in der Konzernforschung der Daimler AG auf. Eine Aufgabe, die das ganze Spektrum der Automobilentwicklung abdeckt.

Schon heute im Einsatz: KI in der Produktion.

Herr Peters, wieso fasziniert das Thema „KI“ so viele Menschen?

Artificial Intelligence ist zwar streng genommen kein neues Gebiet, doch die Dynamik der Entwicklung der letzten Jahre ist atemberaubend. Dinge, die vor wenigen Jahren noch von Experten für unmöglich gehalten wurden, lassen sich plötzlich demonstrieren. Ich muss allerdings auch etwas relativieren: das Thema wird aus meiner persönlichen Sicht manchmal ein wenig überhöht, das kann zu enttäuschten Erwartungen führen. Zweifellos ist es aber ein Thema, das die Welt bereits heute verändert und uns alle im Privat- und Berufsleben bereichern kann.

Was bedeutet „KI“?

Der Kern heutiger KI ist das maschinelle Lernen, auch statistisches Lernen genannt. Damit ist KI Mathematik. Dank moderner IT und der Verfügbarkeit großer Datenmengen (Big Data) lassen sich damit sehr komplexe Muster hochautomatisiert finden und nutzen. Auch das „Verstehen“ von Alltagsszenen in Fotos beispielsweise basiert auf einer solchen Mustersuche.

Was genau macht Ihr Team?

KI ist ein wichtiges Werkzeug für Daimler geworden. Dabei sind wir die Algorithmen-Experten, die mit ihrer Arbeit versuchen, die entscheidenden Muster in Fahr- und Nutzungssituationen, Bauteilen oder Testdaten zu erkennen. Haben wir diese gefunden, können wir gemeinsam mit den Fachbereichen der Entwicklung bestehende Funktionen verbessern oder gänzlich neue entwickeln. Gemeinsam mit internen Anwendern und Kunden testen wir danach erste Prototypen. Gerade dieser Aspekt macht KI zu einem sehr interdisziplinären Feld aus Algorithmikern, Funktionsentwicklern, Psychologen und Designern.

KI ist zwar streng genommen kein neues Gebiet, doch die Dynamik der Entwicklung der letzten Jahre ist atemberaubend.
In Zukunft immer wichtiger: Die Interaktion zwischen Mensch und KI.

Haben Sie dafür ein Beispiel?

Klar, wenn unsere Kunden eine Funktion auf wiederkehrende Art und Weise – also nach Mustern – nutzen, können wir daraus ein System entwickeln. Dieses System kann beim nächsten Mal die Nutzung voraussehen und sich automatisch anpassen. Als ein einfaches theoretisches Beispiel könnte dies für eine Sitzheizung angewendet werden.

Eine interessante Forschungsaufgabe ist hier auch das Abschätzen von Emotionen der Insassen im Auto. Damit wäre es möglich, das immer größer werdende Angebot von Unterhaltungs- und Entspannungsprogrammen im Auto zielgerichteter zu präsentieren.

Gibt es auch Grenzen?

Natürlich gibt es Grenzen. Den Fahrern jeden Wunsch von den Lippen abzulesen, ist nicht unser Hauptziel. Denn wenn das Auto zu stark auf die individuellen Bedürfnisse seiner Insassen reagiert, kann das ganz schnell gruselig werden. Man fragt sich – wer hat hier jetzt eigentlich noch die Kontrolle? Unsere KI-Programme sollen dem Kunden mehr Komfort und Bediensicherheit geben, aber sie müssen immer nachvollziehbar und dürfen niemals aufdringlich sein.

KI ist essenziell für automatisiertes Fahren.

Wo wird Künstliche Intelligenz bereits bei Daimler eingesetzt?

Neben den bereits genannten Beispielen setzen wir KI auch intern für einen besseren Wissenstransfer ein. Steigt ein neuer Konstrukteur ins Unternehmen ein, kann ihm beispielsweise das System Hilfestellungen bei der Einarbeitung geben, weil es quasi schon alle Konstruktionen im Unternehmen kennt. So können wir den Erfahrungsschatz, der im Unternehmen über Jahrzehnte aufgebaut wurde, durch das Trainieren von Algorithmen nachhaltig sichern. Vielleicht genügt schon der Vorschlag eines Kontakts zu einem erfahrenen Kollegen, um ein Problem zu lösen.

Ihr Tipp an Bewerber?

Kommen Sie bei uns vorbei und tauschen Sie sich mit uns aus. Neben Startups sind Universitäten für uns ganz wichtige Partner. Seit einem Jahr sind wir beispielsweise Partner des Computer Science and Artificial Intelligence Laboratory des MIT in den USA sowie Gründungsmitglied des Cyber Valley hier in der Region Stuttgart. Mit Hackathons wie letzten November in der Motorworld in Böblingen gemeinsam mit der Daimler TSS GmbH konnten wir interessierten Studierenden aus Karlsruhe, Stuttgart, Ulm und Tübingen einen kleinen Einblick in unsere tägliche Arbeit geben.

Kurzum: Sie halten Artificial Intelligence nicht für eine neue Kunstrichtung, Mathematik war immer schon Ihre Stärke und Sie haben Lust, im AI-Team von Daimler zu arbeiten? Hier geht’s zu unseren offenen Stellen.

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