Zwölf Monate, zwölf Stimmen: Persönliche Rückblicke auf ein außergewöhnliches Jahr

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Leere und Lehren

In wenigen Tagen ist 2020 passé. Es war ein Jahr wie kein anderes, geprägt von einem Virus, das vor 365 Tagen noch keiner kannte – und das persönliche Zusammentreffen, weite Reisen und große Veranstaltungen nur eingeschränkt und oft genug auch gar nicht möglich machte. Wir haben zwölf Gesprächspartner aus der Daimler-Welt gebeten, mit uns in den Rückspiegel zu schauen – vom Vorstandsvorsitzenden bis zum Mann an der Pforte. Allen zwölf haben wir dieselben drei Fragen gestellt, mit der Bitte, sie aus ganz persönlicher Sicht zu beantworten.

Ola Källenius über Abstand und Zusammenhalt

Ola Källenius bei einem Vor-Ort-Termin im Werk Sindelfingen – wegen der Coronavirus-Pandemie natürlich mit Abstand und Maske.
Ola Källenius bei einem Vor-Ort-Termin im Werk Sindelfingen – wegen der Coronavirus-Pandemie natürlich mit Abstand und Maske.

Was wäre 2020 anders gewesen ohne Corona?
2020 ist vieles anders gekommen als gedacht. Die Pandemie hat uns alle bei Daimler enorm gefordert. Wir haben schnell und konsequent reagiert – oberste Priorität hatte und hat die Gesundheit der Menschen. Die leeren Flure in den Büros sind allerdings immer noch gewöhnungsbedürftig. Mobiles Arbeiten habe ich in den Jahren davor eher selten gemacht – insofern konnte ich dieses Jahr immerhin sehr viel öfter mit der Familie zu Mittag essen.

Was haben Sie 2020 gelernt?
Dass Abstand zu mehr Zusammenhalt führen kann – auch wenn das im ersten Moment paradox klingt. Die Kolleginnen und Kollegen haben das Unerwartete großartig gemeistert. Sie haben sich schnell auf die neue Situation eingestellt und einen fantastischen Job gemacht. Darauf können wir stolz sein.

Wie blicken Sie auf 2021?
Zuversichtlich. Wir haben jenseits der Pandemie-Bewältigung enorme Fortschritte gemacht. Die Transformation nimmt immer mehr Fahrt auf. Wir als Daimler-Team werden sie auch 2021 gestalten, mit fantastischen Technologien und Produkten – und mit Leidenschaft, Verantwortung und Zusammenhalt.

Ola Källenius ist der Vorstandsvorsitzende von Daimler AG und Mercedes-Benz AG.

Renata Jungo Brüngger über die Vorteile von digitaler Zusammenarbeit

Daimler-Vorstandsmitglied Renata Jungo Brüngger bei der Arbeit im Homeoffice.
Daimler-Vorstandsmitglied Renata Jungo Brüngger bei der Arbeit im Homeoffice.

Was wäre 2020 anders gewesen ohne Corona?
Eigentlich fast alles – sowohl bei der Arbeit als auch im Privatleben. Ohne Corona wären uns aber vor allem viele Sorgen, Entbehrungen und auch persönliches Leid erspart geblieben.

Was haben Sie 2020 gelernt?
Dass Krisen immer auch das Beste im Menschen hervorbringen können und deutlich machen, worauf es im Leben ankommt. Zu allererst auf Gesundheit, Familie und Freunde. Außerdem hat uns 2020 gezeigt, dass digitale Zusammenarbeit sehr viele Vorteile hat: Man spart Zeit, Geld und schont das Klima. Gleichzeitig können virtuelle Meetings niemals das persönliche Treffen ersetzen. Menschen brauchen Nähe und Gesellschaft.

Wie blicken Sie auf 2021?
Hoffungsvoll und zuversichtlich! Hoffnungsvoll, dass wir die Pandemie besiegen und möglichst schnell zu einem coronafreien Alltag zurückfinden. Zuversichtlich, dass wir nächstes Jahr wichtige Schritte in Richtung nachhaltige Zukunft schaffen – für das Unternehmen und die Gesellschaft.

