Biodiversität bei Daimler

Die Produktionswerke von Daimler umfassen weltweit eine Fläche von insgesamt rund 5.200 Hektar. Das entspricht etwa 7.300 Fußballfeldern. 65 Prozent davon sind durch Gebäude oder Verkehrsflächen versiegelt. Der Boden, als begrenztes öffentliches Gut, wird mit seinen Flächen möglichst effizient genutzt-- etwa durch eine mehrstöckige, dichte Bebauung. Außerdem werden offene Flächen innerhalb der Werke nach Möglichkeit so gestaltet, dass sie einheimischen Pflanzen und Tieren als Lebensraum dienen können. Damit trägt das Unternehmen selbst inmitten von Industriearchitektur zur Erhaltung der Biodiversität bei.

Was ist Biodiversität?

Biodiversität – das ist die Vielfalt innerhalb und zwischen den Arten sowie die Vielfalt der Ökosysteme. Daimler sieht es als seine unternehmerische Verantwortung an, so ressourcenschonend wie möglich zu agieren, um die Vielfalt natürlicher Lebensräume auch für künftige Generationen zu bewahren und neuen Lebensraum zu schaffen.

Um die ökologische Wertigkeit bestehender Flächen bewerten und gezielt weiterentwickeln zu können, hat Daimler einen Biodiversitätsindex, eine sogenannte Biodiversitätskennzahl, erarbeitet. In mehreren Werken wurde diese bereits auf ihre Praxistauglichkeit getestet. Anhand der Kennzahl können in den werksspezifischen Umweltprogrammen entsprechende Ziele gesetzt und erreichte Entwicklungen klar bewertet werden. Daimler trägt damit einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt und der Ökosysteme bei. In diesem Rahmen hat das Unternehmen bereits zahlreiche Maßnahmen in seinen Werken zur Erhaltung des ökologischen Gleichgewichts etabliert und wird dies auch in Zukunft weiter vorantreiben.

Renaturierung von Grünflächen

In verschiedenen Werken wurden zur naturnahen Gestaltung der Firmengelände bereits zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, wie beispielsweise die Entwicklung nachhaltiger Grünflächenkonzepte: Hier steht die Neu- und Umgestaltung der nichtbebauten Betriebsflächen in Zusammenarbeit mit Naturschutzorganisationen und den Behörden für Stadtentwicklung im Fokus. So wurden Frühlingsblüher-Rasenflächen angelegt, Flächen mit Wildblumensaum in Form von Wildblumenwiesen begrünt, Blumenzwiebeln gesetzt und auch halbschattige Blumenwiesen angelegt. Die Wildbienen profitieren besonders von diesen Maßnahmen.

In einzelnen Werken entstanden auch Trockenmauern, Wildsträucherhecken und Steingärten. So wird das Nahrungsangebot für Insekten erweitert und leistet einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt.

Tierschutz

Im Verbund mit Vogelschutzzentren wurden diverse Maßnahmen zum Schutz einzelner, teilweise bedrohter Vogelarten etabliert:

Anhand einer Analyse von Brut- und Nistplätzen der Vögel, können die entsprechenden Schutzmaßnahmen zur Erhaltung und Erschaffung der Lebensräume abgeleitet werden. Dazu gehört das Anbringen von artgerechten Nistkästen wie unter anderem Fledermauskästen, das Anbringen von Vogelhäusern wie z.B. Mehlschwalbenhäuser und das Beringen von Wanderfalken. Auszubildende sowie Beleg- und Nachbarschaft werden mit Ihrem Engagement, wie z.B. bei dem Bau- und Aufbau von Wildbienenhotels, eng in die einzelnen Projekte eingebunden.

Mit den Umsetzungen zur naturnahen Gestaltung auf den Werksgeländen wird für die Tiere und Pflanzen wertvoller Lebensraum erhalten und erschaffen. So sind im Mercedes-Benz Werk Sindelfingen seither mehr als 30 Wanderfalken-Küken geschlüpft.

Natur und Technik verbinden: Umfangreiche Maßnahmen zum Schutz von Umwelt und Natur am Standort Immendingen

Bei der Planung, Genehmigung und Realisierung des Prüf- und Technologiezentrum in Immendingen, das immerhin eine Fläche von über 500 Hektar einbezieht, war der Natur- und Umweltschutz ein zentrales Anliegen. Der intensive Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern und gerade auch den Natur- und Umweltschutzverbänden ermöglichte es, Hinweise der Bürgerschaft und konstruktiv-kritische Forderungen der Verbände aufzugreifen, um Tiere und Pflanzen noch besser zu schützen.

