CO₂-Flottencompliance. Teil IV: Der Grenzwert für den Klimaschutz

Neben Grenzwerten, die einzelne Modelle für ihre Typzulassung nicht überschreiten dürfen (zum Beispiel in Sachen Schadstoffemissionen), macht die EU weitere Vorgaben. So etwa die sogenannte „CO₂-Flottencompliance“, die vorranging dem Klimaschutz dient.

Der Hersteller-Flottenwert: Was ist das eigentlich und wie wird er ermittelt?

Dafür definiert die EU in Abhängigkeit der Durchschnitts-Masse der Flotte eines Herstellers einen CO₂-Emissions-Grenzwert, den dieser im Durchschnitt seiner Neuwagenflotte in einem bestimmten Jahr nicht überschreiten darf. Der Wert für Daimler liegt - aufgrund des höheren durchschnittlichen Fahrzeuggewichtes unserer Flotte im Vergleich zur gemittelten europäischen Fahrzeugflotte - voraussichtlich bei ca. 100 g/km bis 2020. Das heißt: Die ab 2020 verkaufte Mercedes-Benz Neufahrzeugflotte inklusive smart darf im Schnitt nur 100 Gramm CO₂ pro Kilometer ausstoßen. Dabei wird dem Hersteller eine kleine Erleichterung im ersten Jahr (2020) gewährt, die sogenannte „Phase-in“, in der der Zielwert mit 95 Prozent der Flotte erreicht werden muss.

Der Durchschnittswert der CO₂-Emissionen errechnet sich wie folgt: Die Summe der zertifizierten Einzelfahrzeug-CO₂-Emissionen wird durch die Anzahl der verkauften Neufahrzeuge des Kalenderjahres dividiert. Daraus ergibt sich ein CO₂-Flottenwert auf Herstellerebene für das Kalenderjahr. Dieser muss unterhalb des herstellerspezifischen Zielwertes liegen, ansonsten werden Strafzahlungen fällig.

Die Industrieziele für die weitere Senkung von Verbrauch und CO₂-Emission im Straßenverkehr sind anspruchsvoll:

• im Mittel soll der durchschnittliche Ausstoß der Neuwagenflotte bis 2021 auf 95 Gramm CO₂/km sinken (entspricht ca. einem Verbrauch von 4,0 Litern Benzin oder ca. 3,5 Litern Diesel/100 km) – dieser wird jedoch nach NEFZ ermittelt (genauer: er basiert auf nach WLTP gemessenen und in NEFZ rückgerechneten Einzelfahrzeugs-CO₂-Emissionswerten).

Ab 2021 wird die Flottenzielerreichung vollständig im WLTP überprüft. Die zukünftigen WLTP-Ziele werden nach einem von der EU-Kommission erarbeiteten Umrechnungsverfahren aus der 95g CO₂/km-Ziel im NEFZ abgeleitet. Der Grund: Die nach WLTP zertifizierten Fahrzeuge werden „zyklusbedingt“ tendenziell höhere Verbrauchs- und Emissionswerte aufweisen. Wenn dann das Ziel nummerisch gleich bliebe, käme es zu einer impliziten Zielverschärfung. Die Bemühungen, dies zu verhindern, werden als Grundsatz der „comparable stringency“ (vergleichbarer Anspannungsgrad) bezeichnet, der in der Erarbeitung des WLTP-Verfahrens berücksichtigt wurde. Unterm Strich sind die Ziele sehr anspruchsvoll, weshalb mit großen Anstrengungen kontinuierlich an der Effizienz Steigerung aller angebotenen Fahrzeuge gearbeitet wird.

Stand heute ist Mercedes-Benz Cars auf einem guten Weg, die Flottengesetzgebung zu erfüllen. So konnte in den letzten zwei Jahrzehnten der CO₂ Ausstoß unserer Pkw-Flotte von 230 g CO₂/km auf 125 g CO₂/km fast um die Hälfte gesenkt werden. Schon heute emittieren 68 Modelle von Mercedes-Benz Cars unter 120 g/km. Und 108 Modelle tragen das Effizienzlabel A+ oder A.

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