Wie man Geistiges Eigentum schützt Legal Dr. Peter Stiefel für Product Intellectual Property

Internationale TV-Serien wie Suits mit ihrer Kultfigur Harvey Specter haben das Berufsfeld Jurist populär gemacht. Auch Dr. Peter Stiefel hat sich im Studium als Anwalt in einer großen Kanzlei gesehen. Heute ist er Bereichsleiter bei Daimler und für das Thema Geistiges Eigentum zuständig. Sein täglicher Antrieb? „Ich arbeite für eine der wertvollsten Marken der Welt. Was gibt es Besseres?“ Im Interview gibt er Einblicke in investigative Ermittlungsarbeit und wieso Juristen bei einem Konzern wie Daimler einsteigen sollten.

Hallo Herr Stiefel, bitte stellen Sie sich den Leserinnen und Lesern kurz vor.

Stiefel: Ich bin 43 Jahre alt und arbeite seit 2008 bei Daimler. Studiert habe ich ganz klassisch Jura mit dem ersten und zweiten Staatsexamen. Während meiner Promotion habe ich in einer kleinen Kanzlei in Teilzeit gearbeitet und bin dann später in eine Großkanzlei nach Stuttgart gewechselt. Dort hatte ich auch meine ersten Berührungspunkte mit Daimler, da wir den Konzern zu Themen wie Produkthaftung rechtlich beraten haben.

Wie kam der Wechsel zu Daimler?

Im Studium wollte ich immer der nächste Harvey Specter werden. Wie wahrscheinlich jeder Rechtswissenschaft-Student. (lacht) Mir hat es auch immensen Spaß gemacht, als externer Anwalt verschiedene Mandanten zu beraten. Das waren Großkonzerne wie auch mittelständische Unternehmen. Was mir allerdings in dieser Beraterrolle fehlte, war Entscheidungskompetenz, Verantwortung und Internationalität. Ich war zwar für internationale Mandanten tätig, habe aber immer wieder deutsches Recht vor deutschen Gerichten angewendet. Bei Daimler ist das anders, hier bin ich tatsächlich international von China bis USA tätig. Nach der Geburt meiner ersten Tochter habe ich mich daher für einen Wechsel zu Daimler entschieden. Hier wurde mir die beste Life-Balance geboten.

Dr. Peter Stiefel

Wie sah Ihr Werdegang bei Daimler aus?

Ich bin zunächst als Teamleiter im Bereich Produktsicherheitsrecht und Compliance eingestiegen. 2012 habe ich dann das Thema Markenschutz (Brand Protection) übernommen, was enorm spannend war. Jeder weiß, dass ein Mercedes für einen hohen Sicherheitsstandard steht. Umso wichtiger ist es für uns als Marke, dass keine gefälschten Ersatzteile in Werkstätten verbaut oder im Internet als vermeintliche Originalteile verkauft werden. Ich spreche hier von gefälschten Airbags oder Bremsscheiben, also Autoteilen, die bei einem Unfall lebensrettend sein können. Heute bin ich als General Counsel gesamthaft für das Thema Intellectual Property, also Geistiges Eigentum, bei der Daimler Brand & IP Management GmbH & Co. KG zuständig. Das ist eine 100%ige Tochter der Daimler AG, die sich für den Konzern um das Geistige Eigentum kümmert.

Wie findet man denn Werkstätten, die gefälschte Waren verkaufen?

Da gibt es verschiedene Methoden von der klassischen Online-Recherche und –Monitoring von Produktangeboten bis hin zur echten Ermittlungsarbeit vor Ort. Wir haben weltweit Kollegen im Einsatz, die mit lokalen Behörden zusammenarbeiten und diese auch bei Razzien unterstützen.

Viele Juristen entscheiden sich eher für eine Kanzlei als Arbeitgeber statt für einen Konzern. Woran liegt das?

Das liegt vielleicht auch an TV-Serien wie Suits. Dort wird einem suggeriert, dass man in einer Kanzlei große Deals macht, viel Geld verdient und international unterwegs ist. Dabei stehen Konzerne Kanzleien in nichts nach und punkten vor allem durch Internationalität und vielfältige Themenfelder. Wir leisten hier hochspannende juristische Arbeit. Ich trage Verantwortung, nicht nur inhaltlicher Natur, sondern insbesondere auch für meine Kollegen und Mitarbeiter.

Dr. Peter Stiefel

Sie sind für das Thema Intellectual Property zuständig. Was umfasst dies alles?

Wir sind in Gerichtsverfahren zu Markenrechten aktiv, aber auch präventiv, wenn es um so genannte Drittschutzrechte geht. Wir kümmern uns auch um die Verteidigung, wenn uns vorgeworfen wird, Drittschutzrechte verletzt zu haben. Und wir beraten unsere Kollegen im Konzern weltweit zu IP-Fragen. Wenn man sich vor Augen führt, wo und wie zum Beispiel unsere Marke „Mercedes-Benz“ verwendet wird, also von der Arbeitskleidung über den Vertrieb bis hin zum Marketing, kann man sich vorstellen, dass uns nicht langweilig wird. Hierbei sind die zahlreichen Patente, Designs und Urheberrechte, um die wir uns ebenfalls kümmern, noch nicht einmal eingeschlossen. Das Schöne und Spannende an unserer Arbeit ist dabei, dass wir ganz nahe am Produkt sind. Jeder von uns spürt täglich, dass er bei einem tollen und innovativen Automobilhersteller und Mobilitätsdienstleister arbeitet.

Warum haben Sie sich gerade für Daimler als Arbeitgeber entschieden?

Was gibt es Besseres als für eine der wertvollsten Marken der Welt zu arbeiten? Aktuell liegen wir laut Interbrand mit Mercedes-Benz global auf Platz 8, als wertvollste europäische Marke. Es gibt nicht viele andere Unternehmen, die ähnlich aufgestellt sind. Außerdem befindet sich die Industrie mitten im Wandel, das macht den Job als Jurist bei Daimler so abwechslungsreich. Früher ging es fast nur um klassische Patente zu Achsen oder Getrieben. Heute haben wir andere Themen und Wettbewerber, die an neuen Technologien wie dem Autonomen Fahren, KI oder Vernetzung arbeiten. Das macht unser Arbeitsfeld enorm vielfältig und anspruchsvoll. Bei Daimler hat man die Möglichkeit, selbst mitzugestalten und den Takt vorzugeben.

In Ihrem Bereich werden Kollegen mit vielen unterschiedlichen Jobprofilen gesucht. Was sollte man als Bewerber mitbringen?

Wir suchen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ihrem Job mit Leidenschaft nachgehen. Sie sollten pragmatisch, entscheidungsfreudig und vor allem motiviert sein. Affinität zu unseren Produkten und ein gewisser Weitblick sind daher von Vorteil. Wir arbeiten eng mit den Fachbereichen wie der Technischen Entwicklung oder Qualitätssicherung zusammen und sind mit unseren Kollegen weltweit vernetzt. Von daher ist sicheres Englisch eine Grundvoraussetzung. Unser Alltag ist abwechslungsreich und bietet Chancen, selbst mitzugestalten und sich weiterzuentwickeln.

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