Kleine Schritte – Großes Ergebnis Business Analyst

Nachhaltigkeit ist für Hauke Kießler ein persönliches Anliegen. Neben seiner Arbeit in der Strategieentwicklung bei Daimler hat der studierte Betriebswirt deshalb eine interne Materialbörse ins Leben gerufen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können auf dieser Plattform Gegenstände, die in Ihrem Bereich nicht mehr benötigt werden, anbieten oder tauschen – vom Büromaterial bis hin zu Möbeln und Werkzeugen. Im Interview erklärt Hauke Kießler, warum es für Nachhaltigkeit eine „To-Do-Mentalität“ braucht, was an der Arbeitsatmosphäre bei Daimler für ihn so besonders ist und wie Daimler sein Studium für ihn zu einem Erlebnis gemacht hat.

Die Materialbörse hat Hauke Kießler parallel zu seinem Job ins Leben gerufen – „eine Herzensangelegenheit“, sagt er.

Herr Kießler, was steckt hinter der Daimler Materialbörse?

Mit der Plattform ermöglichen wir es, Sachen, die an einer Stelle zu viel sind, dorthin zu bringen, wo sie benötigt werden. Im Privaten gibt es ja bereits zahlreiche Apps und Netzwerke, die ähnlich funktionieren. Kleider, Bücher und sogar Lebensmittel finden so einen neuen Besitzer, anstatt im Müll zu landen. Das ist gut für die Umwelt, die Gesellschaft und spart Geld. Das lässt sich auch im Unternehmen umsetzen.

Wie funktioniert das bei Daimler genau?

Die Materialbörse ist eine offene Seite in unserem Intranet. Alle Kolleginnen und Kollegen an den verschiedenen Standorten in Deutschland können die Dinge, die bei ihnen zu viel sind, hier einstellen und anbieten. Ganz im Sinne der Nachhaltigkeit müssen wir natürlich auch immer abwägen, ob der Tausch lokal sinnvoll ist. Schließlich wäre nichts gewonnen, wenn ein einzelner Aktenordner per Hauspost zu einem anderen Werk quer durch Deutschland befördert werden muss.

Welche Dinge werden denn so über die Materialbörse getauscht?

Das ist ganz unterschiedlich: Angefangen bei kleinen Posten wie Kugelschreibern, Notizblöcken oder USB-Kabeln bis hin zu sehr wertvollen Dingen. Wir hatten beispielsweise mal einen Kaffeevollautomaten oder einen Palettenwagen. Dann kann eine Transaktion auch schon mal ein Volumen von mehreren tausend Euro haben.

Fast an jedem Standort haben wir Kolleginnen und Kollegen, die uns als „Ambassadors“ unterstützen. Die vielen positiven Reaktionen motivieren uns sehr!
Das neue Büro von Hauke Kießler ist nach dem Bürokonzept „Me@Work“ gestaltet und bietet flexible Arbeitsplätze.

Wie kamen Sie eigentlich darauf, eine Materialbörse aufzubauen?

Ich hatte die Idee 2017. Unser Team ist damals nämlich in ein neues Gebäude umgezogen. Die Räume sind ganz nach dem Bürokonzept von Daimler Me@Work gestaltet. Das heißt, es gibt flexible Arbeitsplätze und viele digitale Tools statt der „klassischen“ Büros. Dazu hat natürlich die Einrichtung unserer bisherigen Räume nicht gepasst. Viele Möbel konnten wir also nicht weiterverwenden.

Das war also die Initialzündung für die Materialbörse

Genau. Im vergangenen Jahr habe ich dann am „DigitalLife Open Space“ teilgenommen, das ist eine wirklich spannende Daimlerweite Veranstaltungsreihe, bei der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gemeinsam Lösungen zu verschiedenen Themen entwickeln. Jeder kann sich anmelden und mitmachen. Dort habe ich die Materialbörse vorgeschlagen. Zusammen mit meinen Kollegen Larissa Velitselos, Diana Teske-Zerr und Philipp Sondermann haben wir anschließend ein Konzept entwickelt und mit der Umsetzung gestartet.

Wie ging es danach weiter?