Renata Jungo Brüngger ist Mitglied des Vorstands der Daimler AG, verantwortlich für Integrität und Recht.

Toto Wolff über eine ungewöhnliche Formel-1-Saison

Wegen Corona war in dieser Formel-1-Saison vieles anders. Nicht jedoch das WM-Endergebnis: Das Mercedes-Team holte den Konstrukteurs-Titel und ein Mercedes-Pilot holte den Fahrer-Titel – so wie in jedem Jahr seit 2014. Hier bekommt Teamchef Toto Wolff (Mitte) nach dem Titelgewinn die obligatorische Sektdusche von Weltmeister Lewis Hamilton und Teamkollege Valtteri Bottas.
Wegen Corona war in dieser Formel-1-Saison vieles anders. Nicht jedoch das WM-Endergebnis: Das Mercedes-Team holte den Konstrukteurs-Titel und ein Mercedes-Pilot holte den Fahrer-Titel – so wie in jedem Jahr seit 2014. Hier bekommt Teamchef Toto Wolff (Mitte) nach dem Titelgewinn die obligatorische Sektdusche von Weltmeister Lewis Hamilton und Teamkollege Valtteri Bottas.

Was wäre 2020 anders gewesen ohne Corona?
Wir hätten deutlich mehr Zeit an der Rennstrecke und deutlich weniger Zeit mit unseren Familien verbracht. In gewisser Hinsicht hat das Jahr, insbesondere der verschobene Auftakt der Formel 1-Saison, uns die Möglichkeit gegeben, innezuhalten und uns auf das Wesentliche zu konzentrieren. Es war ein schwieriges Jahr, aber diesen Aspekt habe ich als positiv empfunden.

Was haben Sie 2020 gelernt?
Dass ein motiviertes Team auch die größten Herausforderungen meistert. Wir haben in dieser ungewöhnlichen Saison nicht nur unsere WM-Titel verteidigen können, sondern auch wichtige Unterstützung im Kampf gegen Corona geleistet, beispielsweise mit 10.000 Atemhilfen für das britische Gesundheitssystem. Das macht mich sehr stolz.

Wie blicken Sie auf 2021?
In der Formel 1 stehen große Veränderungen an, mit dem Budget Cap geht eine tiefgreifende Transformation des Teams einher. Wir stehen vor gewaltigen Herausforderungen, aber wir haben auch die Möglichkeit, das F1-Team finanziell nachhaltig aufzustellen. Ich bin gespannt, wie wir uns dabei schlagen werden.

Toto Wolff ist Teamchef und Geschäftsführer des Mercedes-AMG Petronas F1-Teams und Motorsportchef von Mercedes-Benz.

Monja Büdke über ein Museum mit geschlossenen Türen

Monja Büdke leitet das Mercedes-Benz Museum, auch dieses Portrait wurde dort aufgenommen. Für sie und ihr Team war es bislang unvorstellbar, das Haus für mehrere Wochen zu schließen.
Monja Büdke leitet das Mercedes-Benz Museum, auch dieses Portrait wurde dort aufgenommen. Für sie und ihr Team war es bislang unvorstellbar, das Haus für mehrere Wochen zu schließen.

Was wäre 2020 anders gewesen ohne Corona?
Wir hätten das Museum nicht für viele Wochen schließen müssen. Für uns alle war es bis dahin undenkbar, dass wir einmal nicht um 9 Uhr die Türen öffnen. Und es hätte einen Konzertsommer, ein EM-Public-Viewing, ein Open-Air-Kino, eine neue Sonderausstellung, eine Winterhütte und vieles mehr gegeben.

Was haben Sie 2020 gelernt?
Dass IT vieles möglich macht, aber den persönlichen Kontakt zu Kollegen und Freunden niemals ersetzen kann. Außerdem bin ich dankbar für vieles, was bislang als „normal“ galt: Zum Beispiel ein verlässliches und engagiertes Team – insbesondere in Krisensituationen, ein funktionierendes Gesundheitssystem und ganz besonders, dass mein persönliches Umfeld bisher von schweren Covid-Verläufen verschont geblieben ist.