Vor dem Hintergrund des Generalwildwegeplans wurde eine Wildtierpassage mit einer Wildtierunterführung und einer Wildbrücke und einer Fläche von 33 Hektar eingerichtet. Diese teilt das gesamte Gelände in zwei Hälften und ermöglicht Wildtieren das Gelände zu passieren. In der Bauphase wurde von der „ökologischen Baubegleitung“ die Einhaltung der umweltbezogenen Auflagen sowie die fachgerechte Umsetzung der Kompensationsmaßnahmen überwacht. Hierbei wurden zum Schutz von seltenen Tierarten unter anderem Zaun- und Waldeidechsen, Blindschleichen, Schlingnattern und Haselmäusen vor Beginn der Baumaßnahmen eingefangen und in Ersatzhabitate verbracht. Auch die erst im Zuge der Baumaßnahmen eingewanderten und in Fahrspurtümpeln und Kleingewässern entdeckten, streng geschützten Laubfrösche wurden zur Sicherung des Bestandes in ein geeignetes Ersatzhabitat umgesiedelt.

Bei den Ausgleichsmaßnahmen für die Waldverluste wurden in der Region verschiedene Aufforstungsmaßnahmen durchgeführt. Daneben erfolgten umfangreiche Waldumbaumaßnahmen. Buchen und Weißtannen ersetzen hierbei Fichten, wodurch der Wald zukunftsorientiert auf den Klimawandel vorbereitet wird. Weitere Waldartenschutzmaßnahmen dienen der Förderung einer Vielzahl von gefährdeten Pflanzen- und dort lebender Tierarten. Ergänzend wurden auch Flächen für Waldrefugien festgeschrieben, auf denen sich der Wald ohne menschliche Eingriffe entwickeln kann. Auf bestimmten Ausgleichsflächen außerhalb des Geländes erfolgt auch eine extensive Beweidung, wobei robuste Skudden und Mufflons als Landschaftspfleger eingesetzt werden.

Die Einhaltung der in der Genehmigung vorgegebenen Ausgleichsmaßnahmen wird durch ein Monitoring-Konzept für 10 Jahre auf Freiflächen und für 25 Jahre im Wald sorgfältig geprüft. Werden die Ziele nicht erreicht, muss nachgebessert werden. Es waren umfangreiche Eingriffe für den Aufbau des Prüf- und Technologiezentrums notwendig, dennoch bleibt der überwiegende Teil der Natur vorbehalten. Die Ausgleichsmaßnahmen für die Eingriffe auf dem Gelände umfassen mehr als das Zweieinhalbfache der genutzten Flächen.

Artenschutzzentrum am Standort Gaggenau

Die erste nach den Kriterien von Bioland zertifizierte Industriefläche Deutschlands befindet sich im Mercedes-Benz Werk Gaggenau. Im Werksteil Rastatt konnte ein brachliegendes Betriebsgelände (eine alte Kläranlage) naturnah gestaltet werden und bietet einer Vielzahl gefährdeter Arten ein neues zu Hause. So zum Beispiel dem Eisvogel und einer Vielzahl von Wildbienen - sie gehören zu den gefährdeten Tierarten, die im 111-Artenkorb des Landes Baden-Württemberg gelistet sind. Im rahmen einer orientierenden Erfassung durch den NABU KV Rastatt wurden auf den 1.530 Quadratmeter 65 Wildbienenarten nachgewiesen. Darunter befinden sich 21 wertgebende Arten. Damit ist diese Fläche hinsichtlich ihrer Bedeutung für Wildbienen als überregional bedeutsam einzustufen. Ihre Futterpflanzen sind auf der neu gestalteten Fläche ebenso vorhanden wie Wildbienen-Nisthilfen, die von Mercedes-Benz-Mitarbeitern gebaut wurden. Zu den Sandflächen, Steinriegeln, Totholzstämmen der Hauptfläche fügen sich Wildblumensäume aus verschiedenen Wildpflanzen ein. Insgesamt 2.700 heimische Wildstauden kommen in den mineralischen Böden aus Sand, Schotter und Kies jährlich zur Blüte. Sie bieten ganzjährig Blüten, Samen, Versteck, Winterquartier und Reproduktionsmöglichkeiten für die Fauna.

Große Ehre: Im Juli 2018 wurde das Projekt als UN-Dekade-Projekt bereits das dritte Mal ausgezeichnet.

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