Daimler-Mitarbeiter bringen Kinderaugen zum Leuchten

Jedes Jahr packen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an vielen Daimler-Standorten in Deutschland bunte Päckchen für die Daimler-Weihnachtsaktion „ Schenk ein Lächeln“. Die Schwäbischen Tafel Stuttgart e.V. ist einer der Partner, der die Päckchen kurz vor Weihnachten unter anderem in den Stuttgarter Tafelläden an Kinder und Jugendliche ausgibt. Doch was sind eigentlich „Die Tafeln“? Ingrid Poppe, Projektleiterin der Schwäbischen Tafel e.V., und Susanne Tylingo, stellvertretende Projektleitung und Leiterin des Fellbacher Tafelladens, erzählen von der täglichen Arbeit im Tafelladen und was „Schenk ein Lächeln“ so besonders macht.

Susanne Tylingo, stellvertretende Projektleitung und Leiterin des Fellbacher Tafelladens und Ingrid Poppe, Projektleiterin (rechts) der Schwäbischen Tafel, präsentieren das Tafel Poster.

Seit wann gibt es die Tafeln in Stuttgart?

Die „Schwäbische Tafel Stuttgart e.V.“ wurde 1995 gegründet und sammelt gespendete Lebensmittel ein, die im Wirtschaftskreislauf nicht mehr verwertet werden, aber noch einwandfrei sind. Das geht in die Tafelläden und wird dort gegen einen kleinen Kostenbeitrag an bedürftige Menschen weitergegeben. Nach dem Start vor 22 Jahren mit einem Laden in Wohnzimmergröße und zwölf Kunden, stehen nun 2.000 Menschen täglich vor den Türen der vier Tafelläden in Stuttgart und Fellbach.

Sind auch viele Familien mit Kindern unter den Tafelkunden?

Ingrid Poppe: Das ist schwer zu sagen. Wer kann, lässt seine Kinder zu Hause. Einkaufen bei der Tafel ist mit Wartezeit, Gedränge und nicht immer der besten Stimmung verbunden. Daher sehen wir die Kinder selten – außer bei „Schenk ein Lächeln“. Dann ist es interessant zu sehen, wie viele Kinder hinter den Erwachsenen zum Vorschein kommen, die bei uns jeden Tag in der Tafel stehen. Wie etwa die drei Kinder, die sonst nur als Zahl für die Haushaltsgröße auf der Tafel-Einkaufs-Karte stehen.

Was ist für Sie das Besondere an der Weihnachtsaktion „Schenk ein Lächeln“?

Ingrid Poppe: Die Lebensmittelspenden, die wir täglich abholen, gehen vom Spender an eine anonyme Menge von Menschen und sind Überschüsse, die keiner mehr haben will. „Schenk ein Lächeln“ ist dagegen etwas sehr Persönliches, ein Segen, ein Extra – bei jedem Päckchen wird an ein Kind gedacht, das hat eine ganz andere Wertigkeit. Der Tag der Übergabe hat für die Kunden nichts mit dem alltäglichen Überlebenskampf zu tun. Einfach mal weg von dem Gedanken, was sie sich alles nicht leisten können und ein schönes Geschenk annehmen.

Gibt es irgendetwas Besonderes, das Sie mit der Aktion verbinden?

Susanne Tylingo: Der ganze Übergabetag ist ein schönes Erlebnis. Er wird begangen mit Weihnachtsbaum, einem geschmückten Laden, einem Weihnachtsmann und Süßigkeiten. Auch unsere Mitarbeiter, die freiwillig mithelfen, geben sich unheimlich Mühe. Die vielen erwartungsvollen Kinderaugen, sooo viele Päckchen, die Auswahl ist groß und „ach Gott, da ganz oben ist ein größeres Päckchen, das hätte ich noch lieber“ und dann hilft man schnell und holt es runter und „oh, ich möchte ein rotes, nein doch lieber ein blaues....“, die Päckchen werden teilweise sofort aufgemacht und es wird gestaunt und gelacht – es sind einfach diese ganz, ganz vielen Kleinigkeiten, die den Tag so ganz besonders machen.

Wie und woran erkenne ich Armut im wohlhabenden Baden Württemberg?

Ingrid Poppe: Für viele dieser Menschen ist es ganz wichtig, den Schein aufrecht zu erhalten. Da muss man ganz genau hingucken. Das sind dann die hübschen Schuhe, die ein wenig abblättern oder seit 15 Jahren aus der Mode sind. Wir stehen aber nicht am Tafeleingang und gucken, ob die Leute arm aussehen. Am Eingang schauen wir nach der Bonuskarte Stuttgart, einem Einkommens- oder Hartz 4-Beleg, einem Jobcenter-, Renten- oder Bafög-Bescheid oder unserer Tafelkundenkarte, die man nach Vorlage der notwendigen Bescheide ausgestellt bekommt.

Werden die „Schenk ein Lächeln“-Päckchen an andere Einrichtungen weiterverteilt?

Ingrid Poppe: Wir fragen jedes Jahr in den Flüchtlingseinrichtungen an und auch bei den Diakonischen Beratungsstellen, da dort oftmals Familien in Not zuerst nach Hilfe suchen. Im letzten Jahr meldeten die Flüchtlingseinrichtungen aber nur Bedarf für 26 Päckchen, das war für die ganz neu angekommenen Familien in der Weihnachtszeit. Fast alle Flüchtlinge leben mittlerweile in stabilen Unterkünften, nutzen das Angebot der Tafeln zur Lebensmittelversorgung und kommen mit ihren Kindern dann auch zur Päckchen-Ausgabe.

Möchten Sie noch Worte an die Daimler-Mitarbeiter richten?

Susanne Tylingo: „DANKE!!!“.

Ingrid Poppe: Ja, danke, danke, danke! Wir machen seit sieben Jahren mit den Daimler-Mitarbeitern die „Schenk ein Lächeln“-Aktion. Ein großes „Danke“ auch für die Verlässlichkeit und die Kontinuität der Aktion. Es ist für Eltern, die ihren Kindern viele Wünsche nicht erfüllen können, eine große Erleichterung und Beruhigung, zu wissen, dass ihr Kind an Weihnachten bei der Schwäbischen Tafel Stuttgart ein Päckchen aus der „Schenk-ein-Lächeln“-Aktion vom Daimler bekommen wird.

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