Verkehrserziehung mit Spaß – weltweit MobileKids

2001 hat Daimler sie gegründet, heute ist sie überall auf der Welt aktiv: Die Verkehrserziehungsinitiative MobileKids macht Kinder fit für den Straßenverkehr.

Cool, wie Sie das gemacht haben!“ Sichtlich beeindruckt drückt Max dem verdutzten jungen Mann am Straßenrand eine kleine Karte in die Hand. Der hat gerade zwei Jugendliche zurückgehalten, die drauf und dran waren, ohne nach links und rechts zu schauen, über den Zebrastreifen zu stürmen – ein Radfahrer konnte gerade noch bremsen. Das unerwartete Lob aus dem Mund des Achtjährigen irritiert den Mann zunächst, aber dann geht ihm ein Licht auf: „Ihr seid von der Schule, die hier gerade Verkehrstraining macht, stimmt’s?“ „Genau“, erklärt jetzt Max’ Klassenkameradin Lea, die die Szene ebenfalls beobachtet hat, „wir sind nämlich Verkehrskommissare. Wir schauen, wie sich die Leute auf der Straße verhalten. Und jeder, der etwas richtig gut macht, bekommt so ein Lobkärtchen.“ „Super“, strahlt nun der junge Mann – und Max und Lea sind sicher, dass auch sie gerade etwas richtig gut gemacht haben. Gleich zur ersten Stunde waren die jungen Kommissare ausgeschwärmt, um auf Beobachtungstour zu gehen: 18 Mädchen und Jungen aus der dritten Klasse der örtlichen Grundschule, alle bewaffnet mit Stift und Beobachtungsbogen. An den Vortagen hatten sie bei der MobileKids-Aktion an ihrer Schule mitgemacht und gelernt, wie sie sich sicher im Straßenverkehr bewegen können – das alles ganz spielerisch, mit viel Spaß und Phantasie. Am Ende bestanden alle eine Prüfung und konnten stolz ihre Diplome als MobileKids-Verkehrskommissare in Empfang nehmen.

Seit 15 Jahren unterwegs für mehr Verkehrssicherheit

Sicherheit auf dem Schulweg

So wie Max, Lea und ihre Klassenkameraden lernen jedes Jahr Tausende Kinder mit MobileKids, wie sie Gefahren vermeiden und fit für den Straßenverkehr werden können. MobileKids ist die größte Verkehrssicherheitsinitiative für Grundschulkinder. Seit dem Start im Jahr 2001 hat sie bereits mehr als zwei Millionen Kinder zwischen sechs und zehn Jahren erreicht, und das nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. In 11 Ländern spricht MobileKids mit seinem breit gefächerten Programm heute Lehrer, Schüler und Eltern an. Die Angebote zur Verkehrserziehung basieren auf einem weltweit einheitlichen Konzept, das neben den Kindern stets auch die Erwachsenen in deren Umfeld einbezieht. So werden etwa Eltern dabei unterstützt, ihren Nachwuchs auf den Verkehr vorzubereiten. Überall auf der Welt arbeitet die Initiative mit lokalen Partnern zusammen. Gemeinsam mit ihnen passt sie die Aktivitäten an die spezifischen Bedürfnisse vor Ort an. Auf diese Weise kommt das Schulmaterial zum Beispiel in bilingualen Schulen in Brasilien zum Einsatz und unterstützt deren Lehrpläne und die Unterrichtsgestaltung. In Rumänien wiederum setzt MobileKids auf Informationsveranstaltungen und interaktive Schulstunden, in denen die Kinder auch das „Diplom“ als Verkehrskommissar erhalten können, während in Russland landesweite Roadshows und Workshops im Vordergrund stehen. Nicht zuletzt dank dieses nachhaltigen Ansatzes konnte die Initiative an ihrem 15. Geburtstag im September 2016 auf viele Erfolge zurückblicken. Grund, sich entspannt zurückzulehnen, ist dies für das MobileKids-Team allerdings nicht. Zwar sind die Zeiten vorbei, in denen verkehrsberuhigte Spielstraßen eine Seltenheit waren, Kinder ohne Helm aufs Fahrrad stiegen und ohne Kindersitz im Auto mitfuhren. Und trotz des wachsenden Verkehrsaufkommens verunglücken in Deutschland seit fast vier Jahrzehnten immer weniger Kinder im Straßenverkehr – wozu neben technischen Neuerungen und einer besseren Infrastruktur auch die Sensibilisierung der Gesellschaft beigetragen hat. Dennoch kommen hierzulande immer noch Kinder auf der Straße zu Schaden, ganz zu schweigen von der Situation in anderen Teilen der Erde: In vielen Ländern ist der Nachholbedarf in Sachen Verkehrssicherheit noch groß.

