An der Uni - Jahrzehnte nach meinem Abschluss Dieter Zetsche | 30. Juni 2017

Ich habe das Privileg, übers Jahr hinweg zu vielen verschiedenen Anlässen mit spannenden Menschen ins Gespräch zu kommen. Und ich genieße es besonders, wenn ich junge Leute treffe, die Führungskräfte von morgen.

Letzte Woche war ich bei der European School of Management and Technology (ESMT) in Berlin zu Gast. Und ich konnte wieder einmal feststellen: So eine Gruppe ambitionierter Studenten hilft, die eigenen Akkus wieder aufzuladen.

Die wichtigste Erkenntnis für mich war dieser Optimismus unter den Studenten: Sie sehen den Fortschritt, nicht die Probleme. Sie glauben an innovative Ideen und lassen sich nicht von altbekannten Hürden aufhalten. Diese Denkweise lernt man in keiner Vorlesung und in keinem Lehrbuch. An der ESMT war sie trotzdem deutlich spürbar. Und sie ist ansteckend!

Interessant ist ja, dass der Begriff „Kulturpessimismus“ bei uns viel stärker verbreitet ist als das Wort „Kulturoptimismus“. Letzteres hat nicht einmal einen Wikipedia-Eintrag. Und wir alle wissen: Was Wikipedia nicht kennt, existiert wahrscheinlich gar nicht. Wenn man auf Wikipedia nach „Kulturoptimismus“ sucht, landet man stattdessen direkt bei „Kulturpessimismus“.

Die Wikipedia-Suche nach „Kulturoptimismus“ führt direkt zum Artikel über „Kulturpessimismus“.

Nach vielen Jahren der persönlichen Beobachtung kann ich sagen: manche Menschen neigen dazu, den Optimismus der Jugend im Verlauf ihres Berufslebens zu verlieren. Natürlich bin ich nicht naiv: Wer sich Mühe gibt, findet immer Gründe, mit einer eher negativen Brille auf die Dinge zu schauen. Was wir aber brauchen, ist eine Kultur, die uns ein Stück mehr zurückführt zu der optimistischen Grundeinstellung, die wir zu unserer Studienzeit hatten.

Selbstverständlich können wir uns dafür nicht alle wieder semesterweise an der Uni einschreiben. Aber es hilft doch sehr, ab und an bei einer vorbeizuschauen. Denn dieser Grundoptimismus ist absolut ansteckend. Danke dafür, ESMT!

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