Schutz der Mangrovenwälder in Südasien

Mangrovenwälder sind eines der wichtigsten und produktivsten Ökosysteme unserer Erde. Sowohl für die Tiere als auch für den Menschen sind sie überlebenswichtig. Für die lokale Bevölkerung an den Küsten der Tropen sind sie die Lebensgrundlage und schützen vor Naturgewalten wie Flutwellen, die sie vom Ozean her bedrohen.

„Die Bedeutung der Mangroven besonders für den ärmeren Teil der Bevölkerung an den Küsten kann gar nicht überschätzt werden“, sagt Thies Geertz, Projektleiter beim Global Nature Fund. „Durch die Zerstörung der Mangroven bleiben die Fangnetze der lokalen Küstenfischer leer. Gleichzeitig verschwindet der natürliche Küstenschutz. Als Gegenmaßnahme pflanzen wir zunächst Mangrovensetzlinge auf zerstörten Flächen an und setzen dann auf eine natürliche Regeneration. Gleichzeitig muss für den langfristigen Schutz der Mangroven gesorgt werden. Dies kann jedoch nur gelingen, wenn wir die Bevölkerung vor Ort eng in die Maßnahmen einbinden, das Bewusstsein für das Problem schärfen und gemeinsam Alternativen erarbeiten.“

Daimler unterstützt die Projektarbeit des Global Nature Fund zur Mangrovenrenaturierung in Südasien seit 2014. Das neue bis 2019 laufende Mangrovenprojekt, zielt darauf ab 150 Hektar Mangrovenwälder an vier Standorten in Indien und Sri Lanka zu renaturieren, und dauerhaft zu schützen. Mercedes-Benz India Private Limited wird sich an diesem Projekt lokal für drei Jahre fördernd beteiligen. Gemeinsam mit der Bevölkerung werden vor Ort Baumschulen für Mangrovensetzlinge aufgebaut, um dann zu einem späteren Zeitpunkt zehntausende Setzlinge auszupflanzen. Etwa vierzig Prozent der weltweiten Mangrovenbestände befinden sich in Asien, zumeist in wenig entwickelten, wirtschaftsschwachen Regionen. Insgesamt wird der weltweite Mangrovenbestand auf fünfzehn Millionen Hektar geschätzt. Mehr als 100 Millionen Menschen wohnen weltweit innerhalb eines zehn Kilometer Gürtels rund um die Mangrovengebiete.

In ihrer Gesamtheit stellen die Mangroven eine enorme, globale Kohlenstoffsenke dar und haben deswegen eine wichtige Funktion in der Stabilisierung des Weltklimas. Ein gesunder Baumbestand eines Mangrovenwaldes kann weitaus mehr Kohlenstoff speichern als ein tropischer Regenwald, nämlich bis zu 1000 Tonnen pro Hektar. Seit den 80er Jahren ist die Gesamtfläche der Mangrovenwälder um ca. 25 Prozent zurückgegangen, das entspricht rund 3,75 Millionen Hektar. Damit gehören die Mangroven zu den weltweit am stärksten bedrohten Ökosystemen – sie verschwinden etwa drei bis fünfmal schneller als Korallenriffe oder der tropische Regenwald.

Mehr als die Hälfte des globalen Verlusts der Mangrovenwälder ist mittlerweile auf die Ausbreitung von Aquakulturen zurückzuführen. Für 38 Prozent des Rückgangs ist allein die unkontrollierte Ausbreitung der Garnelenzucht verantwortlich (Valiela et al, 2001; UNEP, 2014). Getrieben von der hohen wirtschaftlichen Rentabilität und der enormen, weltweiten Nachfrage nach Garnelen ist besonders in den asiatischen Ländern die rasch expandierende Garnelenindustrie mittlerweile die Hauptursache für den Schwund der Mangrovenwälder. Weitere Ursachen sind die Abholzung zur Gewinnung von Brennholz und Baumaterial sowie der Bau von Hotelanlagen an den tropischen Küsten infolge der steigenden Nachfrage im internationalen Tourismus.

Mit dem Ziel diese Entwicklung aufzuhalten sowie die natürlichen Lebensgrundlagen der Bevölkerung in den Mangrovengebieten wiederherzustellen, hat der Global Nature Fund (GNF) gemeinsam mit globalen Projekpartner in Indien (CReNIEO), Sri Lanka (EMACE und Nagenahiru Foundation), Thailand (Mangrove Action Project, MAP) und Kambodscha (Fisheries Action Coalition Team, FACT) die Mangrovenrenaturierungsmaßnahmen im Jahr 2004 gestartet.

Die Ergebnisse der Projektaktivitäten des GNF in den vier Projektländern über die letzten Jahre sowie „Lessons Learned“ und eine Anleitung zur ökologischen Mangrovenrenaturierung (EMR) sind in einem englischsprachigen Handbuch zusammengefasst worden.

Weitere Informationen zu den einzelnen Projektstandorten in der interaktiven Landkarte:

Downloadlink des Handbuchs auf der Projektwebsite des GNF (Global Nature Fund)

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