Weltweite Verkehrserziehung

Spielend lernen in Moki Zones

Seit 2015 gibt es in mehreren Moskauer Einkaufszentren besondere Spielbereiche: In den „MOKI Zones“ können Kinder an Workshops zur Verkehrserziehung teilnehmen oder auf Verkehrsparcours für den MobileKids-Führerschein trainieren. Gemeinsam mit regional bekannten Persönlichkeiten entwickelt MobileKids Russland zudem Videos, die die Kinder online anschauen können.

Aktionen für Groß und Klein

Mit vielfältigen Aktionen spricht MobileKids in Mexiko Kinder, Erwachsene und auch Jugendliche an. Eltern und Kinder können zum Beispiel an Sommerkursen teilnehmen. Dort erfahren sie, welche Risiken im Verkehr zu beachten sind, und trainieren, wie man sich richtig verhält. Den Jüngeren machen dabei die Spiele und Malbücher besonderen Spaß.

Jeder trägt Verantwortung

Über 1.000 Schüler und ihre Eltern erreicht MobileKids jedes Jahr am Colégio Humboldt, einer deutschbrasilianischen Schule in São Paulo. Die Daimler-Initiative unterstützt das dortige Verkehrserziehungsprogramm, an dessen Entwicklung sie auch beteiligt war. Es wird für Kinder von vier bis 17 Jahren angeboten. Das Motto: Fußgänger, Radfahrer, Auto- und Motorradfahrer – jeder trägt Verantwortung.

Verkehrsbildung für bedürftige Kinder

Grundlagen der Verkehrssicherheit und Unfallverhütung ins tägliche Leben integrieren – das ist das Ziel von MobileKids Südkorea. Dabei richtet sich die Initiative besonders an benachteiligte Kinder aus sozialen Brennpunkten. Unterstützt von studentischen Hilfskräften bieten erfahrene Trainer ihnen Verkehrsunterricht an und helfen ihnen, verkehrssicheres Verhalten einzuüben.

Wer Spaß hat, lernt besser - auch in der Verkehrsschule.

Begleiter für die ersten Schritte als Verkehrsteilnehmer

Dabei benötigen Kinder im Grundschulalter besonderen Schutz. Mit dem Bus zur Schule, nachmittags mit dem Fahrrad zum Sporttraining oder einen Freund besuchen – für sie sind dies die ersten Schritte auf dem Weg, eigenständige Verkehrsteilnehmer zu werden. Weil ihre kognitiven Fähigkeiten noch nicht voll entwickelt sind, vermögen sie die Gefahren, die ihnen auf der Straße drohen können, anfangs noch nicht wahrzunehmen und einzuschätzen. Umso wichtiger ist es, die Mädchen und Jungen altersgerecht auf mögliche Risiken aufmerksam zu machen und umsichtiges Verhalten einzuüben.

