„Unsere Mitarbeiter geben Daimler mit ihrem Engagement ein Gesicht“

Bei Anja Lehner und Elisabeth Viebig laufen die Drähte zusammen: Sie konzipieren und steuern das gesellschaftliche Engagement von Daimler. Wie Projekte ausgewählt werden und warum Daimler auch in wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten davon profitiert, in soziales Engagement zu investieren, erzählen die beiden im Interview.

Frau Viebig, Frau Lehner, haben Sie beide einen Traumjob?

Viebig: Durchaus! Unser Unternehmen verändert sich gerade grundlegend und auch die Gesellschaft ist ständig im Wandel. Zu schauen, wie wir gesellschaftlich einen Beitrag leisten können, der diesen Wandel auf beiden Seiten reflektiert, das spornt mich an. Wir bewirken etwas mit unserer Arbeit – deshalb komme ich jeden Tag gerne ins Werk.

Lehner: Es ist eine absolut tolle Aufgabe, daran mitzuarbeiten, dass sich unser Anspruch erfüllt. Das heißt konkret, für Unternehmen und Gesellschaft einen Mehrwert zu schaffen. In Zeiten des Wandels, ist es noch wichtiger, einen guten Draht in die Gesellschaft zu haben, als ohnehin schon. Wir wandeln uns als Unternehmen ja nicht im luftleeren Raum, sondern wir bekommen Impulse aus der Gesellschaft und geben Impulse zurück. Dazu gehört auch, dass wir uns sozial dort engagieren, wo wir aktiv sind.

Frau Lehner, welche Erlebnisse in Ihrem Job haben Sie persönlich am meisten geprägt?

Lehner: Da gibt es viele. In unserem Team sind wir an ganz verschiedenen Orten mit völlig unterschiedlichen Menschen in Kontakt. Ich bin jedes Mal aufs Neue beeindruckt, mit welcher großen Begeisterung und welchem Respekt viele dem Unternehmen Daimler begegnen. Das bestärkt mein Verständnis, dass jeder einzelne von uns als Gesicht des Unternehmens in der Öffentlichkeit eine große Verantwortung hat.

Wie behalten Sie den Überblick über alle Spenden- und Sponsoringanfragen?

Lehner: Unser Team schafft die nötige Transparenz. Alle Engagements werden in einer Datenbank erfasst. Umfangreichere Spenden und Sponsorings werden zudem in unserem Spenden- und Sponsoring-Ausschuss diskutiert, bewertet und genehmigt. Projektziele, nachhaltige Wirkung und angesprochene Zielgruppen sind dabei nur drei von vielen Kriterien.

Viebig: Ich kümmere mich mit meinem Team vorwiegend um Spendenprojekte und um Corporate Volunteering. Die von Anja erwähnte Datenbank ist Grundlage unserer täglichen Arbeit. Vor Ort werden die Projekte von den einzelnen Ländergesellschaften betreut. Das schafft auf der einen Seite Nähe, in dem gezielt auf die lokalen Bedürfnisse eingegangen werden kann und erhöht die Effektivität auf der anderen Seite.

Welche Projekte oder Initiativen haben die Chance, von Daimler gesponsert zu werden?

Lehner: Sponsoring wird oft mit emotionalen Aspekten verknüpft, aber bei der Auswahl unserer Engagements geht es darum, welche Projekte zu unseren Unternehmenswerten passen und auch zur Strategie. Bei Sponsorings gehen wir eine vertragliche Partnerschaft ein, es ist also ein Erfolgskriterium, dass unser Partner und wir ähnliche Werte und Ziele haben. Wir sind uns sehr im Klaren darüber, dass wir eine große soziale Verantwortung tragen. Das beginnt schon dabei, zu entscheiden, wo wir uns einsetzen und wo nicht.

„Wir sind uns sehr im Klaren darüber, dass wir eine große soziale Verantwortung tragen.“

Warum ist gesellschaftliches Engagement für Daimler wichtig?

Lehner: Unserer Gründerväter haben das Automobil erfunden und mit ihm zu einer mobileren und offeneren Gesellschaft beigetragen. Die Menschen lernten ein ganz neues Gefühl von Freiheit kennen. Das wirkt bis heute und zeichnet unser Unternehmen aus: Wir sind mobil, international vernetzt und lernen andere Kulturen kennen, was früheren Generationen so viel weniger möglich war. Die individuellen und gesellschaftlichen Fortschritte durch Mobilität wollen wir unbedingt erhalten. Überall dort, wo wir aktiv sind, sehen wir uns als „Unternehmensbürger“, die ihren Beitrag für die Gesellschaft leisten.

Wie gelingt es, an das Freiheitsversprechen von damals anzuknüpfen und sich ebenso in die Gesellschaft einzubringen?

Lehner: Wenn wir etwas bewirken wollen, müssen wir uns den aktuellen gesellschaftlichen Themen stellen: von Elektromobilität, Klimawandel und Digitalisierung bis soziale Gerechtigkeit. Deshalb engagieren wir uns in diesen Bereichen.

Welche Fragen stellen Sie sich, bevor Sie ein Projekt starten, Frau Viebig?

