Where Do Cars Go At Night? Neues Kinderbuch erklärt

“Hi, ich bin Carla-15. Ich bin ein selbstfahrendes Auto. Möchtest du sehen was ich nachts mache?“ – so beginnt das neue Kinderbuch des moovel labs. Ziel ist es, Kindern das komplexe Thema Autonomes Fahren einfach näherzubringen. Was sagen die Kinder dazu?

„So wie es Einhörner nur in Geschichten gibt, so gibt es selbstfahrende Autos nur in Geschichten. Die gibt‘s genauso wenig wie Einhörner!“, erklärt die kleine Sophie. Auch Julian ist konsequent: „Das ist ja nur ein Buch. Das ist ja nicht echt“, sagt er.

Die Aussagen der Kinder stammen von einer Projektwoche für Vorschulkinder in Stuttgart. Sie zeigen, wie neu die autonomen Konzepte auch für die Jüngsten sind. Noch ist es für viele schwer vorstellbar, dass autonom fahrende Autos in naher Zukunft auf den Straßen tatsächlich unterwegs sein sollen. Sven Beiker, Dozent an der Stanford Universität und Mobilitätsberate bei McKinsey, sieht das schon anders: „Ich glaube, dass wir noch in diesem Jahrzehnt – also vor 2020 - diese Mobiliätsservices im Innenstadtbereich sehen werden.“,

Höchste Zeit den Nachwuchs mit dem komplexen Thema Autonomen Fahren und den vielen damit verbundenen Möglichkeiten vertraut zu machen. Was eignet sich am besten dafür? Ein Kinderbuch. Unter dem Titel „Where Do Cars Go At Night?“ stellte das moovel lab das englischsprachige Buch auf der Frankfurter Buchmesse im Oktober 2016 vor. moovel lab ist das Zukunftslabor der Daimler Mobilitätsdienstleistungs-Tochter moovel.

Doch was machen nun Autos in der Nacht?

Nachts erledigen Autos zum Beispiel Einkäufe.

Geht es nach dem moovel lab stehen Autos nachts nicht mehr ungenutzt auf Parkplätzen oder in Garagen. Einkaufen, Straßen fegen oder Pflanzen bewässern stehen zum Beispiel für Clara-15 aus dem Kinderbuch auf dem Programm. Dies sind aber nur ein paar Beispiele der vielzähligen Nutzungsmöglichkeiten autonom fahrender Autos und Lkw.Müllabfuhren oder Postfahrzeuge, die während des Berufsverkehrs Stau verursachen, wären passé. Autonome Fahrzeuge könnten ganz einfach nachts die Mülltonnen leeren oder Pakete zustellen. Wenn alle schlafen und es niemanden stört.Der wichtigste Vorteil des Zukunftskonzepts ist der Umweltschutz. Der Verkehr könnte um ein Vielfaches entlastet und der CO2-Ausstoß dadurch deutlich reduziert werden. Clara-15 ist selbstverständlich ein elektrisch betriebenes Fahrzeug, das lokal keine Emissionen produziert. Ladestationen, wie Clara-15 sie im Buch zum Entspannen benutzt, werden die Kinder- und Jugendlichen in den nächsten Jahren auch in der realen Welt immer häufiger zu sehen bekommen.

Und tagsüber?

Nicht nur nachts ändert sich die Nutzung von Fahrzeugen. Im Kinderbuch des moovel lab gibt es auch keine Autobesitzer im eigentlichen Sinne mehr. Jeder kann ein verfügbares Auto nutzen, wenn er tagsüber zur Arbeit oder zu einem Termin muss – Carsharing lautet die Devise. Und noch eine Veränderung können sich die Mobilitätsforscher der moovel lab vorstellen: „Autos brauchen keine Parkhäuser mehr. Die Flächen können anderweitig genutzt werden – zum Beispiel für einen Park“, heißt es im Buch.

Mit bunten Ilustrationen verstehen Kinder Carsharing viel leichter.

Komplexes Thema verständlicher gemacht

Mit kindgerechten Illustrationen und Grafiken verstehen die Kinder spielerisch, wie gewisse Prozesse in Zukunft funktionieren. So weiß Kindergartenkind Lukas sofort Bescheid, wenn er das funkende Gerät in der Hand des Mädchens im Kinderbuch sieht: „Die Fernbedienung ruft die Autos, damit die kommen“, sagt er. „Welches Auto kommt dann?“, wird er gefragt. Auf verschiedene Autos zeigt Lukas. „Nein, das ist zu weit weg“, stellt seine Nebensitzerin Laura fest. Ohne es zu wissen, hat sie intuitiv die Logik des Systems erfasst.Für Mia, Schülerin der Internationalen Schule in Stuttgart ist „Autonomes Fahren“ bereits heute nicht nur mit fiktiven Einhörnern zu vergleichen: „Jetzt ist es lustig darüber nachzudenken, aber wenn wir erwachsen sind, wird es total normal sein“, stellt sie fest. Natürlich kann moovel nicht genau vorhersagen, wie sich die autonome und vernetzte Mobilität in den kommenden Jahren entwickeln wird. Das Buch soll aber Kinder mit dem Thema vertraut machen und sie zum Nachdenken anregen. Ob Clara-15 besser Auto fährt als die eigenen Eltern, sorgte zum Beispiel in einem der Stuttgarter Kindergärten zu hitzigen Diskussionen.

Zum Buch gelangen Sie über folgenden Link.

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