Wie blicken Sie auf 2021?
Mit großer Hoffnung, dass wir nach und nach wieder unser „altes“ Leben zurückgewinnen können: Mit persönlichen Begegnungen und mehr persönlicher Freiheit.

Monja Büdke ist die Leiterin des Mercedes-Benz Museums in Stuttgart. Das Museum musste im Frühjahr wegen der COVID-19-Pandemie vorübergehend schließen, seit November ist es wie alle Museen in Deutschland erneut bis auf Weiteres wegen der COVID-19-Pandemie geschlossen.

MBUX über ein Jahr ohne Reisen und im Autokino

Hey, Mercedes, was wäre 2020 anders gewesen ohne Corona?
Ich denke, es wäre unter dem Strich ein besseres Jahr für uns beide gewesen: Wir hätten mehr gemeinsame Reisen unternommen und vermutlich wäre auch öfter deine Lieblings-Playlist gelaufen statt der Nachrichten. Andererseits hätte ich auch mehr Staus ansagen müssen – und hätte auch weniger Freunde im Autokino getroffen.

Was hast Du 2020 gelernt?
Assistenzsysteme, die automatisch Abstand halten, wären auch für Menschen eine gute Innovation.

Wie blickst Du auf 2021?
Positiv. Außerdem habe ich das Gefühl, wir werden uns nächstes Jahr noch besser verstehen.

MBUX (Mercedes-Benz User Experience) ist das Infotainment-System von Mercedes-Benz. In der neuen S-Klasse gibt es MBUX bereits in der zweiten Generation.

Franzi von Kempis über einen Job-Neustart inmitten der Pandemie

Eigentlich hatte sich Franzi von Kempis die Anfangsphase ihres neuen Jobs etwas anders vorgestellt. Aufgrund der Corona-Pandemie fand der Großteil ihrer Einarbeitung virtuell statt.
Eigentlich hatte sich Franzi von Kempis die Anfangsphase ihres neuen Jobs etwas anders vorgestellt. Aufgrund der Corona-Pandemie fand der Großteil ihrer Einarbeitung virtuell statt.

Was wäre 2020 anders gewesen ohne Corona?
Ich hätte natürlich trotzdem im März meinen neuen Job als Leiterin des Daimler Mobility Labs angefangen. Ich wäre aber wahrscheinlich nicht in Woche Zwei ins Homeoffice gegangen. Ich wäre nicht an Corona erkrankt. Ich hätte bestimmt nicht die meisten meiner neuen KollegInnen vor allem via Videocall kennengelernt - inklusive Einblicke ins gegenseitige Wohnzimmer, Spülmaschinen-Einräum-Hintergrundgeräusche oder Postzustellungen, die in den Call platzen. Ich hätte Freunde und Familie unbeschwert gesehen, entspannter getroffen, überhaupt mal umarmt. Aber auch verpasst, wie lustig gemeinsame Dinner via Videokonferenz oder wie absurd komisch ein Familien-Pubquiz zu Thanksgiving im Videocall sein kann. Und dass Meetings beim Spaziergang draußen im Park statt in Meetingräumen stattfinden können: Das war nicht nur anders als sonst, das möchte ich sogar sehr gerne beibehalten.

Was haben Sie 2020 gelernt?
Wie ein WLAN-Repeater funktioniert. Wie oft man „Liebe/r XY, du bist noch stummgeschaltet“ sagen kann. Dass das mit den Home-Workouts für mich genauso gut funktioniert wie mit Fitnessstudio-Mitgliedschaften – nämlich gar nicht. Dass vieles online genauso gut, wenn nicht schneller funktioniert und klappt wie offline – und dass zwischenmenschliche Begegnungen natürlich trotzdem fehlen. Dass es beim Daimler viele Menschen gibt, die richtig viel Lust hatten, „der Neuen“ trotz Pandemie, trotz Distanz, trotz ungewohnten Umständen beim Start und Anfangen und Weitermachen zu helfen. Und dass deshalb ein Neustart mitten in einer Pandemie trotz aller Widrigkeiten richtig gut laufen kann.

