Pallegram | #11

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Servus München oder warum ich mich auf die IAA in Bayern freue

Die bayerische Landeshauptstadt hat also nun den Zuschlag bekommen. Die IAA geht nach München und was viele als Absage an Berlin und Hamburg werten, halte ich persönlich für die bestmögliche Entscheidung des VDA!

Jetzt mag man mir als Westfale vielleicht nicht unbedingt zugestehen, dass ich kompatibel mit Lederhosen, Weißbier, Fußball und Gebirgsmassiven bin… gut, ich kann zumindest ins Felde führen, dass ich tatsächlich eine Lederhose besitze, weiß wie ein „lecker Pilsken“ gezapft wird, mehrfach schon bittere Niederlagen meines Vereins in den Münchener Stadien erlebt habe und die ein oder andere Kohlehalde erklommen habe.

Das, was vielleicht alles andere als eine Bewerbung auf den Posten des Münchener Tourismusbüro-Chefs klingt, ist aber auch eine Liebeserklärung an eine tolle Stadt. Im Ruhrpott drückt man Zuneigung nun einmal gerne ein wenig subtiler aus, sprich Sticheleien sind eigentlich als freundschaftliche Anerkennung des Gegenübers zu werten.

Ja, ich mache kein Geheimnis daraus, dass ich mich über die Entscheidung des Verbands gefreut habe und das hat mehrere Gründe.

Ich glaube, dass München im Vergleich eine Top-Infrastruktur und -Anbindung bietet. Da brauchen wir nicht lange um den heißen Brei reden, wer ein Event wie die IAA durchführen will, wird mir zustimmen, dass dies wichtige Kriterien sind. Hier kann und darf man keine Kompromisse machen, vor allen Dingen nicht in einer Zeit derart fundamentaler Umbrüche, wie sie gerade in unserer Branche stattfinden.

Reboot als Chance zum Wandel

Bevor wir uns aber hier gegenseitig über mehrere Absätze die Blumen und Kuchen zuschieben, so möchte ich auch ganz lieb und nett ein paar Denkanstöße geben.

Ja, die IAA hat u.a. mit dem „New Mobility World“-Format bereits seit Jahren gezeigt, dass man offen für Veränderung ist. Aber mir kamen diese Hallen persönlich immer ein wenig verloren vor… nach dem Motto „Ihr dürft auch mitspielen, aber bitte auf dem Nebenplatz“.

Das muss sich ändern und einen derartigen Prozess kann man auch anstoßen, indem man verbandsübergreifend die wichtigen Mobilitäts-Stakeholder in Deutschland einzubinden. Was spricht denn bitteschön dagegen, auch den Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club mit an den Tisch zu holen? Ich hätte mir dies schon bei den Bürgerdialogen im Vorfeld der IAA 2019 gewünscht.

Mobilität, gerade in den urbanen Zentren, muss viel holistischer gedacht werden und das schaffen wir, ganz objektiv betrachtet, nicht, wenn wir im eigenen Sud weiter vor uns hinköcheln!

Gemeinsamer Fortschritt wird durch Mut und Verständnis für die Positionen des/der anderen geschaffen und diese großartige Chance sollten wir jetzt einfach gemeinsam nutzen.

Ein Neuanfang kann so verdammt guttun und genau das wünsche ich der IAA, der Stadt München, den Austeller*innen und natürlich auch final dem Standort!

P.S. Ich kann übrigens auch sehr schlecht meine Freude darüber verbergen, dass wir damit die Möglichkeit erhalten, unser Angebot im Vorgarten unserer stärksten Wettbewerber zu präsentieren :)

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Sascha Pallenberg

Mit vier saß Sascha zum ersten Mal beim 24h Rennen an der Nordschleife. Zehn Jahre später, 1985, ging er zum ersten Mal online. Zumindest für einen Monat, denn dann überraschte die Telefonrechnung seine Eltern. Zumindest aber bildet diese Zeit auch heute noch das Fundament für seine Leidenschaft zur Schnittmenge aus Mobilität und der digitalen Welt.

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