Dr. Willhelm Haspel Vorstandsvorsitzender 1942-1952

Dr. Wilhelm Haspel wechselte als Leiter der Kalkulationsabteilung im Januar 1924 zur Daimler-Motoren-Gesellschaft. Es folgten ab 1925 Sonderaufgaben in den Bereichen Rechnungswesen, Betriebswirtschaft und Statistik sowie eine Promotion über „Unkostenerfassung und Selbstkostenrechnung in einem Werk der Fahrzeug-Industrie“.

Dr. Willhelm Haspel

1927 wurde Haspel Werksleiter in Sindelfingen und legte seinen Arbeitsschwerpunkt auf die Reorganisation des Karosseriewerkes. Seit 1936 unter Wilhelm Kissel stellvertretendes Vorstandsmitglied, wurde Wilhelm Haspel zum Jahresende 1941 zum Ordentlichen Vorstandsmitglied ernannt. Obwohl er mit einer jüdischen Frau verheiratet war, hielt das Unternehmen entgegen den Vorstellungen des NS-Regimes an ihm fest und Haspel wurde aufgrund seiner außer Zweifel stehenden Kompetenz am 19.08.1942 zum Vorstandsvorsitzenden der Daimler-Benz AG berufen. Ende Oktober 1945 wurde er auf Weisung der amerikanischen Besatzungsbehörden entlassen und zur Jahresmitte 1947 rehabilitiert. Ab 1. Januar 1948 konnte er seine Funktion als Vorstandsvorsitzender der Daimler-Benz AG wieder uneingeschränkt wahrnehmen. Er war maßgeblich am Erhalt und Ausbau der Nutzfahrzeugsparte beteiligt, verantwortete die Verlegung der Pkw-Montage nach Sindelfingen und verstärkte die Exportorientierung der Daimler-Benz AG. Außerdem war er der entschiedene Verfechter für eine Rückkehr zum Motorsport.

Vorstandsvorsitzende Vorstandsvorsitzende gibt es bei der Daimler AG, damals noch Daimler-Benz AG, erst seit 1937. Wilhelm Kissel leitete die Vorstandssitzungen schon seit 1930 und wurde der erste von bis dato 13 Vorstandsvorsitzenden.