Daimler und agiles Arbeiten? globale Organisationsentwicklung

Agiles Arbeiten, Schwarm-Organisation, flache Hierarchien. Diese Schlagworte begegnen uns immer häufiger. Grund ist die Digitalisierung und Erkenntnis, dass klassische hierarchische Organisationsmodelle nicht immer zeitgemäß sind. Um die besten Talente auf dem Bewerbermarkt zu erreichen und mit ihnen auch die besten Produkte zu entwickeln, müssen Unternehmen schnell und flexibel agieren. Michael Poerner kümmert sich bei Daimler um die globale Organisationsentwicklung und erklärt, was Agilität im Arbeitsleben wirklich bedeutet.

Stellen Sie sich bitte kurz vor:

Ich bin seit 2013 dabei und komme aus der Wissenschaft und Beratung. Vor Daimler habe ich in Shanghai gelebt und dort auch promoviert. Meine Tochter ist fast zwei Jahre alt und meine Frau kommt aus dem „Midwesten“-Amerikas. In meiner Freizeit segle ich sehr gerne.

Was bedeutet Agilität für Sie?

Unter Agilität verstehe ich eine moderne Art der Zusammenarbeit, die den Anforderungen in einer schnelllebigen Welt gerecht wird. Es ist eine kundenzentrierte Arbeitsform, die schneller Ergebnisse erzielt und sich flexibel an neue Anforderungen anpasst.

Wie geht Daimler mit dem Thema um?

Daimler sieht die Chancen. Unser Unternehmen hat sich dafür entschieden, in Schwarm-Organisationen agil zusammen zu arbeiten. Das ist ein Teil unserer unternehmensweiten Initiative Leadership 2020, bei der wir die Arbeitskultur bei Daimler umkrempeln. Der Konzern ist hier schon auf dem richtigen Weg. Zum Beispiel habe ich im letzten Jahr im Schwarm an der Fragestellung gearbeitet, wie wir zehn Jahre voraus denken und zukünftige Jobprofile entwerfen können.

Wie haben Sie agiles Arbeiten in Ihrem Schwarm erlebt?

Besonders gut gefallen hat mir die Geschwindigkeit und Flexibilität. Wir hatten zwar ein grobes Phasenkonzept mit Meilensteinen, aber das haben wir jede Woche neu gestaltet. Spontane Veränderungen, beispielsweise durch den Kunden, konnten im Zeitplan schnell integriert werden. Damit ist natürlich auch schwerer vorhersehbar, was in den nächsten Wochen passiert.

Wie war die Teamarbeit in so einem Schwarm?

Das war zum einen herausfordernd, da wir verstreut saßen, und zum anderen unglaublich motivierend. Die neue Art der Zusammenarbeit hat neugierig gemacht und sehr viel Kreativität und Kräfte freigesetzt. Ohne diese Energie hätten wir es nicht geschafft, ein bisher quantitatives Thema qualitativ neu zu denken. Bei der Entwicklung haben wir mit Design Thinking und der Scrum-Methode gearbeitet und über Skype unsere Wochensprints durchgeführt.

Sie sagen, Agilität sei eine Chance. Wie kann eine Arbeitsmethode zum Unternehmenserfolg beitragen?

Agiles Arbeiten hilft, die Geschwindigkeit von Arbeitsprozessen zu erhöhen, um schneller zu Ergebnissen zu kommen. Beim Mitarbeiter selbst steigt die Identifikation und Motivation. Denn man hat einen größeren Freiraum, mehr Möglichkeiten sich produktiv einzubringen und sich kreativ auszuleben. Und es tut gut, neue und innovative Arbeitsformen zu nutzen und Dinge neu zu denken. Es gibt nicht nur den einen richtigen Weg, der schon immer zum Erfolg geführt hat, sondern es gibt auch andere Möglichkeiten zum Ziel zu kommen – und dieser Weg kann flexibel sein.

Haben Sie persönliche Tipps für jemanden, der agiles Arbeiten ausprobieren will?

Ja, sie oder er soll bei Daimler einsteigen, denn hier kann man agiles Arbeiten ausprobieren! Im Ernst, mein Tipp: Darauf einlassen und einfach mal machen. Es gibt nicht gut oder schlecht, richtig oder falsch. Das war auch bei uns das entscheidende Argument.

Ist Ihr Produkt dank der agilen Herangehensweise ein anderes?

Wir glauben, dass wir im Schwarm etwas entwickelt haben, dass wir auf andere Art und Weise nicht so schnell und in dieser Qualität entwickelt hätten. Durch den Mix aus Experten über Bereichsgrenzen hinweg und der flexiblen Methodik, haben wir einen enormen Wissenstransfer angestoßen.

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