Wie blicken Sie auf 2021?
Ich bin vorsichtig optimistisch aber auch realistisch: Ich wünsche mir und uns allen, dass wir gut durch den Winter kommen, dass die Maßnahmen eingehalten werden und das wir streng darauf achten, einander zu schützen und höhere Fall- und Todeszahlen verhindern. Ich freue mich, dass wir dank einer Corona-Impfung dem Virus nicht hilflos gegenüberstehen. Und trotzdem weiß ich, dass auch mit dem Impfstoff keine schnelle Rückkehr zur Normalität möglich ist und dass wir auch 2021 noch viel Rücksicht, Solidarität und Vorsicht brauchen werden.

Franzi von Kempis ist Leiterin des Daimler Mobility Lab in Berlin. Die Journalistin und Autorin begann im März 2020 bei Daimler, arbeitete schon ab der zweiten Woche im Homeoffice und erkrankte im Frühjahr selbst an COVID-19.

Karsten Mayer über einen Messe-Organisator ohne Messen

Karsten Mayers Arbeitsgebiet sind normalerweise die großen Automessen der Welt. Den Trubel dort kennt er bestens – der Trubel im Homeoffice mit Kindern war für den Familienvater eine neue Erfahrung.
Karsten Mayers Arbeitsgebiet sind normalerweise die großen Automessen der Welt. Den Trubel dort kennt er bestens – der Trubel im Homeoffice mit Kindern war für den Familienvater eine neue Erfahrung.

Was wäre 2020 anders gewesen ohne Corona?
Unseren Mercedes-Benz Messeauftritt, den wir für den Genfer Autosalon im März schon fix und fertig aufgebaut hatten, hätte nicht nur eine Handvoll Kolleginnen und Kollegen zu Gesicht bekommen, sondern 600.000 Besucher aus der ganzen Welt. Aber Chapeau, wie daraus binnen kürzester Zeit eine Online-Weltpremiere wurde! Und ich selbst wäre in einem „normalen“ Jahr in Summe einige Wochen auf Messen zwischen Genf und Guangzhou unterwegs gewesen. Bei unseren privaten Reiseplänen haben wir ebenfalls umdisponiert: Schwarzwald statt Südfrankreich. Auch da war's schön.

Was haben Sie 2020 gelernt?
Dass der Trubel im Homeoffice mit Kids locker mit dem Trubel auf den Automessen dieser Welt mithalten kann. Der mehrwöchige Lockdown im Frühjahr war für uns als Familie mit zwei Kleinkindern und zwei berufstätigen Eltern eine echte Herausforderung. Gleichzeitig habe ich es aber auch sehr genossen, so viel Zeit mit meiner Familie zu verbringen wie nie zuvor.

Wie blicken Sie auf 2021?
Zuversichtlich und mit dem Wunsch, dass persönliche Begegnungen unter normalen Umständen wieder möglich werden – privat, aber auch beruflich. Unsere Autos begeistern einfach noch viel mehr, wenn man sie am Messestand erleben kann: live, zum Anfassen und Reinsetzen. Genau das wünschen wir uns – am besten schon auf der IAA in München!

Karsten Mayer leitet bei Mercedes-Benz Cars die Abteilung Brand Experience Platforms, die den Mercedes-Auftritt bei den großen internationalen Pkw-Messen realisiert.

Verena Hesse über Erprobungsfahrten mit Reisebeschränkungen

Verena Hesse am Steuer der neuen Mercedes-Benz S-Klasse. Als Systementwicklerin ist sie normalerweise einige Wochen des Jahres für Erprobungsfahrten auf Achse. In diesem Jahr ging das nur im näheren Umkreis.
Verena Hesse am Steuer der neuen Mercedes-Benz S-Klasse. Als Systementwicklerin ist sie normalerweise einige Wochen des Jahres für Erprobungsfahrten auf Achse. In diesem Jahr ging das nur im näheren Umkreis.

