Überlebenshilfe für die Mangrovenwälder Umweltschutz in Asien

Es sind gigantisch anmutende Pflanzen, die Mangroven - mit ihren wuchernden, imposant wirkenden Wurzelgeflechten schützen die Mangrovenwälder die Ufer und schaffen einen Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen. Salzwasser, sengende Sonne, Wechsel der Gezeiten. Die Mangroven haben sich perfekt an die Bedingungen der Tropen in Asien angepasst. Wärme stellt eine elementare Bedingung zum Wachsen und Überleben der Mangroven dar. Sie gehören zu den seltenen Baumarten, die auch im Salzwasser überleben können.

Mangrovenwälder säumen die Küsten in Südostasien und zählen mit 40 Prozent der existierenden Mangrovenbestände zu den artenreichsten und produktivsten Ökosystemen der Welt.

Leider sind die Mangrovenwälder jedoch massiv bedroht. In den letzten Jahrzehnten sind diese weltweit um über 60 Prozent zurückgegangen. Mit dem Rückgang der Mangrovenwälder werden Lebensräume und Brutstätten einer Vielzahl zum Teil vom Aussterben bedrohter Tier- und Pflanzenarten zerstört. Dies hat gravierende Auswirkungen auf die biologische Artenvielfalt.

Die Bäume werden teilweise als Feuer- oder Bauholz von den Einheimischen verwendet. Auch werden große Mangrovenflächen zu Gunsten der - auf den ersten Blick - für die Bevölkerung lukrativeren Garnelenfarmen gerodet oder von Fischern stark beschädigt, um Platz für größere Netze zu schaffen. Ein Teil der jungen Triebe wird teilweise durch darüber ziehende Viehherden zertrampelt.

Der Rückgang der Mangrovenbestände hat im Laufe der Zeit verheerende Auswirkungen: Der immense Schutz vor Flutwellen und Tsunamis, den die Wälder bieten, nimmt sukzessive ab. Des Weiteren haben die Mangrovenbestände eine elementare Bedeutung als Kohlestoffsenker und damit eine wichtige Funktion als “Klimaschützer“ im Kampf gegen die Erderwärmung.

Mangroven benötigen – unter anderem um Äste und Blätter aufzubauen – Kohlendioxid, welches sie aus der Luft aufnehmen. Die breiten Baumkronen, das dichte Wurzelwerk und die reichhaltigen Böden speichern pro Hektar bis zu 1,5 Tonnen Kohlenstoff im Jahr fest. Sie speichern aber nicht nur diese großen Mengen CO₂ in ihren mächtigen, an den Übergängen zwischen Land und Meer gelegenen Stämmen, sondern leiten dieses auch über den natürlichen Laubfall weiter auf den Meeresgrund. Großteile des kohlenstoffhaltigen Abfalls werden von den Fluten über weite Entfernungen in tiefes Wasser transportiert. Dort verbleibt es Jahrhunderte lang und kann somit keinen schädlichen Einfluss auf das Klima und die Erderwärmung nehmen.

Mangrovensetzlinge aus der Umgebung für die Aufzucht

Der Global Nature Fund Deutschland hat nun zum Erhalt der Mangrovenwälder in Asien, gemeinsam mit fünf Projektpartnern ein Hilfsprojekt ins Leben gerufen. Über Umwelt- und Fördermaßnahmen und wird die ansässige Bevölkerung intensiv in die Umsetzung des Projektes eingebunden. Gemeinsam mit den Partnerorganisationen vor Ort sollen degenerierte Mangrovenwälder renaturiert und geschützt werden.

Die Mangrovenrenaturierung erfolgt nach einem bereits erprobten und bewährten System. Das Konzept setzt auf die natürliche Regeneration der Wälder und stellt ein besonderes Verfahren dar, die naturgegebene und einzigartige Zusammensetzung wiederherzustellen.

In speziellen Baumschulen werden Mangrovensetzlinge fachmännisch aufgezogen. Die Jungpflanzen werden in der direkten Umgebung gewonnen, um ausschließlich einheimische Arten anzupflanzen. Darüber hinaus haben die ansässigen Familien die Möglichkeit, in sogenannten „Hausgärten“ eigens Setzlinge für das Projekt großzuziehen und für ihren Lebensunterhalt zu verkaufen. Sie werden in diesem Rahmen auch im Anbau von Gemüse, Früchten und Kräutern für den Eigenbedarf oder zum Verkauf auf dem Markt unterstützt.

In extra eingerichteten Umweltbildungszentren mit Demonstrationsgärten können Schulklassen, interessierte Einheimische sowie auch Besucher aus dem Ausland mehr über die wichtige Rolle der Mangroven, ihrer Bedrohungen und Schutzmaßnahmen sowie deren nachhaltige Nutzung erfahren.

