Der Fahrstil? Ein echter Öko-Faktor!

Den CO₂-Fußabdruck reduzieren – und das konsequent entlang der gesamten Wertschöpfungskette eines Fahrzeugs – das ist eine der aktuell wichtigsten Aufgaben in der Automobilindustrie. In unserer Serie „Facetten der Nachhaltigkeit“ beleuchten wir, wie Daimler Nachhaltigkeit in allen Lebensphasen des Automobils verankert. Heute im Spotlight: Die CO₂-Emissionen in der Nutzungsphase.

Mercedes-Benz beschleunigt die Transformation in die emissionsfreie Zukunft: Schon 2025 werden alle neuen Pkw-Fahrzeug-Architekturen rein elektrisch sein. Die vollelektrische Luxuslimousine EQS ist das erste wegweisende Flaggschiff dieser neuen Ära. Aktuell entwickelt die Marke den VISION EQXX, ein Elektrofahrzeug mit einer realen Reichweite von mehr als 1.000 Kilometern und dem Ziel, einen einstelligen Verbrauchswert für Kilowattstunden pro 100 Kilometer bei normaler Geschwindigkeit auf der Autobahn zu erreichen.

Auch Daimler Trucks & Buses verfolgt den Weg zum CO₂-freien Transport konsequent weiter und setzt auf die Entwicklung innovativer Batterie- und Brennstoffzellen-Fahrzeuge. Mit dem in Serie produzierten, vollelektrischen Mercedes-Benz eCitaro bietet das Unternehmen schon seit 2018 eine Lösung für den lokal emissionsfreien Öffentlichen Personenverkehr (ÖPNV) an. Der vollelektrische Stadtbus ist in einer Soloversion und seit 2021 auch als Gelenkbusvariante bereits in zahlreichen europäischen Städten im Einsatz. Die Batterietechnologie wird kontinuierlich weiterentwickelt mit dem Ziel, alle Einsatzzwecke insbesondere im Hinblick auf die Reichweite abdecken zu können. Ein weiteres Beispiel ist der eActros, dessen Weltpremiere am 30. Juni 2021 gefeiert wurde: Er wird in Europa in Zukunft zusammen mit dem FUSO eCanter für den lokal emissionsfreien städtischen Verteilerverkehr sorgen. Im CO₂-neutralen Fernverkehr setzt Daimler zum einen auf den batterieelektrischen eActros LongHaul, der bis 2024 serienreif sein soll. Mit einer Batterieladung wird er etwa 500 Kilometer schaffen. Zum anderen soll der innovative GenH2 Truck zukünftig neue Maßstäbe setzen. Er wird mit Brennstoffzelle und flüssigem Wasserstoff eine Reichweite von 1.000 Kilometern und mehr erzielen.

Doch nicht der Antrieb allein entscheidet über die Effizienz der Fahrzeuge. Neben dem Gewicht wirken sich weitere Faktoren wie Aerodynamik, Formgebung, Stirnfläche und Rollwiderstand der Reifen auf die Ökobilanz aus. Aber auch Klimatisierung und Thermomanagement sowie die elektrische Bordnetz- und Komfortversorgung nehmen Einfluss auf die Effizienz.

Und damit nicht genug. So umweltfreundlich Fahrzeuge auch konzipiert sind – das allein ist keine Garantie für den optimalen CO₂-Fußabdruck. Die Ökobilanz wird erst perfekt, wenn die Fahrerinnen und Fahrer die nachhaltigen Fahrzeuge auch nachhaltig nutzen. Dazu gehört auch das Thema „Laden“: Rund 50 Prozent des CO₂-Fußabdrucks eines batterieelektrischen Fahrzeugs entstehen beim aktuellen EU-Strommix aufgrund von CO₂-behafteten Ladevorgängen. Um den Kunden aller Mercedes-EQ Modelle und aller Plug-in-Hybridmodellvarianten grünes Laden zu ermöglichen, hat Mercedes-Benz Green Charging in Europa eingeführt.

Die Funktionsweise ist relativ einfach: Für einen bestimmten Zeitraum wird genau analysiert, welche Strommenge von allen Mercedes-EQ Fahrzeugen über Mercedes me Charge geladen wurde. Anschließend wird die definierte Menge an hochwertigen Grünstrom-Herkunftsnachweisen (1 MWh entspricht einem Herkunftsnachweis) von einem externen Lieferanten zur Verfügung gestellt. Ein Herkunftsnachweis bescheinigt somit nachprüfbar die Herkunft der Energie und dient als eine Art Geburtsurkunde für Strom aus erneuerbaren Energien. Aber neben der grünen Energieversorgung ist auch der Fahrstil ein echter Öko-Faktor. Dafür bieten die Marken mit dem Stern vielfältige Unterstützung. Ein Einblick.