Was wäre 2020 anders gewesen ohne Corona?
Letztes Jahr war ich in Summe neun Wochen auf Erprobungsfahrten in Europa, China und Südkorea unterwegs. In diesem Jahr undenkbar. Ich hätte also deutlich mehr Zeit auf internationalen Straßen verbracht, statt auf Teststrecken unseres Prüf- und Technologiezentrums in Immendingen und deutschen Autobahnen. Denn die vielfältigen Testmöglichkeiten in Immendingen erlauben es uns glücklicherweise, auch hier Teilumfänge zu erproben. Dadurch hatte ich zwar deutlich weniger Freizeitstress als sonst. Der Tapetenwechsel durch berufliche und private Reisen hat mir trotzdem gefehlt.

Was haben Sie 2020 gelernt?
Digital zu kommunizieren, also Antworten auszusprechen statt einfach nur zu nicken. Und Rückmeldungen aus dem ungewohnt stillen virtuellen Teilnehmerkreis heraus zu kitzeln. Außerdem ist mir bewusstgeworden, dass ein Ausgleich neben der Arbeit, egal ob Kultur, Sport oder einfach nur eine Unterhaltung unter Kollegen, sehr wichtig ist. Gerade jetzt, wo der Arbeitsalltag größtenteils im Homeoffice stattfindet.

Wie blicken Sie auf 2021?
Optimistisch und gespannt. Optimistisch, dass wir wieder zu geliebten Gewohnheiten zurückkehren werden, wie zum Beispiel spontanen Besprechungen bei einem Kaffee mit Kollegen im Büro. Und gespannt, ob wir es langfristig schaffen werden, die neu gewonnenen Möglichkeiten des flexiblen Arbeitens im Home-Office mit den bisherigen Gewohnheiten zu kombinieren.

Verena Hesse ist Systementwicklerin bei Mercedes-Benz Cars und arbeitet im Projekt DRIVE PILOT am hochautomatisierten Fahren.

Felyicia Jerald über Video-Calls mit der Großfamilie

Der Tablet-Computer war in diesem Jahr ein wichtiger Begleiter von Felyicia Jerald – ein Großteil des Familienlebens musste wegen Corona per Video-Call stattfinden.
Der Tablet-Computer war in diesem Jahr ein wichtiger Begleiter von Felyicia Jerald – ein Großteil des Familienlebens musste wegen Corona per Video-Call stattfinden.

Was wäre 2020 anders gewesen ohne Corona?
Meine Familie ist mir extrem wichtig. Und darum war es für mich schwierig, dass ich nicht so viel Zeit mit meinen Kindern, Enkeln, überhaupt mit der ganzen Großfamilie verbringen konnte wie sonst. COVID-19 hat uns auch dazu gezwungen, einen großen Familienurlaub abzusagen. Wir haben ihn dann später im Jahr in kleineren Gruppen nachgeholt, als Social-Distance-Familienwochenende am Strand. Vieles in unserer Familie lief in diesem Jahr auch per Video-Call – wir haben auf diese Weise gemeinsam getrauert, uns gemeinsam über neugeborene Familienmitglieder gefreut und uns immer wieder Mut zugesprochen.

Was haben Sie 2020 gelernt?
Über die Jahre haben mir viele Menschen immer wieder gesagt, dass ich auf sie ruhig und ausgeglichen wirke – selbst dann, wenn die Dinge um mich herum verrücktspielen. In diesem Jahr war es mit Blick auf COVID-19 schon schwieriger, diese Ausgeglichenheit auszustrahlen. Ich musste ein paar der Taktiken, mit denen ich mich in Balance halte, sozusagen wieder neu erlernen: ich habe viel meditiert, mir bewusst Zeit für mich selbst genommen und versucht, mich nicht zu sehr einvernehmen zu lassen von all den negativen Meldungen da draußen.

Wie blicken Sie auf 2021?
Ich habe mich in den vergangenen Monaten noch stärker auf mein Wohlbefinden fokussiert – und versucht, noch besser auf mich Acht zu geben. Das will ich auch 2021 so handhaben. Denn ich weiß: Wenn ich körperlich, geistig und mental fit bin, bin ich gut drauf und kann für meine Familie da sein. Damit wir im kommenden Jahr COVID-19 in den Hintern treten können ...

