Silberpfeil meets EQ - Exterieur Designer

Das Vision EQ Silver Arrow Showcar vereint die historischen Silberpfeile von Mercedes-Benz mit dem Blick auf die Zukunft der neuen Produkt- und Technologiemarke EQ. Matthias Schenker ist Exterieur-Designer im kalifornischen Carlsbad und maßgeblich an der Entwicklung des Showcars beteiligt. Im Interview gibt der 27-jährige einen Einblick in seine Rolle im Designprozess, die größten Herausforderungen des Projektes und seine Design-Karriere.

Hallo Herr Schenker, bitte stellen Sie sich kurz vor.
Ich bin Matthias Schenker, 27 Jahre alt und komme ursprünglich aus Großbettingen in Baden- Württemberg. 2015 habe ich mein Studium mit einem Bachelor in Transportation Design an der Hochschule Pforzheim beendet. Heute lebe ich in Carlsbad in Kalifornien und arbeite dort als Exterieur Designer im Advanced Design Studio von Daimler.

Wie sieht ihr bisheriger Weg bei Daimler aus?
Meinen ersten Schritt ins Berufsleben habe ich 2006 nach Abschluss der Realschule gewagt. Ich begann eine Berufsausbildung zum „Technischen Produktdesigner“. Dort bekam ich erstmals einen Einblick in die Konstruktion eines Fahrzeuges und den technischen Aspekt von CAD-Dateien. Als mir dann ein Skizzenbuch eines Designers in die Hände fiel, war meine Begeisterung geweckt und meine Entscheidung getroffen: Ich werde Autodesigner! Durch verschiedene Projekte lernte ich Designer und Designstudenten kennen, die mein Talent sahen und mir mit Rat und Tat zur Seite standen. 2009 beendete ich dann erfolgreich meine Ausbildung und ein halbes Jahr später war ich Student im Studiengang „Transportation Design“ in Pforzheim. Mein Praxissemester verbrachte ich bei Daimler im Advanced Design Center in Sindelfingen, wo ich auch meine Bachelorthesis geschrieben habe. Mit dem Abschluss in der Tasche habe ich dann das unglaubliche Angebot erhalten, als Exterieur Designer im kalifornischen Carlsbad anzufangen. Diese Chance habe ich ergriffen und nun lebe ich seit 2015 hier im Süden Kaliforniens. In dieser Zeit hatte ich die Möglichkeit, an vielen spannenden Projekten mitzuwirken, darunter auch am Vision Mercedes-Maybach 6 Coupé und dem Vision EQ Silver Arrow.

Sie haben an der Entwicklung des Vision EQ Silver Arrow mitgearbeitet. Wofür waren Sie verantwortlich?
Beim Vision EQ Silver Arrow war ich Teil des Exterieur-Design-Teams. Das bedeutet, dass ich von der ersten Idee und Skizze, über das 1:4 Tonmodell bis hin zur Umsetzung des 1:1 Tonmodells beteiligt war. Das daraus resultierende Showcar wurde Ende August 2018 in Pebble Beach der Öffentlichkeit präsentiert.

Wie lange dauert der Designprozess eines solchen Showcars? Welche Arbeitsschritte unterschätzt man leicht?
Der Designprozess hängt immer vom Detaillierungsgrad und von den Produkteigenschaften der Fahrzeuge ab. Einige unserer Showcars haben einen sehr straffen Zeitplan, da vergehen von der ersten Skizze bis zum ersten Designmodell nur wenige Monate. In diesem Fall war die Idee schnell gefunden: Wir wollten einen einsitzigen Sportwagen designen, der an die legendären Silberpfeile und Rekordwagen des vergangenen Jahrhunderts erinnert. Nach kurzen Wochen der Entwurfsarbeit zeigte sich auch schnell eine Ausprägung, mit der wir Vergangenheit und Zukunft vereinen können. Dabei kombinierten wir die Einzigartigkeit eines konventionellen Stromlinienfahrzeugs mit der Technologie eines modernen Elektroautos. Sobald die groben Proportionen des Fahrzeuges definiert und ein Designthema verabschiedet wird, geht es an die technische Umsetzung: nämlich die Vision vom Papier in die 3D-Realität zu bringen. Wie so oft steckt hier der Teufel im Detail, jedes Teil muss unter dem Aspekt der Umsetzbarkeit designed werden.

Was war hierbei für Sie die größte Herausforderung und worauf sind Sie besonders stolz?
Die größte Herausforderung beim Vision EQ Silver Arrow war in kurzer Zeit ein Fahrzeug zu entwerfen, welches sich klassischer Elemente bedient, dabei aber gleichzeitig einen Ausblick auf eine völlig neue Generation Silberpfeil gibt: Silberpfeil meets EQ – die Rennsporttradition trifft auf die Zukunftstechnologie der Marke EQ. Mit unserem Vision EQ Silver Arrow haben wir eben genau so ein Showcar geschaffen. Ich bin stolz, dieses Projekt von der ersten Skizze bis hin zur Premiere in Pebble Beach begleitet zu haben und konnte mit einem unglaublichen Team leidenschaftlich gemeinsam daran arbeiten.

Welche Tipps haben Sie für Bewerber, die gerne bei Daimler im Design-Bereich arbeiten möchten?
Leidenschaft und Hingabe sind mit das Wichtigste in unserem Beruf. Jeden Tag zu zeichnen, zu gestalten und sich und den Entwurf immer wieder verbessern zu wollen. Die erste Voraussetzung auf dem Weg zum Autodesigner ist ein erfolgreicher Studienabschluss. Dort lernt man zusammen mit anderen Autobegeisterten die Grundlagen und das Handwerkszeug. Mit dem ersten Portfolio kommt dann das erste Praktikum, bei dem man zum ersten Mal „richtige“ Design-Luft schnuppern kann. Der Weg zum Autodesigner ist meistens nicht einfach und geradlinig, aber die harte Arbeit lohnt sich. Ich werde nie den Moment vergessen, an dem ich zum ersten Mal mit zitternden Knien ein Designstudio betreten habe. Mit Talent, der nötigen Hingabe und einer Portion Glück steht der Karriere als Designer nichts im Weg.

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