Viebig: Bevor wir loslegen, stellen wir uns immer die Frage: Hat das Projekt einen Bezug zu unseren Kernthemen, zum Beispiel im Bereich Elektromobilität, Digitalisierung oder Klimaschutz? Ganz einfach erklärt, fördern wir Projekte mit Mobilitätsbezug. Mobil zu sein ist für uns mehr, als von A nach B zu kommen. Soziale, geistige und gesellschaftliche Mobilität ermöglichen Begegnung, Toleranz und ein friedliches Miteinander. Die Sustainable Development Goals der United Nations geben uns Orientierung. Sie umfassen insgesamt 17 Ziele – zum Beispiel: Chancengleichheit für Frauen und Mädchen, Zugang zur Bildung und Integration.

Welche konkreten Projekte zum Schutz des Klimas unterstützt Daimler?

Lehner: Umweltschutz ist schon seit langem ein Fokus unseres Engagements. Das Thema hat eine ganz hohe Priorität, nicht nur in der Gesellschaft und in der Wissenschaft, sondern auch bei uns. Wir kooperieren beispielsweise mit „Caritas International“ bei „Wasser zum Leben“. Bei diesem Projekt geht es darum Bauern in Halbwüsten-Regionen adäquates Wissen zum Umgang mit der Ressource zu vermitteln.

In Deutschland, fördern wir seit 2019 den Kranich-Schutz in Zusammenarbeit mit dem NABU. Kraniche sind der Inbegriff von Mobilität und individueller Freiheit. Sie bewohnen Sumpf- und Moorlandschaften, die riesige Mengen an CO2 binden. Durch den Schutz der Kraniche, sichern wir gleichzeitig deren Lebensraum und investieren so effektiv in den Klimaschutz.

Und neben dem Umweltschutz, welches Sponsoringprojekt wird im Jahr 2020 im Fokus stehen?

Lehner: Wir werden im Jahr 2020 die Berliner Philharmoniker unterstützen, die sich als Brückenbauer für den Dialog zwischen Deutschland und Israel einsetzen. Am 1. und 2. Mai 2020 spielen sie Konzerte in Tel Aviv und Jerusalem. Ihr Engagement für Respekt und Toleranz und gegen Rassismus und Antisemitismus entspricht auch den Werten unseres Unternehmens.

Frau Viebig, können sich auch Mitarbeiter engagieren?

Viebig: Ja, zum Beispiel bei den Social Days: Dabei verbinden wir Teambuilding mit sozialen Engagements in karitativen Einrichtungen. Außerdem gibt es zum Beispiel „ProCent“, eine dauerhafte Mitarbeiter-Aktion, die wir 2011 gemeinsam mit dem Gesamtbetriebsrat ins Leben gerufen haben.

Die Social Days verbinden Teambuilding mit sozialem Engagement in karitativen Einrichtungen.

Wie funktioniert ProCent?

Viebig: Wer mitmachen will, spendet die Cent-Beträge seiner monatlichen Netto-Entgeltabrechnung. Daimler verdoppelt dann den Betrag. Der Erlös kommt gemeinnützigen Projekten im In- und Ausland zu Gute, die ausnahmslos von der Belegschaft vorgeschlagen werden. So konnten wir bereits 1.300 Projekte in 63 Länder fördern – vom Inklusionsprojekt an einem Kindergarten in der Nähe von Stuttgart bis zum Bau einer Schule in Burkina Faso. 2019 kamen 715.000 Euro zusammen. Insgesamt wurden seit 2011 so bereits 8,45 Mio. Euro für Projekte in der der ganzen Welt freigegeben.

Warum ist es Ihnen wichtig, Mitarbeiter in Corporate-Citizenship-Aktionen einzubinden?

Lehner: Daimler steht für rund 300.000 Menschen weltweit. Die Mitarbeiter sind Botschafter und geben Daimler ein Gesicht. Viele sind stolz, wenn sie sich sozial engagieren und wir zusammen etwas Gutes unterstützen können.

Gerade sind wirtschaftliche anspruchsvolle Zeiten. Was bedeutet das für Sie und Ihre Arbeit?

Lehner: Wir konzentrieren uns noch stärker auf Projekte, mit denen wir eine große Wirkung erzielen können. Gemeinsam mit unseren Mitarbeitern möchten wir auch weiterhin viel erreichen.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Viebig: Ganz klar, dass wir noch mehr Menschen erreichen, die wir auf ihrem Weg in eine bessere Zukunft unterstützen können.

Lehner: Ich wünsche mir, dass wir weiterhin engagierte Menschen unterstützen, die begeistert für ihre Sache eintreten. Das lohnt sich immer. Dabei ist es egal, ob ihr Projekt groß oder klein ist.

Anja Lehner ist Head of Coporate Sponsoring & PR. Mit ihrem Team verantwortet sie die strategische Ausrichtung des Bereichs Corporate Citizenship. Gemeinsam mit dem Sponsoring- und Spendenausschuss steuert sie die weltweiten Corporate-Citizenship und Sponsoring-Aktivitäten.
Elisabeth Viebig ist Head of Community Commitment/Volunteering & Memberships. Zusammen mit ihrem Team kümmert sie sich um die umfangreichen gesellschaftlichen Engagements von Daimler sowie um Spenden und Mitgliedschaften. Sie unterstützt die Standorte weltweit dabei, vor Ort ein „guter Nachbar“ zu sein und sich in die Gesellschaft einzubringen. Zudem ist sie Mitglied im Spenden- und Sponsoringausschuss.

Wir verwenden Cookies

Damit wollen wir unsere Webseiten nutzerfreundlicher gestalten und fortlaufend verbessern. Wenn Sie die Webseiten weiter nutzen, stimmen Sie dadurch der Verwendung von Cookies zu.