Felyicia Jerald leitet die Standortkommunikation im Mercedes-Benz Werk in Tuscaloosa im US-Bundesstaat Alabama. Auch in diesem Werk wurde die Produktion im Frühjahr wegen COVID-19 vorübergehend unterbrochen.

Jörg Howe über ein Geschäft, in dem es menscheln muss

Jörg Howe ist Daimlers Kommunikationschef. Die Zeitungswand, vor der er hier steht, hängt in einem Besprechungszimmer in der Daimler-Zentrale in Stuttgart – und wächst mit jeder Berichterstattung über das Unternehmen um ein weiteres Element.
Jörg Howe ist Daimlers Kommunikationschef. Die Zeitungswand, vor der er hier steht, hängt in einem Besprechungszimmer in der Daimler-Zentrale in Stuttgart – und wächst mit jeder Berichterstattung über das Unternehmen um ein weiteres Element.

Was wäre 2020 anders gewesen ohne Corona?
Viele Dinge im Beruf und Privatleben wären unbeschwerter, unkomplizierter und vor allem mit mehr zwischenmenschlichem Kontakt verlaufen. Und ganz sicher hätte ich häufiger Freunde und Kollegen getroffen – zum Essen, auf ein Glas Wein oder einfach nur zum Quatschen. Das fehlte und fehlt. Unser Geschäft lebt halt doch vom Zwischenmenschlichen. Dafür blieb mir im Mai das Auswärtsspiel des HSV live vor Ort in der Mercedes-Benz Arena erspart – das war sicher gut für meinen Blutdruck.

Was haben Sie 2020 gelernt?
Über Arbeiten von zuhause dache ich früher: kann man mal machen, muss man aber nicht. Jetzt müssen die meisten bei uns im Kommunikationsbereich durch die Pandemie gezwungenermaßen ins Homeoffice und siehe da: Die Arbeit funktioniert gut, digitale Tools werden zum Standard und manche Abstimmungswege gehen sogar schneller. Da wird vieles bleiben – auch nach Corona.

Wie blicken Sie auf 2021?
Optimistisch. Ich wäre ein schlechter PR-Mensch, würde ich nicht zuversichtlich nach vorne blicken. Ich würde mich freuen, wenn bis zur Jahresmitte Zusammenkünfte wie Presseveranstaltungen oder Konferenzen wieder möglich werden. Wir kommen mit so vielen spannenden Produkten, die sollte man nicht nur auf einem Bildschirm sehen können. Und gleichzeitig würde das bedeuten, dass die Krankheit und die negativen Begleiterscheinungen der Lockdowns weniger Leid verursachen würden. Das ist das Wichtigste.

Jörg Howe leitet die globale Kommunikation von Daimler. Der frühere Sat.1-Chefredakteur und selbsterklärte Nachrichten-Junkie ist eigentlich auf Pressekonferenzen oder Presseveranstaltungen zu Hause – viele davon konnten 2020 nur virtuell stattfinden.

Antonia Schumann über die Kantine mit Lieferservice

Antonia Schumann und ihre Kolleginnen und Kollegen in der Daimler Gastronomie haben schnell auf die neue Situation reagiert – mit Hygienekonzept für den Vor-Ort-Verzehr, aber auch mit neuen Take-Away- und Lieferservice-Angeboten.
Antonia Schumann und ihre Kolleginnen und Kollegen in der Daimler Gastronomie haben schnell auf die neue Situation reagiert – mit Hygienekonzept für den Vor-Ort-Verzehr, aber auch mit neuen Take-Away- und Lieferservice-Angeboten.

Was wäre 2020 anders gewesen ohne Corona?
Im letzten Jahr haben wir in der Küche täglich mehr als 2.500 Mittagessen für die Kolleg*innen im Werk Untertürkheim zubereitet. Die Kantine war zur Mittagessenszeit voll besetzt und bei uns in der Küche war richtig was los. Ohne Corona hätte ich sicherlich viel mehr Mittagessen gekocht.