Später haben wir die Materialbörse beim „DigitalLife Day“ in Ludwigsburg vor 1.000 Teilnehmern präsentiert. Als Highlight des Events wurden die besten 15 Ideen prämiert – und wir haben es unter die ersten fünf geschafft. Mittlerweile haben wir bereits über 750 Follower und die Community wächst kontinuierlich. Fast an jedem Standort haben wir Kolleginnen und Kollegen, die uns als „Ambassadors“ unterstützen.

Das Faszinierende ist, dass jeder mit einfachen Mitteln einen Beitrag dazu leisten kann, Ressourcen zu sparen und die Umwelt zu schonen. Wir brauchen da einfach mehr „To-Do-Mentalität
Mit Abstand: Hauke Kießler bespricht sich mit einem Kollegen. Am Standort gelten selbstverständlich die Hygienevorschriften.

Diese positive Resonanz ist sicher auch Motivation?

Es freut mich, dass wir mit dem Projekt Menschen für mehr Nachhaltigkeit begeistern. Zudem finde ich es großartig, dass ich bei Daimler die Möglichkeit habe, Ideen wie die Materialbörse ein- und voranzubringen. Meine Chefin hat mir extra Freiräume geschaffen, in denen ich an dem Projekt arbeiten konnte. Diese offene Arbeitsatmosphäre schätze ich bei Daimler sehr.

Welche Herausforderungen gibt es bei dem Projekt?

Es gibt einige organisatorische und rechtliche Fragen, beispielsweise wie ein Tausch steuerlich behandelt werden muss. Dabei arbeiten wir eng mit dem Controlling und der Buchhaltung zusammen. Ein nächstes Ziel ist, die Plattform direkt an das Daimler-Bestellsystem anzubinden. Wenn eine Abteilung dann etwa Kugelschreiber für ein Kundenevent bestellt, könnte zunächst ein Hinweis aufploppen, dass in der Materialbörse aktuell Kugelschreiber vorhanden sind.

Warum ist Nachhaltigkeit für Sie eine Herzensangelegenheit?

Das Faszinierende ist, dass jeder mit einfachen Mitteln einen Beitrag dazu leisten kann, Ressourcen zu sparen und die Umwelt zu schonen. Wir brauchen da einfach mehr „To-Do-Mentalität“. Ein einfaches Beispiel: Wenn ich mich selbst frage, ob ich das Dokument wirklich für die Besprechung ausgedruckt brauche oder ob ich es mir auch auf dem Tablet ansehen kann, dann lässt sich in vielen kleinen Schritten einiges erreichen.

Eigentlich sind Sie im Bereich Unternehmensstrategie tätig. Wie kamen Sie damals zu Daimler?

Ich habe bereits meine Ausbildung zum Industriekaufmann bei Daimler in Sindelfingen gemacht. Danach wollte ich mich weiterentwickeln und habe Betriebswirtschaft in Münster studiert. Mit dem Daimler Student Partnership Programm war ich auch während meines Studiums eng mit dem Unternehmen verbunden und konnte in meinen Praxisphasen viele spannende Bereiche im Konzern kennenlernen. Unter anderem war ich für ein Semester bei Daimler in Peking, das war natürlich ein besonderes Erlebnis. Meine Abschlussarbeit habe ich dann zum Thema „Car-Sharing“ geschrieben – so kam auch der Kontakt zur Unternehmensstrategie zustande.

Mein jetziger Job ist nach wie vor in der Unternehmensstrategie, nun aber im Bereich Strategy Intelligence. Unser Ziel ist, unser Marktumfeld auf verschiedene Trendthemen hin zu durchleuchten, um daraus Rückschlüsse für unsere Strategie abzuleiten.

Persönlich: Hauke Kießler (32) Die Marke Mercedes-Benz fasziniert Hauke Kießler bereits seit seiner Kindheit: Schließlich fuhr sein Opa mit einem 190er schon einen echten Klassiker. Für den Start einer Ausbildung bei Daimler musste der geborene Niedersachse aus Gifhorn deshalb nicht lange überlegen. Das Thema Nachhaltigkeit liegt Hauke Kießler auch privat am Herzen: Kleine Schritte machen für ihn den Unterschied – ob beim Einkauf beim Gemüsehändler um die Ecke oder beim Verzicht auf unnötige Autofahrten. Seine Leidenschaft fürs Fahrradfahren passt dazu natürlich optimal.

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