„Mercedes“: Marke mit Strahlkraft seit 120 Jahren

16. April 2020 - Ein guter Markenname hat internationale Strahlkraft. „Mercedes“ ist einer der berühmtesten und traditionsreichsten: Er bezeichnet ab 1900 die innovativen Personenwagen der Daimler-Motoren-Gesellschaft, verschafft dem Unternehmen zusammen mit dessen herausragenden Fahrzeugen und Motoren Weltgeltung und prägt damit die Mobilität. 1926 wird er zur Marke Mercedes-Benz ergänzt – mit ungebrochener Bedeutung auf allen Kontinenten. Für die älteste Luxusautomobilmarke der Welt ist ihr Name Basis und Ansporn zugleich, die exzellente Tradition in die Zukunft zu tragen.

Der Geschäftsmann und Automobilenthusiast Emil Jellinek kennt die Bedeutung eines klangvollen Markennamens. Anfang April 1900 trifft er mit der Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG) eine Vereinbarung in Nizza über den Vertrieb von Daimler-Wagen und -Motoren. Wegweisend ist dabei auch die Entscheidung für die Entwicklung eines neuen Motors, der „den Namen Daimler-Mercedes führen“ soll: Damit wird der Name, den Jellinek seit einigen Jahren als Pseudonym nutzt, zur Produktbezeichnung. Am 22. Dezember 1900 liefert die DMG den ersten mit dem neuen Motor ausgerüsteten Wagen nach Nizza, einen 35-PS-Rennwagen.

Das Fahrzeug, entwickelt von Wilhelm Maybach, ist nicht nur das neueste und leistungsstärkste Modell der DMG – es gilt auch als das erste moderne Automobil. Der Mercedes 35 PS ist konsequent auf Leistung, Gewichtsersparnis und Sicherheit ausgelegt, konstruiert unter anderem mit einem leichten Hochleistungsmotor, langem Radstand und niedrigerem Schwerpunkt. Mit diesen Merkmalen und dem organisch in die Front integrierten Bienenwabenkühler gibt er dem Automobil eine eigenständige Form: Der erste Mercedes erinnert nicht mehr an eine Kutsche, dem ein Verbrennungsmotor eingebaut wurde, er ist vielmehr eine Neukonstruktion, die von Grund auf konsequent für den innovativen Antrieb konzipiert ist. Die Fachwelt spürt sofort, dass sie mit dem Auftritt dieses Fahrzeugs eine tiefgreifende Veränderung der Automobiltechnik erlebt. Von Paul Meyan, dem Gründungsmitglied und Generalsekretär des Automobile Club de France (A.C.F.), ist die Feststellung überliefert: „Wir sind in die Ära Mercédès eingetreten.“

Hochleistungs-Vierzylindermotor des Mercedes 35 PS.

Der Mercedes ist unschlagbar

Bei der Woche von Nizza („Semaine de Nice“) im März 1901, damals der international wohl wichtigsten Motorsportveranstaltung, sind die eingesetzten Mercedes-Wagen in praktisch allen Disziplinen unschlagbar. Das verhilft Jellinek und dem Mercedes zu außergewöhnlicher Publizität. „Ganz klar haben die französischen Konstrukteure dem derzeit nichts entgegenzusetzen“, schreibt die Zeitung „La Presse“ am 30. März 1901. Im März und August 1901 erscheinen die Schwestermodelle 12/16 PS und 8/11 PS. Jellineks Geschäft boomt: In den höchsten Kreisen der Gesellschaft gehört es zum guten Ton, einen Mercedes zu fahren – oder natürlich sich darin fahren zu lassen. Das Cannstatter Daimler-Werk kommt mit der Fertigung kaum nach.

Der 35-PS Mercedes-Simplex-Rennwagen des Baron Henri de Rothschild (alias „Dr. Pascal“) in La Turbie nach dem Sieg beim Bergrennen Nizza–La Turbie am 29. März 1901.

Der Markenname und das Mädchen

Die Markenbezeichnung geht zurück auf Jellineks Tochter Mercédès. Sie wächst in einer autobegeisterten Familie auf: Der in Baden bei Wien und in Nizza lebende Emil Jellinek fordert In den letzten Jahres des 19. Jahrhunderts mehr Leistung und innovative Technik von der Daimler-Motoren-Gesellschaft und initiiert damit die Entwicklung des modernen Automobils. Seit 1899 tritt er bei Autorennen an der Côte d’Azur mit leistungsstarken Fahrzeugen von Daimler unter dem Pseudonym „Monsieur Mercedes“ an, also mit dem Vornamen seiner 1889 geborenen Tochter.

Nach den bahnbrechenden Motorsport- und Markterfolgen der Mercedes-Wagen wird der Name „Mercédès“ am 23. Juni 1902 als Warenzeichen angemeldet und am 26. September gesetzlich geschützt. Emil Jellinek macht ein Jahr später einen persönlichen Schritt: Er erhält im Juni 1903 die Erlaubnis, sich fortan Jellinek-Mercedes zu nennen. „Wohl zum ersten Mal trägt der Vater den Namen seiner Tochter“, kommentiert er diese Entscheidung.

Mercédès Jellinek auf einem Mercedes Rennwagen, aufgenommen um 1906.

Ein Stern geht auf

Und der Mercedes-Stern? Er wird von der DMG im Juni 1909 sowohl als Dreizack- wie auch als Vierzackstern als Warenzeichen angemeldet. Beide Formen werden gesetzlich geschützt, doch nur der Dreizackstern kommt unmittelbar zum Einsatz und ist ab 1910 auf den Kühlern der Mercedes-Fahrzeuge in plastisch geprägter Form zu sehen. Die drei Spitzen des Symbols gelten auch als ein Sinnbild von Gottlieb Daimlers Bemühen um universelle Motorisierung „zu Lande, zu Wasser und in der Luft“ – einer Vision, die er von Beginn an konsequent verfolgt hat.

Als 1926 die Daimler-Motoren-Gesellschaft und Benz & Cie. fusionieren, wird ein neues Markenzeichen geschaffen. Es umfasst die wesentlichen Elemente der bisherigen Embleme: den Dreizackstern der Daimler-Motoren-Gesellschaft umgibt die Wortmarke „Mercedes“ und der ebenso ruhmreiche Markenname „Benz“, dessen Lorbeerkranz beide Wörter verbindet. Dieses Warenzeichen schmückt heute noch die Fahrzeuge der Marke Mercedes-Benz und gilt auf der ganzen Welt als Inbegriff für Tradition und Innovation, für die Zukunft des Automobils.

„Vision Mercedes Simplex“, 2019

Ein Beispiel dafür ist der „Vision Mercedes Simplex“, den das Mercedes-Benz Design im September 2019 präsentiert. Er ist eine Skulptur, die sinnbildlich für die Herkunft und Zukunft der Luxusmarke Mercedes-Benz steht. Sie symbolisiert den Übergang in eine neue Ära des Designs und der Technologie. Gleichzeitig ist sie eine Hommage an das historische Erbe und die Geburtsstunde der Marke.

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