Was haben Sie 2020 gelernt?
Dieses Jahr habe ich gelernt, dass man sich schnell auf neue Situationen einstellen kann und muss. Nach dem Lockdown haben wir schnell reagiert, das Hygienekonzept für die Kantine umgesetzt und unser Angebot an die neue Situation im Werk angepasst. Alle im Team haben gemeinsam mit angepackt und so ist die Idee der Daimler Gastronomie App für unser Lieferservice-Angebot entstanden. Und unser traditionelles Gans-Menü bieten wir in diesem Jahr als Take-Away Gericht an, inklusive Zubereitungsvideo für Zuhause. Das sind tolle Möglichkeiten für die Kolleg*innen, unsere leckeren Gerichte auch weiterhin zu genießen.

Wie blicken Sie auf 2021?
Natürlich nach vorne. Ich bin sicher, dass wir alle wieder zur Normalität zurückfinden werden. Schritt für Schritt. Das gemeinsame Mittagessen mit den Kolleg*innen und eine volle Kantine fehlen uns doch allen sehr.

Antonia Schumann arbeitet am leckersten Daimler-Standort – in der Betriebsgastronomie. Auch in den Kantinen hat sich durch COVID-19 alles verändert.

Muhammet Öztürk über einen Werkschützer im leeren Werk

Muhammet Öztürk vor dem Dienstfahrzeug des Werkschutz Untertürkheim.
Muhammet Öztürk vor dem Dienstfahrzeug des Werkschutz Untertürkheim.

Was wäre 2020 anders gewesen ohne Corona?
In unserem Bereich, dem operativen Werkschutz, gibt es seit Beginn der Pandemie eine strikte Trennung der einzelnen Arbeitsschichten. Nur so können wir unsere Aufgabe – die Aufrechterhaltung von Ordnung und Sicherheit zum Schutz unserer Kolleginnen und Kollegen sowie des Unternehmens – rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche erfüllen. Hier mussten wir in der schichtübergreifenden Zusammenarbeit neue Wegen gehen. Das Jahr hat uns gezeigt, dass digitale Lösungen in Bereichen möglich sind, in denen es vorher undenkbar schien, etwa in der Schichtübergabe per Skype.

Was haben Sie 2020 gelernt?
Viele Bereiche am Standort waren und sind in der Pandemie dauerhaft besonders gefordert - wir sind einer davon. Die vergangenen Monate haben mir ganz besonders gezeigt, wie gut die Zusammenarbeit innerhalb des Werkes in solchen Krisenzeiten funktioniert und vor allem, wie sehr wir uns im Team aufeinander verlassen können. Und das, obwohl jeder einzelne von uns durch die Auflagen und Beschränkungen einer zusätzlichen Belastung ausgesetzt ist.

Wie blicken Sie auf 2021?
Auch wenn in unserem Beruf aufgrund der erforderlichen Vor-Ort-Präsenz mobiles Arbeiten nicht möglich ist, erleben wir natürlich um uns herum, wie gut das angenommen wird und wie gut das funktioniert. Ich bin daher sicher, dass diese Flexibilität und Arbeitsweise auch nach der Pandemie beibehalten und immer weiter daran gearbeitet wird, weitere Tätigkeiten auch mobil durchführen zu können. Das freut mich für meine Kolleginnen und Kollegen! Persönlich und als Familienvater blicke ich optimistisch in die Zukunft und hoffe, dass wir uns 2021 durch einen Impfstoff wieder auf ein Stück Normalität in der Freizeitgestaltung freuen können.

Muhammet Öztürk ist seit 2013 beim Werkschutz Untertürkheim. Er arbeitet im operativen Bereich, der rund um die Uhr für Sicherheit am Standort sorgt. Auf unserem Titelbild sitzt er am Empfang des Vorstandsgebäudes in Stuttgart-Untertürkheim – in dem in diesem Jahr weit weniger Menschen ein und aus gingen wie in all den Jahren zuvor.

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An diesem Beitrag mitgewirkt haben mehrere Kolleginnen und Kollegen, die für das Daimler-Magazin schreiben: Jessica Abt, Vivienne Brando, Cornelia Hentschel, Holger Mohn, Christian Scholz und Sven Sattler. Die gesamte Redaktion wünscht Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, frohe Festtage, einen guten Jahreswechsel und viel Gesundheit – Letzteres vielleicht mehr denn je.

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