Bei Daimler ist der Umweltschutz seit Jahren fest in der Unternehmenskultur verankert. In diesem Rahmen setzt sich das global agierende Unternehmen auch international für Klimaschutz, Luftreinhaltung und Ressourcenschonung ein.

Daimler unterstützt den Global Nature Fund im Rahmen seiner gesellschaftlichen Verantwortung bereits seit 1998. An dem Projekt zur Renaturierung und zum Schutz der Mangrovenwälder in Südostasien beteiligt sich Daimler mit insgesamt 240.000 Euro —an der Umsetzung der dringend erforderlichen Maßnahmen.

Das Projekt ist 2014 in Indien, Kambodscha, Sri Lanka und Thailand gestartet und auf vorerst drei Jahre angesetzt.

Im Rahmen der gesellschaftlichen Verantwortung unterstützt Daimler den Global Nature Fund seit 1998. 2014 startete das Projekt zur Renaturierung und zum Schutz der Mangrovenwälder in vier südasiatischen Ländern. Hier beteiligt sich Daimler innerhalb drei Jahre mit insgesamt 240.000 Euro an der Umsetzung der dringend erforderlichen Maßnahmen. Global Nature Fund arbeitet im Rahmen des Projektes mit fünf verschiedenen regionalen Organisationen zusammen

Das anspruchsvolle Ziel ist hier eine Wiederaufforstung von einem Gebiet von ca. 150.000qm, das entspricht einer Fläche von 22 Fußballfeldern mit rund 30.000 Setzlingen und einer natürlichen Regeneration auf 6.000m Küstenstreifen.

 

Indien, Pulicat See

In Zusammenarbeit mit Center for Research on New International Economic Order (CReNIEO).

Der Pulicat See ist die zweitgrößte Brackwasser-Lagune in Indien. Die Fauna um den See ist einmalig. Der See liegt ca. 80km entfernt von Chennai.

Bislang wurden hier 20.000qm der geplanten 50.000qm Wiederaufforstungsfläche bepflanzt. Die Wiederaufforstung musste im Herbst/Winter 2015 aufgrund der starken Regenfälle aussetzen. Es bestand die Gefahr, dass die neu ausgesetzten Pflanzen überflutet würden und somit eingingen. Für die Pflanzzeit 2016 wurden bereits neue Setzlinge gezüchtet. Über 480 weitere Setzlinge anderer Baumarten wurden in der Region gepflanzt.

Die Umweltbildungsaktionen mit dem Ziel, die Bedeutung und den Schutz der Mangrovenwälder hervorzuheben, erreichten rund 2.600 Schüler und knapp 700 Erwachsene. Diese erlernten nachhaltige Aufforstungskonzepte, alternative Einkommensmöglichkeiten und den Gewässerschutz mit den Aspekten Recycling und Plastik.

Im September 2015 gab es den zweiten Workshop zum Thema „Krabbenzucht als alternative Einkommensmöglichkeit“. Am Workshop beteiligten 14 Frauen und 7 Männer.

Ebenso wurden innerhalb der Projektdörfer Gemüsesetzlinge und andere Samen für Erntefrüchte an 226 Familien verteilt.

Durch diese Maßnahmen sollen sowohl die Lebensgrundlage für mindestens 10 Familien verbessert und Umweltbildung für mindestens 1.500 Menschen geschaffen werden als auch eine Wiederaufforstung von mind. 50.000 qm (7 Fußballfelder) mit rund 10.000 Setzlingen erfolgen.

Kambodscha, Prah Sihanouk Province

Zusammenarbeit mit Fisheries Action Coalition Team (FACT)

Die Provinz Sihanoukvillle liegt an der Küste im Süden des Landes.

In den letzten zwei Jahren wurden beinahe 9.000 Mangroven-Samen gesammelt und in Baumschulen zu Setzlingen aufgezogen. 6.200 dieser Setzlinge wurden bereits auf 40.000 Hektar Wiederaufforstungsfläche gepflanzt. An der Aktion nahmen über 435 Freiwillige Helfer teil, darunter waren Gemeindemitglieder, Schüler, Vertreter der Regierung und Medien. Zeitgleich wurde die „Sammler“ auf den Schutz der Mangrovenwälder und dessen Bedeutung sensibilisiert.

Ebenso fand ein Training zum Thema „ökologischen Mangrovenrenaturierung“ statt. Lernziel war es, den Gemeindevertretern einfache und kostengünstige Maßnahmen zum Schutz und der Wiederaufforstung von Mangroven durch natürliche Regeneration aufzuzeigen.