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Genau hier setzt MobileKids an. Die Initiative sensibilisiert Eltern und pädagogische Einrichtungen für die Anforderungen der Gefahrenprävention und gibt ihnen – wie auch den Kindern selbst –umfangreiche Informationen und Lernmaterialien an die Hand. Eine zentrale Rolle spielt dabei die MobileKids-Schulaktion. Bildungseinrichtungen können von den pädagogisch wertvollen Lernkonzepten profitieren, die MobileKids mit Unterstützung von Experten entwickelt hat. Deren Ziel: Die Sicherheit im Straßenverkehr und die Prävention von Unfällen sollen zu einem selbstverständlichen Thema im Alltag der Familien werden. So können Groß und Klein gemeinsam für mehr Sicherheit sorgen und souverän auf den Straßen unterwegs sein. Lehrern, die mit ihren Klassen die MobileKids-Schulaktion durchführen und am zugehörigen Schulwettbewerb teilnehmen wollen, stellt die Initiative kostenlos umfangreiche Materialien zur Verfügung. Die Unterlagen sind so konzipiert, dass sie sich auch in die regulären Lerneinheiten zur Verkehrserziehung integrieren lassen. Neben einem Lehrer-Manual gibt es vier Module zu spezifischen Situationen und Anforderungen: „Sehen und gesehen werden“,„Überqueren der Fahrbahn“, „Mit dem Fahrrad unterwegs“ und, ganz neu, „Sicher auf dem Schulweg“. Im fünften Modul, „Verkehrsteilnehmer sein“, geht es darum, sich umsichtig gegenüber den anderen Verkehrsteilnehmern zu verhalten, was Kindern wegen ihres starken Bewegungsdranges und oft unkontrollierten Verhaltens nicht leichtfällt. Das sechste Modul schließlich spricht übergeordnete Themen an und wirft einen Blick auf die Zukunft der Mobilität.Beim bundesweiten MobileKids-Schulwettbewerb können die Kinder mit dem erworbenen Wissen noch einmal punkten – und im besten Fall mit ihrer Klasse einen Platz auf dem Siegertreppchen ergattern. Die größten Chancen hat, wer sich ein kreatives Projekt ausdenkt und es mit viel Engagement in die Tat umsetzt. Bedingung: Die Idee muss helfen, die Verkehrssicherheit langfristig zu verbessern. Sie kann sich zum Beispiel darum drehen, wie ein sicheres Fahrrad aussehen sollte oder wie man am besten herausfindet, was der sicherste Schulweg ist. Die überzeugendsten Projektideen werden prämiert und auf der MobileKids-Website vorgestellt. Zu gewinnen gibt es zum Beispiel Fahrradhelme oder ein Schulbustraining für die ganze Klasse.

Typische Verkehrssituationen werden geübt.

Eine Starke Community im Netz

Dass MobileKids auch im Internet präsent ist, versteht sich von selbst. Auf der MobileKids-Website finden Jungen und Mädchen einen eigenen Bereich mit Spielen, in denen sie ihr Verkehrswissen erproben und erweitern können. Für die Erwachsenen gibt es ein Online-Magazin, das aktuell und unterhaltsam über Themen der Verkehrssicherheit und Mobilität informiert. Das Spektrum der Beiträge reicht von Tipps für die Verkehrserziehung über wissenschaftliche Trends und technische Innovationen bis hin zu Zukunftsfragen der Mobilität. Hinzu kommen Downloads sowie ein regelmäßig erscheinender Newsletter. Unmittelbar praktisch nutzen lässt sich die MobileKids Safety Map. Mit dem Online-Schulwegplaner können individuelle Routen geplant werden. Seit 2011 tragen große und kleine Mitglieder der MobileKids Community fleißig Verkehrspunkte auf der Safety Map ein und kennzeichnen sie als besonders sicher oder unsicher. Mithilfe dieser Informationen können Eltern und Kinder beispielsweise zusammen einen möglichst sicheren Schulweg festlegen. Mit der MobileKids-App kann man die Safety Map ganz bequem auch vom Smartphone aus benutzen. Auch in Freizeitsituationen spricht MobileKids Kinder und Eltern an, um ihnen Themen der Verkehrserziehung nahe zu bringen. Die Initiative beteiligt sich zum Beispiel an Volksund Straßenfesten und kooperiert mit Familien- und Freizeitparks. Davon haben inzwischen auch die jungen Verkehrskommissare Max und Lea gehört. Während der Schultage hat ein Mitschüler vom Spieleland am Bodensee erzählt und von der MobileKids-Verkehrsschule, die es da gibt – mit „richtigen Mercedes-Autos“. Jetzt hat Max einen Traum: dort den Kinderführerschein machen. Schließlich: „Verkehrskommissar ohne Führerschein, das geht ja nicht“, findet er. Für die Fahrt in die nächsten Ferien hat seine Familie jetzt den Stopp am Bodensee schon eingeplant.

Rund um den Globus steht Maskottchen Moki für Verkehrssicherheit mit Spiel und Spaß. Mehr über die internationalen Aktivitäten von MobileKids gibt es unter www.mobilekids.net

Unfallfreies Fahren? Uns geht es nicht nur darum, Fahrer mit geeigneten Systemen zu entlasten, sie zu schützen und in gefährlichen Situationen zu unterstützen. Vielmehr wollen wir Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer schaffen.

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