Pallegram | #5

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Lust auf Zukunft vs. "German Angst"

„Es ist einfach zum Mäuse melken“… das hätte wohl mein Opa gesagt, wenn er heute noch einmal einen Blick auf Google News werfen würde. Mal davon abgesehen, dass große Teile der Headlines irgendwo zwischen „hacked by der Postillon“ und „powered by Outbrain“ liegen, wäre ihm dieser unfassbar negative Grundton sofort aufgefallen.

Um es mal auf den Punkt zu bringen: eigentlich können wir hier alle einpacken! Das Klima ist nicht mehr zu retten, die deutsche Wirtschaft steht kurz vor dem Kollaps und unsere Politiker*innen haben eh keine Ahnung. Wenn man jetzt noch hinzufügt, dass Prince Charles immer noch nicht König ist und die Bayern wieder Meister werden, könnte man ja auch meinen, die Titelseite eines überregionalen Magazins von Anfang der 90er zu lesen.

Ja und genau ist das Problem, dass uns seit Dekaden in eine motivationslose Lethargie-Endlosschleife packt, die ab und zu von Erfolgen der Fußballnationalmannschaft inkl. wochenlangen „Wir sind die Könige des Universums“-Größenwahns unterbrochen wird. Das deutsche Gemüt ist binär und könnte in Visual Basic ziemlich einfach abgebildet werden:

If Deutsch [ Then ]
[ Glass halb voll ]
[ Else
[ Prost ] ]
End If

Kein Volk auf diesem Planeten gibt bereitwillig 1 Euro im Zeitungsladen aus, um schlecht drauf zu kommen. Ok… fast! Japaner sind uns da mentalitätstechnisch sehr ähnlich. Der zweite Platz ist der erste Verlierer und nicht der Gewinner der Silbermedaille!

Zukunft wird aus Mut gemacht!

Was mich an dieser gesamten Situation jedoch am meisten ärgert ist die Tatsache, dass die Protagonisten, die in einer Tour dieses Land an die Ränder von apokalyptischen Szenarien schreiben, auch in einer Tour darauf hinweisen, wie wir rechts und links von irgendwelchen Silicon Valley-Startups überholt werden! Ja warum denn verdammt noch mal?

Weil du als junger Gründer in Deutschland, der 2, 3 Mal mit einer Idee auf die Nase gefallen ist, in die geschlossene Anstalt eingeliefert wirst. Derartige Referenzen in Kalifornien und der zukünftige Venture Capital-Geber oder Chef würde zustimmend nicken und über den Rand seines „Light blended Capuccino Frappucino mit linksdrehenden Milchkulturen“ flüstern: „Wow! Sie bringen aber einiges an Erfahrung mit“.

Wir erleben zurzeit den fundamentalsten gesellschaftlichen und industriellen Wandel der letzten Dekaden, ja, wenn nicht Jahrhunderten, und was machen wir? Wir regen uns über missglückte Satiren auf und schießen mir bis dato unbekannte Personen in die Twitter-Trends, die endlich auch mal erleben wollen, wie Maden und Regenwürmer schmecken. Wohlgemerkt, während um sie herum der halbe Kontinent abbrennt.

Als ich im Dezember 2016 „ja“ zu meinem Engagement bei Daimler gesagt habe, da war das für mich die Erfüllung eines Lebenstraums. Hier wird dir das Vertrauen eines Pioniers entgegengebracht, der diese Welt fundamental verändert hat.

Hier kannst du deine Leidenschaft einbringen, wie es Hundertausende Kolleginnen und Kollegen jeden Tag tun. Du kannst darüber berichten und kommunizieren, wie sich dieser Konzern und die ganze Branche fundamental wandeln. Nachhaltig wird. Die Zukunft des Planeten und unserer Gesellschaften wieder in den Mittelpunkt rückt und dabei viele alte Zöpfe abschneidet!

„Here’s to the crazy ones. The misfits. The rebels” hat der Marketing- und Werbepionier Rob ob Siltanen einmal so wunderbar auf den Punkt gebracht (wobei dieses Zitat letztendlich durch die Stanford Rede von Steve Jobs zu Weltruhm gelangte). „And while some may see them as the crazy ones, we see genius. Because the people who are crazy enough to think they can change the world, are the ones who do.”

Ich habe dennoch das Gefühl, dass wir in ihnen immer noch einen Fall für die Klapsmühle sehen würden und das wird uns in diesen disruptiven Zeiten nicht einen Meter weiterbringen!

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Sascha Pallenberg

Mit vier saß Sascha zum ersten Mal beim 24h Rennen an der Nordschleife. Zehn Jahre später, 1985, ging er zum ersten Mal online. Zumindest für einen Monat, denn dann überraschte die Telefonrechnung seine Eltern. Zumindest aber bildet diese Zeit auch heute noch das Fundament für seine Leidenschaft zur Schnittmenge aus Mobilität und der digitalen Welt.

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