In schwierigen Situationen die richtige Entscheidung treffen – Integritätsmanagement bei Daimler

Bei Daimler ist Integrität ein essenzieller Teil der Unternehmenskultur und Basis für den nachhaltigen Erfolg des Konzerns. Als Projektkoordinatorin für das „Integrity Program and Network“ gibt Jessica Gehring gemeinsam mit ihrem Team praktische Hilfestellung, wie es gelingen kann, in schwierigen Situationen die richtige Entscheidung zu treffen. Im Gespräch erzählt sie, warum beim Thema Integrität der Blick über das Unternehmen hinaus wichtig ist und was sie an ihrem Job besonders liebt.

Frau Gehring, wie gelingt integres Handeln?

Das ist oft gar nicht so einfach. Integrität bedeutet ja, das Richtige zu tun – also ethisch angemessen zu agieren. In vielen Situationen, die wir im Alltag erleben, gibt es aber eben nicht die eine richtige Lösung. Genau hier setzen wir mit unserem Team an. Uns ist es wichtig, bei allen Kolleginnen und Kollegen weltweit ein Bewusstsein dafür zu schaffen, was für integres Handeln benötigt wird. Dabei geht es in meinem Team weniger um rechtliche Fragen, denn darum kümmern sich unsere Legal & Compliance Kolleginnen und Kollegen. Sondern es geht vielmehr um ethisch korrektes Verhalten in allen Situationen.

Haben Sie ein Beispiel für so eine Situation?

Stellen Sie sich vor, Sie haben Feierabend und laufen gerade zum Firmen-Parkhaus. Sie sehen Ihren Kollegen, wie er – offensichtlich sehr in Eile - schnell zu seinem Fahrzeug läuft, in sein Auto springt und beim Ausparken mit seiner Stoßstange am Fahrzeug nebenan eine Schramme verursacht. Er fährt weiter zum Ausgang und scheint den kleinen Unfall nicht bemerkt zu haben. Integer wäre es, den Kollegen direkt zu kontaktieren, da er das Ganze vielleicht nicht mitbekommen hat und mit seinem Verhalten unwissentlich Fahrerflucht begeht. Ein Schritt, der für Manche Mut erfordert. Ein weiteres Beispiel kann sein, dass ich mitbekomme wie eine Kollegin die Idee eines anderen Kollegen vor dem Chef als die eigene ausgibt. Was mache ich, wenn so etwas passiert? Oder ich bekomme im Meeting mit, dass sich ein Kollege respektlos gegenüber einer anderen Person verhält – sage ich etwas oder nicht?

Mutig sein und die richtige Entscheidung treffen – das betrifft viele Situationen des Arbeitsalltages.

Ja, das sind ein paar plakative Beispiel, die sich aber so oder so ähnlich leicht auf nahezu jeden Bereich übertragen lassen – vom Büro bis in die Werkstatt. Mit unserem Team „Integrity Program and Network“ wollen wir Kolleginnen und Kollegen dazu befähigen, in „kniffligen“ Situationen den richtigen Weg zu gehen und ein vertrauensvolles Miteinander zu fördern. Bei Daimler sind wir überzeugt, dass wir nur dann langfristig erfolgreich sind, wenn wir gemeinsam integer handeln.

Mit Vorträgen, Trainings und der Netzwerkarbeit zu Integrität unterstützt das Team „Integrity Program and Network“ Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dabei, integres Handeln in ihren Alltag zu integrieren.

Wie unterstützen Sie Kolleginnen und Kollegen dabei integer zu handeln? Und wie gehen Sie das konkret an?

Auf vielen unterschiedlichen Ebenen. Dazu gehören zum Beispiel die Beratung zur Vorbereitung von Teamveran¬staltungen und größeren Bereichsmeetings zum Thema Integrität. Diese Veranstaltungen dienen dem Austausch zwischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und geben die Möglichkeit zur Diskussion über aktuelle Herausforderungen, aber auch Chancen. Wir fördern „Speak Up“ bei uns im Unternehmen aktiv und ermutigen jede und jeden, die eigene Meinung frei zu äußern und ermöglichen eine offene Aussprache. Dazu gehört auch der ehrliche Umgang mit Fehlern. Daneben gibt es den „Infopunkt Integrität“. An diese Anlaufstelle können sich Kolleginnen und Kollegen wenden, wenn sie unsicher sind, wie sie sich in einer Situation am besten verhalten. Ein weiteres Beispiel ist unser Portal „Integrity Case Collection“ in unserem Intranet. Hier sammeln und veröffentlichen wir Beispiele und Fälle aus der Praxis. Wir haben auch unseren „Werkzeugkasten Integrität“, mit dem wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Führungskräften Infos und Methoden an die Hand geben, um Integrität bei sich zum Thema zu machen oder beispielsweise um ein engeres Vertrauensverhältnis im Team zu schaffen.

„Was mich von Anfang an bei Daimler begeistert hat, ist, dass ich mit Kolleginnen und Kollegen weltweit zusammenarbeite und dass diese Diversität bei Daimler gelebt wird."

Und wie können wir uns Ihr Team vorstellen?

