Stuttgart48 - Piraten erobern den Max-Eyth-See

„Noch einmal meinen herzlichen Dank an Euch alle für diese unvergesslichen Tage. Ich denke über dieses Wochenende werden sämtliche Kinder ihr Leben lang berichten. Damit wird die Welt sicherlich ein kleines Stückchen besser“, Axel Rahm (Teilnehmer und Förderer von Stuttgart48).

Der erlebnispädagogische Wettbewerb „Stuttgart48“ geht 2016 zum vierten Mal an den Start, dieses Jahr mit dem Motto „Piraten – Klarmachen zum Entern“. Stuttgart48 ist ein soziales Projekt für Kinder und Jugendliche, die in ihrem Alltag weniger Möglichkeiten haben als andere Kids. Organisiert von Move&Do Stuttgart, einem erlebnispädagogischen Programm für junge Menschen in Stuttgart, und unterstützt von der Laureus „Sport for Good“ Stiftung mit Partnern wie Daimler, begeistert das Projekt Kinder und Jugendliche gleichermaßen. So sehr, dass sie auch bei schlechtem Wetter gerne ihr Wochenende investieren, um mitzumachen.

Ein verregneter Samstag im Juni. Zehn Uhr morgens. Kevin, 13, lächelt zufrieden vor sich hin – er hat es geschafft. Er freut sich total mit einem sonnengelben Mercedes-AMG GT Sport (Kraftstoffverbrauch kombiniert (Benzin: 9,3 l/100 km, CO₂-Emissionen: 216 g/km [1]) als Beifahrer ein paar Runden bis zur nächsten von insgesamt 20 Spielstationen drehen zu dürfen. Die ersten zwei Stationen, die Fähre und Schiffsbergung, haben er und sein Team die „Todesmutigen Schädeljäger“ bereits mit Bravour gemeistert. Bei der Station „die Fähre“ haben die Schädeljäger mit Hilfe von fünf Rundhölzern und einem Brett eine Fähre gebaut. Eine zwei Meter lange Latte war das einzige Hilfsmittel. Der vorgegebene Weg musste damit zurückgelegt werden, ohne auch nur einmal den Boden zu berühren. Das Zeitlimit von 20 Minuten haben Kevin und seine drei weiteren Teammitglieder locker eingehalten.

"Todesmutige Schädeljäger" - Von links nach rechts: Kevin, Justin, Daniel, Marc, Marvin

Kevin hat noch ein weiteres ehrgeiziges Ziel - er will mindestens Vierter in diesem Jahr werden. Letztes Jahr hat es leider nur zum vorletzten Platz bei Stuttgart48 gereicht. Es geht um Teamarbeit aber auch um Zusammenhalt, Durchhalten und Schnelligkeit. 48 Stunden, 20 Teams, jeweils vier Kinder und ein „Schutzengel“ pro Team. So werden die Teambetreuer genannt, sie schützen die Kids vor zu viel Ehrgeiz und möglichen Gefahren. Die Herausforderungen sind vielfältig: Paddeln, Klettern, Rennen, mit dem BMX-Rad fahren, Kegeln, Tauchen, Hochseilgarten und auch das Abseilen von einem Kirchturm.

Daniel, 14, ein weiterer todesmutiger Schädeljäger, macht dieses Jahr vor allem mit, um sich vom Kirchturm abseilen zu können. „Letztes Mal habe ich mich nicht getraut, danach habe ich es bereut“, so der 14-jährige. Das will er dieses Jahr unbedingt ändern. Er will mutig sein. Er will durchhalten. Überhaupt liebt Daniel Spaß und Action, deshalb meldet er sich jedes Jahr bei Stuttgart48 an. Und auch ein bisschen, um sich selbst zu beweisen, was in ihm steckt, an seine persönlichen Grenzen zu gehen, sie vielleicht auch zu überschreiten. Sich selbst belohnen, wenn man hart gekämpft hat und nicht gleich aufgeben - durchhalten eben. Sicher ist jeder von uns schon einmal an seine Grenzen gegangen, um ein Ziel zu erreichen. Bei den Teilnehmern von Stuttgart48 ist das etwas ganz Besonderes. Selbstvertrauen, Erfolgserlebnisse und Motivation sind für Jungs wie Daniel nicht immer selbstverständlich. Daniel geht auf die Förderschule Wichernschule in Fellbach. Sein Lehrer Marc Bondroit schafft es allerdings immer seine Jungs zu motivieren. Er ist in diesem Jahr auch ihr „Schutzengel“ und will seine todesmutigen Schädeljäger zum Sieg führen. Deshalb gibt es auch eine Kampfansage an die anderen Teams bei Stuttgart48: „Eure Schädel gehören uns“. Es war Daniels Idee und der Spruch passt zum Teamnamen finden Justin, Kevin und Marvin. Doch wird es zum Sieg reichen?

