Für Nachhaltigkeit leidenschaftlich im Einsatz Projektkoordinatorin für Nachhaltigkeit in der Lieferkette

Nachhaltigkeit ist für Alina Barnack ein Lebensstil – vom eigenen Gemüsebeet bis hin zur Jobwahl. Im Team „Compliance, Sustainability & Integrity“ im Einkauf bei der Mercedes-Benz AG beschäftigt sie sich mit Transparenz bei der Rohstoffbeschaffung, der Achtung der Menschenrechte in unseren Lieferketten und einem verantwortungsvollen Umgang unserer Lieferanten mit der Umwelt. Im Interview erzählt die gebürtige Berlinerin, was sie an ihrer Arbeit bei Daimler begeistert und wofür Studierende etwas mehr Mut haben sollten.

Alina Barnack arbeitet vom Standort Böblingen an Themen aus der ganzen Welt.

Frau Barnack, das Thema Nachhaltigkeit nimmt in Ihrem Leben einen besonderen Stellenwert ein. Wie kam das?
Das war eigentlich schon immer so und hat für mich etwas mit Respekt zu tun. Nachfolgende Generationen sollen es genauso guthaben wie wir heute. Dazu möchte ich einen Beitrag leisten, bereits mit kleinen Dingen im Alltag: öffentliche Verkehrsmittel häufiger nutzen, oder beim Einkaufen auf Bio und regionale Lebensmittel achten. In meinem Job bei Mercedes-Benz geht es dann um größere Maßstäbe: Im Team „Compliance, Sustainability & Integrity“ beschäftige ich mich mit Transparenz bei der Rohstoffbeschaffung für die Materialien, die in unseren Fahrzeugen verwendet werden – und damit, wie wir ein gemeinsames Werteverständnis beim Thema Menschenrechte und Umweltschutz zwischen uns und unseren Lieferanten über alle Stufen der Lieferkette schaffen.

Das ist gar nicht so einfach, oder?
Lieferketten können sehr komplex sein. Ein Beispiel: Kobalt kommt in vielen Bereichen im Automobilbau zum Einsatz. Dabei läuft das Material über viele Zwischenstufen, zum Beispiel von der Kobalt-Mine zur Gewinnung des Rohmaterials und der Produktion von Elektronik-Bauteilen, bis es schließlich beispielsweise in Form von Lithium-Ionen-Batterien in unseren Fahrzeugen eingebaut wird. An jedem Produktionsschritt sind viele Unternehmen beteiligt. Das macht das Thema so komplex. Insgesamt sprechen wir bei Daimler von über 60.000 direkten Lieferanten – da sind die Sublieferanten noch nicht mit eingerechnet.

„Wir haben ein tolles Team und unterstützen uns gegenseitig“ sagt die 32-jährige über die Zusammenarbeit in ihrem Bereich.

Wie behalten Sie und Ihre Kolleginnen und Kollegen dabei den Überblick?
Dafür gibt es bei Daimler das sogenannte „Human Rights Respect System“, mit dem wir risikobasiert menschenrechtliche Standards in unseren Lieferketten überprüfen. Ich persönlich bin in unserem Team unter anderem für die Lithium-Lieferkette zuständig. Das heißt, ich schaue mir genau an, wo die Rohstoffe gewonnen und wo sie weiterverarbeitet werden. Dann geht es darum zu bewerten, ob die beteiligten Unternehmen die OECD-Standards zum Thema Menschenrechte einhalten. Das ist ein umfassendes Thema, denn Daimler kauft die Rohstoffe meist nicht direkt, sondern das Endprodukt, etwa die Batteriezelle.

Wie können wir uns Sensibilisierungsarbeit vorstellen?
Unser Anspruch ist, dass unsere Partner Menschenrechte respektieren und einhalten und so unterstützen wir es, wenn sie sich für das Thema engagieren und stark machen.

Der Dialog mit den Geschäftspartnern steht dabei im Mittelpunkt, z.B. im Rahmen von regelmäßigen Telefonaten oder persönlichen Treffen bei uns oder den Lieferanten.

Ein wichtiger Teil meiner Aufgaben ist die Sensibilisierungsarbeit.
„Nachfolgende Generationen sollen es genauso guthaben wie heute. Dazu möchte ich einen Beitrag leisten“ sagt Alina Barnack über ihre Motivation.

Warum haben Sie sich für Daimler als Ihren Arbeitgeber entschieden?
Zu Daimler bin ich deshalb gerne gegangen, weil sich das Unternehmen hohe Ansprüche bei Umweltschutz und Menschenrechten setzt und ich zugleich die Herausforderung von Größe und Komplexität des Konzerns gesehen habe.

Können Sie da ein Beispiel nennen?
Mir fallen spontan zwei Beispiele ein: Einmal die Teilnahme an Projekten wie der Drive Sustainability Initiative, bei der sich Unternehmen aus der Automobilindustrie gemeinsame Standards für Nachhaltigkeit setzen. Oder die Hilfsorganisation Bon Pasteur, mit der Daimler direkt vor Ort hilft, die Situation der Menschen in der Kobalt Bergbauregion Kolwezi im Kongo zu verbessern.

Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit in Ihrem Bereich?
Wir haben ein tolles Team und unterstützen uns gegenseitig. Die Erfahrungen, die ein Kollege bei der Lieferkette eines Rohstoffs macht, lassen sich oft auf andere Materialien übertragen. Darüber hinaus ergeben sich Synergien, weil Themen im Bereich Nachhaltigkeit zusammenhängen. Das Persönliche bei Daimler stimmt für mich. Mit vielen Kolleginnen und Kollegen bin ich mittlerweile befreundet und wir gehen nach Feierabend auch mal zusammen weg.

Das Engagement für Menschen und die Umwelt wird als Investition in eine nachhaltige Zukunft betrachtet. Und mit meiner Arbeit kann ich gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen einen wichtigen Beitrag für nachhaltiges Wirtschaften leisten

Was empfehlen Sie jungen Studierenden aus Ihrem Fachbereich?
Auch weil viele Unternehmen erkennen, dass eine nachhaltige Ausrichtung echte Werte schafft. Hier werden in Zukunft ganz neue und auch vielfältige Jobs und Aufgaben entstehen. Der Bedarf an Expertise im Bereich Nachhaltigkeit wächst stetig. Deshalb: Einfach die Augen offenhalten.

Noch eine persönliche Frage: Es ist Samstag 10:30 Uhr. Wo trifft man Sie in der Regel an?
Sehr gerne in einem kleinen veganen Café in der Stuttgarter Innenstadt, mit einem leckeren Stück Kuchen und einer Tasse Kaffee - natürlich aus nachhaltigem Anbau. [lacht]

Das Bewusstsein für die Umwelt und die Achtung von Menschenrechten ist in der Wirtschaft längst angekommen.
Alina Barnack (32) hat ihren Master im Studiengang „Sustainability, Economics and Management“ an der Universität Oldenburg gemacht. Im Jahr 2016 ist sie direkt bei der Daimler AG eingestiegen und kümmert sich nun im Einkauf bei Mercedes-Benz im Team „Compliance, Sustainability & Integrity“ um das Thema Menschenrechte. Wenn es um Nachhaltigkeit geht, packt Alina Barnack auch gerne direkt mit an: Ob beim Reparieren von Zäunen für den Umweltschutz in den nordirischen Mourne Mountains während eines Studienaufenthaltes oder beim Unkraut jäten im eigenen Gemüsebeet, das sie gemeinsam mit einer Freundin gemietet hat.

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