100 Dinge, die Sie über Daimler wissen sollten | #21

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Mercedes ist eine Frau

Jüngsten Schätzungen zufolge ist die Marke Mercedes-Benz etwa 49 Milliarden Euro wert. Dass der Name „Mercedes“ überall auf der Welt zum Inbegriff für luxuriöse Autos wurde, ist einer Frau zu verdanken – wie so manches zu Beginn des automobilen Zeitalters.

Natürlich: Heutzutage ist Mercedes – in der markenrechtlich korrekten Kombination als „Mercedes-Benz“ – vor allem ein eingetragenes Markenzeichen. Der Markenschutz reicht bis ins Jahr 1902 zurück. Ganz ursprünglich aber war Mercedes vor allem eines: eine Frau. Benannt ist die Marke nach Mercédès Jellinek. Wie es dazu kam? Nun ja: Emil Jellinek, ihr Vater, war zu Lebzeiten nicht nur österreichisch-ungarischer Diplomat und Geschäftsmann, sondern auch ein begeisterter Fan dieser neuartigen Erfindung namens Automobil. Schon 1897 erhielt er seinen ersten Daimler-Wagen und kurz darauf vertrieb er dann auch selbst sehr erfolgreich DMG-Automobile. Seinen Daimler-Tourenwagen, der 1899 bei der Rennwoche von Nizza triumphierte, meldete er bei der Rennleitung in Nizza als Hommage an seine damals zehnjährige Tochter unter dem Pseudonym „Mercédès“ an. Der eigentliche Markenname „Mercédès“ wurde erst am 02. April 1900 offiziell, als Jellinek in einem Vertrag mit der DMG vereinbarte, dass „eine neue Motorform hergestellt werden und dieselbe den Namen Daimler-Mercedes führen“ sollte. Der weitere Verlauf der Geschichte ist weithin bekannt – Fun Fact: Bis heute die einzige Automobilmarke, mit weiblichem Namen!

Fotomontage macht es möglich, die Vergangenheit und Zukunft zu verbinden. Was Mercédès Jellinek wohl zum EQA sagen würde?
Fotomontage macht es möglich, die Vergangenheit und Zukunft zu verbinden. Was Mercédès Jellinek wohl zum EQA sagen würde?
Originalbild des EQA: Elektrischer Athlet im kompakten Format.
Originalbild des EQA: Elektrischer Athlet im kompakten Format.
Originalbild von Mercédès Jellinek und ihrem Gatten Carl Schlosser, vermutlich auf der Hochzeitsreise, vor dem Dom San Marco in Venedig, 1909. Aus dem im Jahr 2012 veröffentlichten Konvolut der Mercedes-Benz Classic Archive.
Originalbild von Mercédès Jellinek und ihrem Gatten Carl Schlosser, vermutlich auf der Hochzeitsreise, vor dem Dom San Marco in Venedig, 1909. Aus dem im Jahr 2012 veröffentlichten Konvolut der Mercedes-Benz Classic Archive.
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Obwohl ihr Vorname so stark mit dem Automobil verknüpft ist, hat Mercédès Jellinek selbst wohl nie ein Auto besessen – sie soll Zeit ihres Lebens nur Beifahrerin gewesen sein. Mercédès Jellinek starb bereits 1929 und hat die rasante technologische Entwicklung des Automobils nur noch zum Teil miterlebt. Ich komme nicht umhin, mir vorzustellen, was sie wohl sagen würde, wenn sie wüsste, wie weltbekannt ihr Name geworden ist.

Aber nicht nur Mercédès Jellinek ist eine bedeutende Frau in der Geschichte von Daimler. Auch ohne Bertha Benz wäre der Siegeszug des Automobils vielleicht nicht in der Form denkbar gewesen. Sie war Pionierin und Wegbereiterin der Mobilität, auch weil sie – das sagte sogar ihr Mann Carl Benz über sie – wagemutiger war als er selbst. Das stellte sie mit Ihrer Pionierfahrt 1888 unter Beweis: die Bertha-Benz-Fahrt von Mannheim nach Pforzheim gilt heute als erste Fernfahrt in der Geschichte des Automobils.

Und ganz nebenbei wurde sie mit Ihrer Eigeninitiative, ihrem Mut und ihrer Beharrlichkeit seit dem 20. Jahrhundert zu einem Vorbild für viele Frauen. Im Übrigen wertschätzten die Mitarbeiter bei Benz Bertha so sehr, dass sie sie stets würdevoll als „Werkstattmeister“ ansprachen, wenn sie die Fabrik besuchte. Carl Benz nannte sie in seinen Memoiren „seine zweite Triebfeder“.

Aber genug in der Vergangenheit geschwelgt: Auch heute wäre Daimler ohne Frauen undenkbar. Im Vorstand sind mit Renata Jungo Brüngger (Integrität und Recht) und Britta Seeger (Mercedes-Benz Vertrieb und Marketing) zwei Frauen vertreten. Aber nicht nur ganz oben, überall im Unternehmen – in der Produktion, im Management und in der Verwaltung – stellen mehrere Zehntausend Kolleginnen jeden Tag unter Beweis: Mercedes ist auch 2021 eine Frau!

She’s Mercedes: die Initiative für und mit Frauen, die inspirieren und weltweit miteinander vernetzt sind.
She’s Mercedes: die Initiative für und mit Frauen, die inspirieren und weltweit miteinander vernetzt sind.
Fünf Jahre She's Mercedes: Zum Jubiläum sprachen am 18.11.2020 Hilary Rosen, Sheree Renée Thomas, Susie Wolff und Bettina Fetzer (von links nach rechts) darüber, was die letzten fünf Jahre gemeinsam erreicht wurde.
Fünf Jahre She's Mercedes: Zum Jubiläum sprachen am 18.11.2020 Hilary Rosen, Sheree Renée Thomas, Susie Wolff und Bettina Fetzer (von links nach rechts) darüber, was die letzten fünf Jahre gemeinsam erreicht wurde.
Fünf Jahre She’s Mercedes: Gemeinsam Erfolge feiern und Kontakte knüpfen.
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Das gilt allerdings auch außerhalb der Werktore: seit mehr als einem halben Jahrzehnt besteht die globale Initiative She’s Mercedes, die in mehr als 70 Ländern den Grundgedanken des Vernetzens, des Austauschs und des Dialogs verfolgt. Dabei ist seit 2015 eine starke Community entstanden, in der Frauen ihre Erfahrungen, individuellen Wege, Ziele und Erfolge teilen und die anderer Frauen kennenlernen. Ein weltweit etabliertes Netzwerk um Kontakte zu knüpfen und Ideen neu- und weiterentwickeln zu können. Ganz nach dem Motto: Mercedes ist eine Frau – Frauen sind Mercedes!

In dieser Kolumne stellen wir Ihnen regelmäßig interessante, kuriose oder weithin unbekannte Fakten aus der Welt von Daimler vor. Diese Folge ist ganz bewusst am 8. März erschienen – das ist der Internationale Frauentag.

Eva McGowan

ist selbst eine Frau und jederzeit offen für ein Stellenangebot im Vorstand. Bis es jedoch so weit ist, studiert sie weiter und freut sich darüber, dass ihr Name mit „MacGyver“ in Verbindung gebracht wird – keine international etablierte Automobilmarke, aber immerhin etwas!

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