Und Ende März 2016 gab es einen dreitägigen Workshop zum Thema nachhaltiger Gemüseanbau. Es wurde gezeigt, wie man ohne chemische Hilfsmittel ein Feld bewirtschaften kann. Und den Bauern wurden die Möglichkeiten zur besseren Vermarktung nahegebracht. Am Ende des Workshops erhielten 10 Familien eine Grundausstattung an Werkzeug und Gemüsesetzlinge.

Sri Lanka, Madampe Feuchtgebiete und Sri Lanka, Bolgoda See

Zusammenarbeit mit der Nagenahiru Foundation am Madampe Feuchtgebiet und

mit EMACE Foundation am Bolgoda See.

Die Seen Maduganga und Madampe befinden sich an der Südwestküste Sri Lankas im Indischen Ozean. Es sind Zwillingsseen, die durch einen schmalen Kanal von 3 km Länge miteinander verbunden sind. Sie bedecken eine Fläche von 9,15 bzw. 3,9 km² und liegen in einer der schönsten und malerischsten Landschaften Sri Lankas.

Der Bolgoda See liegt im Südwesten von Sri Lanka, 19 Kilometer von Colombo entfernt. Der See selbst besteht aus zwei großen Gewässern und bedeckt eine Fläche von 374 km², teils aus Süß-, teils aus Brackwasser. Er ist einer der größten Süßwasserseen im Westen Sri Lankas. Seine natürliche Schönheit stellt ein großes Entwicklungspotential für Tourismus und Fischerei in dem an Colombo angrenzenden Gebiet dar, ist aber ernsthaft durch Verunreinigungen aus der Industrie bedroht.

Gemeinsam konnten die Partner bis Ende Mai 2016 rund 40.000 qm Landfläche sowie 1,6 km Küstenstreifen aufforsten. Hier wurden die Flächen zuerst Unkraut gejätet und Bewässerungskanäle angelegt, bevor die Setzlinge gepflanzt wurden.

Beide Partner unterstützen bei diversen Programmen zur alternativen Einkommensgenerierung wie zum Beispiel den Anbau von verschiedenen Gemüsearten oder handwerkliche Kleinunternehmen bei der Produktion von Werbeartikeln.

Schulen wurden mit Umwelt-Tag-Aktionen unterstützt und Nagenahiru Foundation renovierte die Küche, so dass eine Versorgung von Besuchergruppen gewährleistet ist. EMACE organisierte Journalistenreisen für mehr Aufmerksamkeit.

Großes Ziel ist es, hier mindestens 20 Familien eine Verbesserung der Lebensgrundlage zu bieten und über 2500 Menschen eine besser Umweltbildung und Umweltverständnis zu geben.

Thailand, Andaman Küste

Zusammenarbeit mit Mangrove Action Project (MAP) Team.

Die Andamanenküste Thailands liegt in der Provinz Trang.

Die Projektumsetzung in Thailand fokussiert sich vor allem auf das Dorf Ta Sanook in der Provinz Phang Nga. Lokale Partner waren hier bereits in Aufforstungsprojekten aktiv.

Mit fast 60 Teilnehmern wurde in Ta Sanook alternative Einkommensmöglichkeiten erörtert und eine Bienenzucht mit mindestens 24 Mitgliedern gegründet. Im März 2016 bekamen die neuen Bienenzüchter ein Training in Nai Nang. Die Gemeinde Nai Nang betreibt seit längerer Zeit ein erfolgreiches Bienenzuchtprogramm und produziert neben Honig auch Seifen und Shampoo. Das Dorf Ta Sanook nahm mit 53 zukünftigen Bienenzüchtern am Workshop teil. Ein zweites Training wurde für den Herbst 2016 angesetzt, um sicher zu stellen, dass die Mitglieder die Bienenzucht und die Produktion von Honigprodukten selbständig umsetzen können.

Am World Environment Day 2016 nahmen rund 1.500 Schüler teil. Dabei wurden sie auch auf den Schutz der Mangroven hingewiesen. Ebenso baute man einen 70m langen Lehrpfad mit Informations- und Hinweisschildern für die Umweltbildungszwecke.

Ziel ist es, in Thailand eine verbesserte Lebensgrundlage für mindestens 22 Familien zu schaffen und ein Umwelt-Bewusstsein bei mindestens 500 Menschen zu erreichen.

Wir bewahren die Vielfalt natürlicher Lebensräume. Seit vielen Jahren unterstützen wir deshalb Projekte und Initiativen von Umweltorganisationen in aller Welt. So tragen wir dazu bei, dass unsere Erde auch morgen noch ein lebenswerter Planet ist.

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