RDE-Test. Teil III: Die Messung von Emissionen im realen Straßenverkehr

„Entscheidend is auf'm Platz“ – lautet ein Fußballerspruch. Bei der Messung von Emissionen gilt das für die Straße. Deshalb wird die Labormessung mittels WLTP durch den sogenannten RDE-Test (Real Driving Emissions) ergänzt.

Für den Test werden die Fahrzeuge mit der sogenannten PEMS-Technik (Portable Emission Measurement System) zur mobilen Emissionsmessung ausgerüstet. Die praktische Messung übernehmen in Deutschland unter anderem technische Dienste (TÜV u.ä.) – in Zukunft sollen aber auch im Rahmen von Feldmessungen bei der Typprüfbehörde akkreditierte dritte Parteien messen und die Ergebnisse offiziell als Feldüberprüfung melden dürfen.

Die Grenzwerte:

Rechtlich vorgeschrieben wird das durch die Euro Norm 6d TEMP. An den Stickoxidemissions (NOx-)-Grenzen von 80 mg/km für Dieselfahrzeuge und 60 mg/km für Ottofahrzeuge ändert sich gegenüber Euro 6a, b, c auf den ersten Blick nichts. Aber: Euro 6d TEMP schreibt eben zusätzlich die RDE-Messung auf der Straße vor, und zwar in zwei Stufen:

• 1. In der ersten Stufe seit 1. September 2017 müssen die Fahrzeuge auf der Straße unter Beweis stellen, dass sie nicht mehr als das 2,1-Fache des gesetzlich geltenden Grenzwertes für den Labortest an Stickoxid-Emissionen (NOx) und das 1,0-Fache an Partikelemissionen (PN) mit Aufschlag einer Messtoleranz von 0,5 in die Luft pusten. Aber: Das ist eine Obergrenze – unser internes Ziel ist, dass wir mit allen Fahrzeugen weit unter dieser „No-Exceed“-Grenze liegen.

• 2. Ab 2020/2021 darf der „Straßenwert“ den Laborgrenzwert auch bei den Stickoxiden (NOx) nicht mehr überschreiten – als maximale Messtoleranz gilt nach wie vor 0,5 des Laborgrenzwertes. Diese Toleranz soll aber jährlich – mit dem Ziel einer Absenkung – durch die EU-Kommission überprüft werden.

Die Messmethode:

Gegenstand der Messung sind Stickoxid- (NOx) sowie Partikelemissionen (PN), die einem Grenzwert unterliegen, sowie Kohlenstoffmonoxid (CO), der einer Monitoring-Pflicht unterliegt. Es besteht dabei kein im Detail festgelegter Zyklus. Gefahren und gemessen wird im realen Alltagsverkehr – natürlich immer unter Einhaltung der Straßenverkehrsordnung. Die gefahrene Strecke hat aber dennoch definierte Rahmenbedingungen, die sicherstellen, dass die Testfahrt statistisch kundenrelevante Fahrmanöver, Straßen- und Witterungsbedingungen abdeckt:

Die Zeitleiste: Für welche Fahrzeuge gilt RDE ab wann?

• Im ersten Schritt, seit 1. September 2017, gilt RDE für neu zu zertifizierende Typen. Vereinfacht heißt das: komplett neue Modellvarianten eines Herstellers, die zum ersten Mal zertifiziert werden, bevor sie auf den Markt kommen. Sie werden als New Types = NT bezeichnet.

• Spätestens ab 1. September 2019 gilt RDE für alle Neufahrzeuge. Vereinfacht heißt das: alle in der Produktion und schon am Markt befindlichen Neufahrzeug-Modelle eines Herstellers.

RDE wird zusammen mit dem neuen Testzyklus WLTP zu deutlich realistischeren Verbrauchs- und Emissionswerten führen. Was aber gerade aus Kundensicht relevant ist: Auch die mit RDE ermittelten Emissionswerte werden keine durchschnittliche Realfahrt abbilden, weil es diese so schlichtweg nicht gibt. Sowohl der Streckenverlauf als auch die Zuladung und der Fahrstil stellen individuelle Parameter dar, die einen repräsentativen, Fahrerübergreifenden Durchschnittswert unmöglich machen.

Der praktische Hinweis:

Die RDE-Ergebnisse der Mercedes-Benz Fahrzeuge, die sowohl von uns als Hersteller als auch durch unabhängige, staatlich geprüfte technische Dienste erhoben wurden, können auf der Mercedes-Benz Website im Internet abgerufen werden.

Kurz zusammengefasst: Was gilt ab wann und für welche Fahrzeuge?

Bei allen geltenden Zeitpunkten für die neuen Normen unterscheidet man hinsichtlich ihres Geltungsbereichs zwischen „Neutypen“ und dem Gesamtportfolio an Neufahrzeugen (Pkw) eines Herstellers, das mit dem Begriff „Alle Typen/All Types“ beschreiben wird:

• Neutyp (New Types/NT): ein Neuproduktprojekt oder eine Modellpflege, also ein Fahrzeug, das zum ersten Mal zertifiziert wird.

• Alle Typen (All Types/AT): Eine bestehende, heute bereits laufende und noch in den Showrooms als Neuwagen vertriebene Baureihe. Gebrauchtfahrzeuge oder Neuwagen, die bereits in Kundenhand sind, zählen nicht dazu. Neutypen (NT) sind folglich eine Teilmenge von Alle Typen (AT).

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