1. EQ Driving Events

Bei den Mercedes-Benz Fahrtrainings haben die Kunden die Möglichkeit, Mercedes-Benz Modelle abseits öffentlicher Verkehrszonen ohne die Limitierungen des Straßenverkehrs zu testen. Neben Tipps zu Fahrspaß und Sicherheit bieten die Fahrtrainer hier auch Schulungen zur effizienten Fahrweise an. Denn wer beispielsweise sein Elektroauto wirtschaftlich fahren will, sollte auf einige Besonderheiten achten. Bei hohen Geschwindigkeiten von über 100km/h steigt der Energieverbrauch nämlich überproportional im Vergleich zum Verbrennungsmotor. Auch sehr starkes Bremsen sollte vermieden werden, da hierbei ein Teil der Bewegungsenergie in Wärme umgewandelt wird und daher nicht zurückgewonnen werden kann. Weitere Tipps zum energieeffizienten Fahren mit E-Autos finden Sie hier.

2. Eco-Assistent

Auch der im E-Fahrzeug integrierte Eco Assistent hilft dabei, die Nachhaltigkeitsaspekte direkt zu berücksichtigen. Er zeigt zum Beispiel anhand vielfältiger Daten an, wann der Fahrer den Fuß vom Fahrpedal nehmen kann: Das System ermittelt, ob das Fahrzeug mit möglichst geringen Fahrwiderständen weiterrollen und damit segeln sollte. Oder ob es besser verzögert – und dabei Energie für die Batterie zurückgewinnen kann (Rekuperation). Der Eco Assistent sieht den Fahrmodus für die jeweils sinnvollsten Streckenabschnitte vor. Dabei berücksichtigt er Navigationsdaten, Geschwindigkeitsvorschriften und die Verkehrsverhältnisse.

Trainings für den Transportbereich

Nachhaltiges Fahren zu erproben und dabei die Fahrzeuge in all ihren Facetten zu erleben – das bietet Mercedes-Benz nicht nur im Pkw-Umfeld an. Wer elektrisch mit Bussen wie dem eCitaro Stadtbus und dem Lkw eActros in die Zukunft fahren will, kann bei den OMNIplus-Trainings und den Truck Trainings ebenfalls vom Wissen der erfahrenen Instruktoren profitieren. Dabei zeigt sich dann, wie viel Einfluss die Fahrweise der Fahrer tatsächlich haben kann: Bis zu 10 % lässt sich der Verbrauch bei Trucks und Bussen durch entsprechende Fahrtechniken reduzieren.

3. OmniPlus Eco Training

Die OMNIplus EcoTrainings sind Teil eines gesamtheitlichen Beratungssystems, das Daimler Buses rund um den eCitaro aufgebaut hat. Mit dem übergeordneten, hauseigenen eMobility Consulting unterstützt Daimler Buses die Verkehrsbetriebe, zu ihrer jeweiligen elektrischen Stadtbusflotte die passende Infrastruktur aufzubauen. Im Rahmen ihrer Beratung ermitteln die Spezialisten, welche Strecken sich für die E-Mobilität eignen und helfen bei der Planung der Infrastruktur. Sie kennen die Wege zum Netzbetreiber und Ökostromanbieter – und können die passende Ladetechnik empfehlen. So reduziert sich die Komplexität eines E-Mobilitätsprojektes für die Kunden erheblich. Beim Eco-Training zeigen die Profis den Fahrerinnen und Fahrern, wie sich Umweltfreundlichkeit und Pünktlichkeit vereinbaren lassen. Und wie Fahrer und Gäste stressfreier, komfortabler, umweltschonender und sicherer ans Ziel kommen. Durch kontinuierliche Fahrerbewertungen lassen sich nachhaltig Einsparpotentiale realisieren.

4. Predictive Powertrain Control

Natürlich spielt auch bei den Trucks eine vorausschauende Fahrweise für den Verbrauch eine große Rolle. Technische Unterstützung für den Fahrer bietet hier die Tempomat- und Getriebesteuerung Predictive Powertrain Control (PPC). Das System hilft dabei, unnötiges Bremsen, Beschleunigen und Schalten zu vermeiden – weil es Topografie, Straßenverlauf, Verkehrszeichen, Tempobegrenzungen und viele weitere Informationen bereits im Vorfeld verarbeitet. Das führt im Schnitt zu Kraftstoffeinsparungen von bis zu fünf Prozent gegenüber Fahrzeugen, die nicht mit dem System ausgestattet sind.

5. MirrorCam

Auch das MirrorCam-System, das im Actros und Aroc zum Einsatz kommt und die herkömmlichen Spiegel ersetzt, wirkt sich positiv auf die Ökobilanz aus. Nicht nur entwickelt, um dem Fahrer eine optimierte Rundumsicht zu ermöglichen, senken die kleinen stromlinienförmigen Kameraarme am Dachrahmen durch ihre optimierte Aerodynamik den Verbrauch um rund 1,5 %. Ebenfalls ihren Beitrag leisten die konkaven Endkantenklappen am Fahrerhaus.

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