Besuch Thomas Weber, Vorstand Konzernforschung & Entwicklung Mercedes Benz Cars

Kommen wir wieder zurück zum sonnengelben Mercedes-AMG GT Sport und Kevin. Das Erlebnis einmal mitzufahren, hat Thomas Weber für Kevin möglich gemacht. Weber ist im Daimler-Vorstand verantwortlich für Konzernforschung und Entwicklung Mercedes Benz Cars, sowie dieses Wochenende Schirmherr von Stuttgart48. Er nimmt jedes Jahr an dem Projektwochenende teil und ist trotzdem immer wieder aufs Neue erstaunt, was die Kids leisten: „Ich habe heute einige Kinder und Jugendliche getroffen, die letztes Jahr auch schon dabei waren. Die Jugendlichen haben mir im Gespräch geschildert, wie sie durch „Sport for Good“ gelernt haben sich in der Gruppe einzubringen und durch persönliches Engagement etwas zu erreichen.“ So hätte ihnen ihre Teilnahme bei Stuttgart48 dabei geholfen, einen anderen Weg einzuschlagen und sogar ihren Schulabschluss zu schaffen. „Wenn ich sehe, wie sich Schwächere und Stärkere, Große und Kleine bei den Aufgaben ergänzen und unterstützen, dann hat dieses Projekt bereits einen großen Beitrag zur persönlichen Entwicklung der Jugendlichen geleistet“, schildert Thomas Weber seine Eindrücke.

Hochmotiviert erreichen die Schädeljäger rund um Kevin die nächste Station: Den „Racetrack“ auf der Bad-Cannstatter BMX-Bahn. Sie sind spät dran. Ein Ziel von Stuttgart48 ist es, in der zur Verfügung stehenden Zeit, möglichst viele Stationen zu schaffen. Ob sie den Zeitverlust aufholen können, wird sich zeigen.

Einer ihrer Konkurrenten, das Team von der Rohräckerschule Esslingen um Schutzengel Max Krieg, steht schon bereit und scharrt mit den „Hufen“, wie Rennpferde kurz vor dem Start. Sie hissen ihre „schwarze Flagge“, um die anderen Teams ein wenig unter Druck zu setzen. Der jüngste Mitspieler im Team von Max Krieg ist 13, der älteste 15 Jahre alt. Sie sind die Titelverteidiger. Ein starkes Team. Sie halten zusammen und lassen sich auch nicht entmutigen, wenn ein Problem auftaucht und es eng wird. So wie im letzten Jahr. Das Team hat daraus gelernt. „Ich denke, wichtig ist immer erst Nachzudenken, wie man es macht, sich im Team zu besprechen und dann erst anzufangen. Das ist strategisch das Beste“, meint Max Krieg. Das Motto des Teams Schwarze Flagge ist in diesem Jahr: „Heute ist ein guter Tag“. Auf der Rennstrecke läuft es gut für Kriegs Team, sie können ein paar Minuten aufholen. Für die todesmutigen Schädeljäger wird der restliche Tag ein Kampf um weitere Stationen bleiben.

Sonntag. Es ist soweit – der große Entscheidungstag ist da. Erstmal ankommen am Max-Eyth-See in Stuttgart. Wie ist die Stimmung bei den todesmutigen Schädeljägern? Sie sind gut gelaunt und locker, zumindest scheint es so, vielleicht wird damit aber auch ein bisschen die Nervosität überspielt. Gestern haben sie noch 18 von 20 Stationen geschafft. Das ist eine super Leistung.

Ausgestattet sind die Teams heute mit einer Schatzkarte. Die Stationen, die auf die wohlklingenden Orte Tortuga, Port Royal, Corn Island und Nassau getauft wurden, müssen per Kanu angefahren werden. Das Ziel: Findet die richtige Boje auf dem Max-Eyth-See, wo der Schatz verborgen liegt. Und wieder geht es um Geschicklichkeit, Teamgeist und Geschwindigkeit.