Wir sind wirklich bunt gemischt: Meine beiden Chefinnen arbeiten im Job-Sharing und haben internationale Betriebswirtschaftslehre studiert. Eine meiner Kolleginnen ist Psychologin, ein Kollege ist Wirtschaftswissenschaftler, unsere aktuelle Praktikantin spezialisiert sich in ihrem Studium auf Nachhaltigkeitsmanagement und ich bin ausgebildete Journalistin. Gerade beim Thema Integrität ist es hilfreich, Blickrichtungen aus ganz unterschiedlichen Disziplinen einzubringen. Und wir arbeiten sehr eng mit den anderen Teams aus dem Integritätsmanagement zusammen. Da gibt es neben uns noch weitere Abteilungen, die sich zum Beispiel mit unserer Verhaltensrichtlinie oder den Themen Nachhaltigkeit und Menschenrechte beschäftigen.

Wie sieht der Austausch zum Thema Integrität darüber hinaus aus?

Für den Austausch haben wir unser Netzwerk Integrität etabliert. Das sind Kolleginnen und Kollegen, die das Thema an den weltweiten Standorten vorantreiben, mehrmals im Jahr zu Austauschmeetings zusammenkommen und gemeinsam mit uns die weiteren Maßnahmen beschließen. Daneben haben wir noch den Beirat für Integrität und Unternehmensverantwortung: Die Beiratsmitglieder verfügen über vielschichtige Kenntnisse und Erfahrungen in den Bereichen Umwelt- und Sozialpolitik, Verkehrs- und Mobilitätsentwicklung und diversen menschenrechtlichen und ethischen Fragestellungen. Der Austausch mit ihnen liefert uns wichtige Grundlagen, um den stetigen Wertewandel bei Daimler aktiv mitzugestalten.

Und wie sind Sie zu Daimler gekommen?

Ich habe während meines Masterstudiums als Werkstudentin bei Daimler angefangen und dann auch meine Abschlussarbeit im Unternehmen geschrieben. Was mich von Anfang an begeistert hat, ist, dass ich bei Daimler mit Kolleginnen und Kollegen weltweit zusammenarbeite. Das schätze ich, auch weil ich als Journalistin viel unterwegs war – vom Mittleren Osten bis Südamerika – und viele Menschen kennenlernen durfte. Der interkulturelle Austausch bringt oft ganz neue Sichtweisen. Diese Diversität wird bei Daimler gelebt, deshalb bin ich auch nach meinem Studium geblieben.

Jessica Gehring möchte mit ihrer Arbeit einen Beitrag für die Gesellschaft leisten – im Integritätsmanagement bei Daimler bieten sich ihr die Möglichkeiten dafür.

Was haben Sie als Nächstes vor?

Mir ist es wichtig, mit meiner Arbeit einen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten. Im Integritätsmanagement bei Daimler habe ich die Möglichkeit, wirklich einen Unterschied zu machen – und zwar ganz praktisch. Wenn Kolleginnen und Kollegen in schwierigen Situationen auf uns zukommen, finden wir eine Lösung. Dafür setze ich mich auch in Zukunft ein und das treibt mich an.

Noch eine persönliche Frage: Wenn Zeitreisen möglich wären, wohin würden Sie gerne reisen?

Ich möchte auf jeden Fall in die Zukunft reisen. Über die Vergangenheit gibt es ja viele Bücher (lacht). Vielleicht ins Jahr 2040. Ich habe die Hoffnung, dass wir bis dahin bei den aktuellen Themen wie beispielsweise dem Klimaschutz ein Stück weitergekommen sind und dass ich für unsere Kinder und speziell für meine kleine Tochter eine gute Zukunft sehe. Das würde mich freuen.

Jessica Gehring (29) begleitet die Leidenschaft für die Marke mit dem Stern schon seit ihrer Kindheit. Bei ihrer Fahrt zur Schule, natürlich in einem Mercedes-Bus, führt ihr Weg jeden Tag am Mercedes-Benz Werk in Sindelfingen vorbei – das große Gelände mit den Gebäuden macht sie neugierig. Parallel zu ihrem Bachelor-Studium in Medienwissenschaft, Rhetorik und Politikwissenschaft an der Universität Tübingen absolviert Jessica Gehring eine journalistische Ausbildung. Bei ihren Einsätzen für verschiedene Zeitungen sowie Radio und Rundfunk berichtet sie unter anderem aus Jordanien, dem Libanon und dem Mittleren Osten. Während ihres Masterstudiums in Kommunikationsmanagement an der Universität Hohenheim sammelt sie zunächst als Werkstudentin erste Erfahrungen bei Daimler und schreibt dann ihre Masterarbeit im Unternehmen. Wenn sich Jessica Gehring heute nicht in ihrem Bereich für Integrität einsetzt, verbringt die junge Mutter gerne Zeit mit ihrer kleinen Tochter und ihrem Lebenspartner. Oder sie trainiert für ihr großes Ziel: Zu ihrem 30. Geburtstag im kommenden Jahr hat sie sich einen Marathon vorgenommen.

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