Vom Talentprogramm zum Projektleiter

Seit Herbst 2018 ist der eCitaro das erste emissionsfreie Mitglied des Mercedes-Benz-Stadtbus-Portfolios und fährt im Gegensatz zu den abgasarmen Verbrennern vollelektrisch. Der Produktionsanlauf und die Koordination der Produktion des vollelektrischen Stadtbusses will gut geplant sein. Eine Hauptrolle dabei spielt Philipp Heyne, Projektleiter der Produktion des eCitaro.

Er stieg 2011 nach seinem Maschinenbau-Studium über das Trainee-Programm „CAReer“ ein und übernahm seitdem in verschiedenen Projekten Verantwortung. Wir haben ihn zu seinen konkreten Aufgaben und den Herausforderungen in seinem Beruf befragt. Was der eCitaro mit Smartphones zu tun hat und warum Philipp ohne die richtige Kommunikation nicht so erfolgreich gewesen wäre, erfahren Sie im folgenden Interview.

Der eCitaro wird auf der gleichen Linie wie der „herkömmliche“ Stadtbus Citaro produziert. Welche Herausforderungen traten bei der Integration in die neue Produktionsstraße auf?

„Die Herausforderungen traten immer wieder dort auf, wo sich der eCitaro von dem Citaro mit Verbrennungsmotor unterscheidet. Besonders bei den Dachelementen, denn beim Citaro lagen dort nur Rohre der Klimaaggregate, wohingegen beim eCitaro nun elektrische Bauteile und die Batterien angebracht sind. So müssen die Mitarbeiter zum Beispiel auch elektrische Zeichnungen lesen. Das bedeutet, dass sich auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter umzustellen und auf ganz neue Aufgaben und Gegebenheiten einzustellen hatten.“

Links Philipp Heyne, Projektleiter Produktion eCitaro, rechts Felix Würthwein, Projektleiter Hochvolt. Bild: Jean Raclet

Was gefällt Dir am eCitaro am besten?

„Das Fahrverhalten – ganz klar. Es ist sehr angenehm, dass die Schaltvorgänge wegfallen. Dadurch hat der eCitaro ein wesentlich weicheres Fahrverhalten und man spürt kein Schaltrucken. Viel faszinierender sind aber die bereichsübergreifende Zusammenarbeit und der Einsatz der Kollegen. Im Projekt müssen Vertrieb, Entwicklung, Produktion und Aftersales – einfach alle Beteiligten – ihren Beitrag leisten. Speziell für die Produktion war die direkte Abstimmung zwischen Supply-Chain-Management, Montage und Planung in unserem Projektbüro ein Schlüssel zum Erfolg. Im Grunde haben wir uns je nach Bedarf wie ein Schwarm zusammengesetzt und die Themen gelöst.“

Worauf freust Du Dich besonders, wenn du an die Zukunft des eCitaro denkst?

„Ich freue mich auf die Weiterentwicklung und bin auch sehr gespannt, was die Zukunft bringt. Ich sehe eine Parallele zu den Smartphones, die vor zehn Jahren an einer ähnlichen Stelle am Anfang ihrer Entwicklung standen. So erwarte ich beispielsweise in den nächsten Jahren eine immense Weiterentwicklung der Batterien: Sie werden kleiner, ausdauernder und leistungsfähiger. Im Endeffekt wird man sich alle ein bis zwei Jahre eine neue Batterie kaufen können und einen Unterschied spüren, weil sich die Technologie derzeit rasant entwickelt. Und es ist einfach spannend, dabei zu sein und die Entwicklung aktiv mitzugestalten. Das Projekt ist auch so aufgestellt, dass wir verschiedene Möglichkeiten in Betracht ziehen und bei der Produktstrategie sehr flexibel sind, sodass wir gegebenenfalls nach links oder rechts abbiegen können.“

Was ist die größte Herausforderung in Deinem Job?

„Dass ich nichts vergesse (lacht). Gerade bei der Koordination des Anlaufs musste ich meine Ohren immer überall haben und mir die Probleme bewusst suchen. Denn nur, wenn die Probleme im Vorfeld identifiziert werden, können sie rechtzeitig gelöst werden. Darüber hinaus spielte der sportliche Zeitrahmen eine Rolle.“

Rechts Philipp Heyne, Projektleiter Produktion eCitaro, links Felix Würthwein, Projektleiter Hochvolt. Bild: Jean Raclet

Wie sieht ein normaler Arbeitstag bei Dir aus?

„Den ganz normalen Tag gibt es natürlich nicht. In unserem kleinen Projektbüro haben wir die wichtigsten Informationsträger zusammengesetzt. Zusätzlich holen wir uns je nach Thema und Aufgabe noch weitere Personen dazu. Dadurch ist immer Abwechslung geboten. Dazu habe ich natürlich auch verschiedene Besprechungen mit Teilprojekten und erstatte Bericht an die Werkleitung und das Management. Der Informationsabgleich ist bei einer solchen Aufgabe von hoher Wichtigkeit.“

Was ist die wichtigste Eigenschaft in Deinem Beruf?

„Das ist in erster Linie die Kommunikationsfähigkeit: Man muss sich auf sein Gegenüber einstellen können: mit den Kollegen in der Produktion, dem Management und der Werkleitung. Das heißt, dass je nach Gesprächspartner eher Daten, Zahlen und Fakten im Fokus stehen – oder eben Informationen zu Hintergründen und Abläufen. Zusätzlich muss man in meinem Beruf auch den Überblick behalten.

Bei allem muss ich sagen: Mir wurde meine Aufgabe relativ leicht gemacht. Der eCitaro war sozusagen eine Art Flaggschiff für Daimler Buses und den Standort Mannheim und jeder hat mitgezogen. Das war beeindruckend! Auch hier noch einmal vielen Dank an alle Kollegen, die Ihren Teil zum gelungenen Serienanlauf beigetragen haben. Und jetzt sind wir alle stolz auf das, was wir da geschafft haben. Der eCitaro steht für die Zukunftsfähigkeit unseres Standorts.“

Vielen Dank an Philipp Heyne für das angenehme Gespräch!

Das Interview führte Johannes Jerg, Praktikant Unternehmenskommunikation Daimler Buses.

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