Brownies versorgen die todesmutigen Schädeljäger mit der nötigen Nervennahrung. Es kann losgehen mit der Jagd auf den Schatz. Bei der ersten Station mit dem Kanu angekommen soll ein menschlicher Knoten mit Hilfe von körperlicher Bewegung geknotet werden. Marc Bondroit der „Schutzengel“ des Teams versucht zu beschreiben: „…eine Schlaufe legt man sich auf den Boden, dann steigt einer drauf und der andere krabbelt untendrunter durch.“ Insgesamt 18 Daimler-Mitarbeiter aus dem Bereich RD, Forschung & Entwicklung, unterstützen vor Ort bei den Spielstationen oder auch als Kochhilfen bei der Grillstation, dort gibt es Mittagessen für hungrige Piraten. Eine der RD-Mitarbeiter ist Manuela Heinze: Hier beim „Menschen verknoten“ ist sie die Chefin, im Arbeitsleben IT-Koordinatorin, versucht sie das Gekrabbel und Gebrabbel der einzelnen Teams zu koordinieren. Das ist nicht leicht, doch sie findet es an ihrer Station klasse: „Die Kids sind alle hochmotiviert und begeistert! Es ist einfach ein super Feeling hier!“

Impressionen von Stuttgart48

Gefühlte zig-Stationen und viele Schweißtropfen später sitzen die todesmutigen Schädeljäger-Piraten gespannt auf einer wackligen Bierbank und warten auf das Ergebnis. Ehemalige Teilnehmer wie Tolga und Berkan sind dieses Jahr als Helfer mit dabei. Sie hüten verantwortungsvoll die Siegestrophäen bis zur Verkündung. Bald haben Tolga und Berkan ihren Hauptschulabschluss in der Tasche. Berkan startet in diesem Jahr mit seiner Ausbildung bei der GARP in Plochingen, sein Ziel ist es vielleicht später Facharbeiter bei Daimler zu werden.

Nachdem viele anderen Piraten ihre „Goldstücke“ geborgen und ihre Gewinnanteile in Empfang genommen haben, wissen die Schädeljäger der sechste Platz ist es nicht. Der fünfte auch nicht. Endlich ist es soweit, Marcus Weber, Mitorganisator von Stuttgart48, ruft Justin nach vorne. Der vierte Platz ist es geworden. Die Enttäuschung im Team ist zunächst groß, sie hatten sich am Ende mehr ausgerechnet Doch Kevin hat sein Ziel erreicht, Vierter zu werden. Daniel hat sich vom Kirchturm abgeseilt und seine Angst überwunden. Auch für das Team Schwarze Flagge hat es in diesem Jahr nicht ganz gereicht. Platz drei heisst es nach der Endabrechnung aller erspielten und erarbeiteten Punkte. Aber bei Stuttgart48 geht es um viel mehr, es zählt das olympische Motto: Dabei sein, ist alles! Und wie alle 80 Kids dabei waren: Mit vollem Herzen, vollem Körpereinsatz und voller Konzentration.

Der diesjährige Sieger bei Stuttgart48 ist das Team „Wanderfalken“ um Papa Axel mit seinen Söhnen Jannek, Jakob und deren besten Freunde Peter und Moritz. Und sie haben entschieden ihren Gruppenpreis, der ausgewählt werden kann - entweder Klettern, ein Move&Do Event oder T-Shirts Bemalen - dem fünftplatzierten A-Team zu geben. Das A-Team hat den Wanderfalken beim Bergen des Schatzes im See geholfen. Der soziale Gedanke von Stuttgart48 zieht sich wie ein roter Faden durch das Event. „Sport for Good“ hat hier seine Mission erfüllt.

[1] Die angegebenen Werte zum Kraftstoffverbrauch und zu den CO₂-Emissionen beruhen auf Messungen nach dem Neuen Europäischen Fahrzyklus (NEFZ) gemäß § 2 Nr. 5, 6 und 6a der geltenden Fassung der Pkw-Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung (Pkw-EnVKV). Die Angaben beziehen sich nicht auf ein einzelnes Fahrzeug und sind nicht Bestandteil des Angebots, sondern dienen allein Vergleichszwecken zwischen verschiedenen Fahrzeugtypen. Auf der Grundlage der gemessenen CO₂-Emissionen unter Berücksichtigung der Masse des Fahrzeugs ermittelt.

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