Insektopia im Mehrgenerationenhaus Wörth

Was zunächst klingt wie ein neuer Animationsfilm mit krabbeligen Protagonisten ist in Wirklichkeit der Name eines Projekts des Internationalen Bundes Südwest: Am Mehrgenerationenhaus in Wörth soll ein neuer, nachhaltiger Außenbereich entstehen – inklusive Wildblumenwiese, Schmetterlingspfad und Insektenhotels.

Dank der fleißigen Hilfe von 40 Meisterinnen und Meistern des Daimler-Werks Wörth, die im Rahmen ihres Social Days anpacken, ist das Mehrgenerationenhaus seinem Ziel ein ganzes Stück näher gekommen.

Aller Anfang ist – wortwörtlich – schwer

Der Sommer ist vorbei. Auch am Mehrgenerationenhaus in Wörth klopft der Herbst an der Tür. Zwar ist es noch angenehm warm, aber durch die dicken, grauen Wolken, schafft es kaum ein Sonnenstrahl mehr. Zum Glück lässt jedoch der angekündigte Regen auf sich warten. Als ahne er, dass es sehr viel und Wichtiges zu tun gebe. Wie die unzähligen Insekten, die hier bald ihr neues Zuhause finden sollen, wuseln seit den frühen Morgenstunden Meister, Meisterinnen und Abteilungsleiter über den überschaubaren Außenbereich des Mehrgenerationenhauses.

Bevor sich jeder an seine eigentlichen Aufgaben macht, wie unter anderem den Bau einer Schmetterlingsspirale oder die Renovierung der Sitzlandschaften, muss einiges an Vorarbeit geleistet werden. Insgesamt dreizehn Tonnen Steine und Erde hieven die Meister aus den bereits bestehenden Beeten des L-förmigen Hinterhofs, um Platz zu schaffen für ebenso viel neue Erde und Rindenmulch. Wie viele Schubkarren das letztlich waren, weiß am Ende des Tages niemand.

Unter den Bergen an Arbeit leidet jedoch keineswegs die Motivation der Helfer. Im Gegenteil: Eingeteilt in bunt zusammengewürfelte Projektteams machen die ersten unter fachlicher Anleitung und voller Tatendrang den ersten Spatenstich, während eine andere Gruppe die ersten Balken in der Hauseigenen Schreinerei zersägt.

Der Tatendrang kennt keine Grenzen

„Hoffentlich haben wir genug, um all die Leute den ganzen Tag zu beschäftigen“, sorgt sich Sylvia Kempf-Diehl, die Leiterin des Mehrgenerationenhauses noch am Morgen. Vollkommen unbegründet: Pause machen möchte hier niemand! Als eine Gruppe die Beete fertig erneuert und für die Bepflanzung hergerichtet hat, entschließt sie kurzerhand, dass die Geländer einen neuen Anstrich vertragen könnten. Farbe ist zwar keine da, aber der Weg zum Baumarkt ist nicht lang. So heißt es nur wenig später an fast jede Ecke: „Vorsicht! Frisch gestrichen“.

Im Schatten der Hauswand, die wenige Tage zuvor von dem ortsansässigen Künstler Andreas Hella farbenfroh und passend zum Thema neu gestaltet wurde, entstehen in kürzester Zeit selbst gezimmerte Hochbeete, eine steinerne Schmetterlingsspirale und sogar ein kleiner Teich mit Wasserpflanzen. Besonderer Hingucker sind die zwei eigens für diesen Zweck entworfenen Insektenhotels. Jene werden nach und nach mit sorgfältig durchbohrten Hölzern gefüllt, so dass dem Einzug der neuen Gäste nichts mehr im Weg steht.

Hier und da stehen noch kleine Erdbeerpflanzen und Sukkulenten auf der Erde, die später am Tag gemeinsam mit den sich noch in der Schule befindenden Kindern in die Beete gesetzt werden. Das ist für alle Beteiligten ein krönender Abschluss.

Ein Haus, in dem die verschiedenen Generationen sich ungezwungen begegnen, voneinander lernen und bei Bedarf Hilfe und Unterstützung erfahren.

Mehrgenerationenhaus Wörth

Die Zusammenarbeit mit dem Daimler-Werk Wörth ist für das Mehrgenerationenhaus nichts Neues. Alltagserleichterung schreibt man in der Gemeinde groß, insbesondere die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Im Rahmen dessen rief das Mehrgenerationenhaus bereits die Kinderstadt „Astropolis“ in Kooperation mit dem Werk ins Leben.

„Insektopia“ ist hierbei ein weiterer Schritt, diese Philosophie fortzusetzen und auszuweiten. Wie das Mehrgenerationenhaus selbst vereint auch diese Neugestaltung gleich mehrere Ziele und schafft damit einen Ort, der Kindern und Jugendlichen den gewissenhaften und nachhaltigen Umgang mit ihrer Umwelt und einer vielleicht nicht ganz so vertrauten Tierwelt näherbringt. Gleichzeitig wird durch die Instandhaltung des Gartens das Miteinander zwischen älterer und jüngerer Generation gefördert. Auf den neuen Bänken sollen Senioren inmitten der Pflanzen ein ruhiges Plätzchen finden.

Der Internationale Bund, der dieses Projekt ins Leben gerufen hat und maßgeblich an dessen Umsetzung durch die Bereitstellung des notwendigen fachlichen Know-hows beteiligt war, wird es auch über die nächsten Monate weiter begleiten. Schließlich kann weder Rom noch „Insektopia“ an einem Tag erbaut werden. Aber eines spürt man vor Ort ganz deutlich: Auch für die 40 Meisterinnen und Meister ist der Social Day nicht ohne eigenen Nutzen. Es ist eine willkommene Abwechslung zum gewohnten Arbeitsalltag. Außerdem kommt man auch mal mit Kollegen ins Gespräch, die sonst in einer anderen Schicht arbeiten. Kollegial wird einander unter die Arme gegriffen, tauscht sich unbefangen und ohne Hierarchien über Erfahrungen aus, sodass 40 Meisterinnen und Meister mit einem Lächeln auf dem Gesicht den Heimweg antreten.

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