MBition GmbH in Berlin (Deutschland)

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#thisisdaimler: MBition Berlin

Dieser Artikel wurde ursprünglich im Daimler-Blog veröffentlicht.

Wie viel Code steckt eigentlich in einem Mercedes-Benz Fahrzeug? In 2010 waren es etwa 10 Millionen Zeilen Software. Heute sind es bereits weit über 150 Millionen[1]. Software in der Automobilbranche wird also immer komplexer. Gleichzeitig steigt durch die rasante Entwicklung von Smartphones die Kundenerwartung an digitale Dienste in Fahrzeugen deutlich/stark an. Wir bei MBition setzen genau hier an, damit auch in Zukunft die besten digitalen Produkte in Fahrzeugen von Mercedes-Benz aufzufinden sind.

Als gelernter Maschinenbauer wünsche ich mir manchmal, ich hätte mich für diesen Wandel besser vorbereitet und stattdessen Informatik studiert. Glücklicherweise durfte ich gleich zu Beginn meiner Zeit bei Daimler als Teil des Teams Eco-Anzeige Erfahrung in der Softwareentwicklung aufbauen. Mit Stationen in den Daimler R&D Standorten in Japan und den USA konnte ich meinen Horizont um Testing von Telematiksystemen und UI/UX Konzeptentwicklung erweitern und von den genialen Entwicklern vor Ort agile Methoden und vieles mehr erlernen. Seit Anfang März bin ich als CEO für MBition verantwortlich.

Warum wurde die MBition eigentlich gegründet?

Die Anforderungen unserer Kunden verändern sich heute viel schneller als noch vor wenigen Jahren: Natürlich müssen unsere Mercedes-Benz Fahrzeuge weiterhin mit exzellenter Sicherheit, hoher Zuverlässigkeit und einem einzigartigen Fahrgefühl überzeugen, aber unsere Kunden erwarten auch, dass der digitale Fortschritt mit an Bord ist.

In China ist das Infotainmentsystem mittlerweile sogar der Hauptentscheidungsgrund beim Fahrzeugkauf. Dieser Trend wird sich bald auch in den USA und in Europa fortsetzen. Kundenwünsche, Business Modelle und Arbeitsmethoden ändern sich rasant, dadurch treten Services & Features in den Vordergrund. Die großen Softwareunternehmen aus Silicon Valley nutzen diesen Wandel, um sich als neue Wettbewerber in der Automobilbranche zu etablieren.

Anders gesagt: Was Kunden vom Smartphone kennen, erwarten sie auch von unseren Mercedes-Benz Fahrzeugen – die neuesten technischen Features und Apps, eine benutzerfreundliche Bedienung, ein technologisch ausgereiftes und sicheres Betriebssystem.

Unser Hauptziel ist es, Software-Entwicklungs-Knowhow in den Daimler Konzern zu bringen. Hierbei bauen wir auf vier unterschiedliche Säulen: Product, Operations, embedded und offboard Engineering. Wir bauen bei MBition eine Art Software-Factory auf, mit der wir in der Lage sind, schnell hochqualitative Software „wie am Fließband“ zu entwickeln.

Bei der Erreichung unserer ambitionierten Ziele sind unsere Mitarbeiter unsere stärkste Ressource. Sie kommen aus der ganzen Welt, insgesamt 42 Nationen bei gerade mal 200 Mitarbeitern. Einer unserer Kollegen ist beispielweise extra vor zwei Monaten mit seiner Familie aus Südkorea nach Berlin gezogen. Solche Mitarbeiter bringen neue Perspektiven, ihre eigene Kultur und die unterschiedlichsten Erfahrungen mit.

Mich fasziniert im Besonderen, wie sehr die Kollegen bei MBition etwas bewegen wollen. Sie haben Pioniergeist, sind neugierig und kommen aus den unterschiedlichsten Branchen, wie zum Beispiel der Computerspiel-Industrie. Flache Hierarchien, ein hohes Maß an Eigenverantwortung und ein familiäres Arbeitsumfeld ermöglichen es unseren Mitarbeitern, ihr Potenzial voll zu entfalten und die Daimler AG auf dem Weg zur Software-Company zu unterstützen.

Empowerment und Agilität werden bei uns großgeschrieben. Bei MBition gibt es Feature-Teams, bestehend aus einem Product Owner[2], Scrum Master[3] und einem Developer Team[4], die für ihr Produkt eigenverantwortlich sind. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass nicht der Vorgesetzte über die Entwicklung eines Produktes entscheidet, sondern die Entwickler, die an dem Produkt arbeiten. Gleichzeitig legen wir bei MBition einen hohen Wert auf die Codequalität[5]. Neben einer besseren Verständlichkeit stellen wir so vor allem die Instandhaltbarkeit, Erweiterbarkeit und Austauschbarkeit des Codes sicher – um auch noch nach 5 Jahren state of the art Produkte zu liefern.

Agile Arbeitsmethoden wie regelmäßig stattfindende Retrospektiven schaffen Raum, um schwierige Themen im Team offen anzusprechen und gemeinsam Maßnahmen zur Optimierung zu entwickeln. Parallel dazu wird die Zusammenarbeit im Team verbessert und der Teamgeist gestärkt. Bei MBition zählt der Drive unserer Mitarbeiter, neue Ideen und Innovationen voranzutreiben – unabhängig von Position und Titel.

Durch Trainings, Workshops und gemeinsame Events wie z.B. unserem After Work Event, dem „Happy Thursday“, möchten wir unseren Mitarbeitern darüber hinaus die Möglichkeit bieten, sich untereinander auszutauschen und ein angenehmes und gemeinschaftliches Arbeitsklima zu schaffen.

Kurz gesagt: Wir verbinden die Flexibilität eines Start-ups mit den Möglichkeiten und der Schlagkraft eines Weltkonzerns. Damit arbeiten wir aktuell zum Beispiel an der nächsten Generation unseres Infotainment-Systems MBUX (Mercedes-Benz User Experience) – das euch von den Socken hauen wird, da bin ich mir sicher!

[1] McKinsey 2018 “Rethinking car software and electronics architecture”: https://www.mckinsey.com/industries/automotive-and-assembly/our-insights/rethinking-car-software-and-electronics-architecture [22.05.2019]

[2] Der Product Owner (PO) eines Scrum Teams ist für die nutzenmaximierende Umsetzung von Anforderungen an ein Produkt bzw. eine Produktfunktion zuständig.

[3] Ein Scrum Master sorgt dafür, dass das Team möglichst effektiv und ungehindert arbeiten kann. Er dient als Mediator, der das Team der gruppendynamischen Aspekte unterstützt.

[4] Entwickler (Developer) sind für die technische Umsetzung der oben genannten Anforderungen zuständig. Dabei arbeiten sie selbstorganisiert und funktionsübergreifend.

[5] Codequalität bedeutet, dass der Softwarecode wart- bzw. pflegbar und erweiterbar ist. Die (Programm-)Lesbarkeit sollte ebenso wie Konformität, Verständlichkeit und Analysierbarkeit gegeben sein.

Gregor Zetsche

Gregor Zetsche ist seit März 2019 der CEO der MBition GmbH.

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Nicht erschrecken: Das Daimler-Blog hat sich am 7.11.2019 - nach zwölf Jahren - in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Sein Nachfolger ist das neue Daimler-Magazin – ein Magazin für Mobilität und Gesellschaft.
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