Nachhaltige Transportlogistik: Alles im grünen Bereich?

Nachhaltigkeit und Logistik. Zwei zentrale Begriffe für die Wirtschaft, die viel miteinander zu tun haben. Laut einer Studie des Frauenhofer Instituts hat die Transport-Logistik einen Anteil von über fünf Prozent an den weltweiten CO2-Emissionen.

Geht es um mehr Energieeffizienz kann die Transport- Logistik ein zentraler Stellhebel sein. Die Maßnahmen sind vielfältig und selbst kleine Veränderungen haben das Potenzial für große Wirkung. Zum Beispiel durch Reifen mit geringerem Rollwiderstand oder Routenoptimierungen sinkt der Kraftstoffverbrauch. Weitere Optimierungsbereiche liegen in den Logistikzentren, dazu gehören energieeffiziente Beleuchtung, Lüftungs- und Heizungsanlagen. Durch digitale Vernetzung entstehen zudem neue Lösungen für Logistikstrategie und -planung. Denn wenn Lkw untereinander vernetzt sind, die Daten ihrer Ladung mit dem Fuhrpark als auch mit den Start- und Zielstationen verbunden sind, können Waren wesentlich kosten- und energieeffizienter transportiert werden. Der Lkw-Fahrer kann auf der Rückfahrt Waren hinzubuchen oder unterwegs weiteres Material aufnehmen. Das schafft maximale Auslastung, reduziert Leer- und Doppelfahrten und senkt CO2-Emissionen. Durch Vernetzung werden Kosten gespart, die Umweltbelastung verringert und mehr Transparenz bei Lieferungen geschaffen.

Nachhaltig bewegt

Die Auswahl von Logistikkonzepten erfolgt bei Daimler abhängig von den Kosten, der Laufzeit, der Transportqualität und dem CO2-Ausstoß. Vermehrt wird hierbei auf multimodale Konzepte unter Berücksichtigung des jeweils optimalen Verkehrsträgers gesetzt. Zum Beispiel werden Fertigfahrzeugtransporte auf die Schiene verlegt. Bestehende Transportnetzwerke werden kontinuierlich geprüft. So hat Daimler beispielsweise mit der Wahl des slowenischen Mittelmeerhafens Koper für die Verschiffung von Fahrzeugen nach Asien eine deutliche Verkürzung der Transportwege von bis zu 8.000 km im Vergleich zum bislang genutzten Konzept realisiert. Weitere Nachhaltigkeitskriterien reichen von Umwelt-Zertifikaten über den Einsatz von umweltschonender Ausrüstung bis zur Nutzung emissionsarmer Lkw nach der neuesten Euro-Norm. Mit eigenen Konzepten, wie der werksübergreifenden Nutzung von Ladungsträgern, ergreift das Unternehmen weitere Maßnahmen im Sinne der Nachhaltigkeit. Um Rücktransporte zu optimieren, haben 17 europäische Daimler-Werke und fünf regionale Logistikzentren ein Netzwerk gebildet und ein IT-gestütztes Ladungsträger-Management etabliert. So wurden allein im letzten Jahr 2.200 Tonnen CO2-Emissionen vermieden und Frachtkosten erheblich reduziert.

Mehr als grüne Logistik

Nachhaltigkeit ist in der Logistikbranche aber noch weit mehr als „grüne Logistik“ oder Umweltstandards. Geschäftsethik, Menschenrechte und Arbeitsbedingungen sind gleichermaßen wichtige Themen. Sie sind Grundlage für jede Geschäftsbeziehung zwischen Daimler und Lieferanten sowie Dienstleistern weltweit. Die Einhaltung dieser Nachhaltigkeitsstandards überprüft Daimler in einem mehrstufigen Prozess. Compliance- und Nachhaltigkeitsrisiken werden so frühzeitig erkannt. Neue Dienstleister überprüft Daimler vor der Vertragsaufnahme: In Risikoländern stellen die Auditoren vor Ort gezielte Fragen zur Einhaltung von Nachhaltigkeitsstandards. Wo nötig, wird eine tiefergehende Überprüfung veranlasst. Bei Verdachtsfällen oder konkreten Verstößen eines Lieferanten kann das bis zur Auflösung einer Geschäftsbeziehung führen. Ein wichtiger Ansatz, bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsanforderungen, in weitverzweigten Lieferketten ist Dialog und Qualifizierung. Deswegen legt Daimler Wert auf einen aktiven Austausch mit Lieferanten, unter anderem in Lieferantenveranstaltungen und Stakeholder-Dialogen. Daimler verpflichtet seine Lieferanten, die Nachhaltigkeitsstandards auch ihren Mitarbeitern zu vermitteln und an Geschäftspartner weiterzugeben.

60 Millionen in die Zukunft

Daimler vereint Nachhaltigkeit und Logistik an den eigenen Standorten: zum Beispiel mit Investitionen in Höhe von 60 Millionen Euro und der Beschäftigungssicherung am Standort Germersheim. Das Mercedes-Benz Global Logistics Center ist das größte Lager für automobile Ersatzteile weltweit. Gleichzeitig wurden Maßnahmen zur flexibleren Personalsteuerung und dabei auch der Einsatz von Zeitarbeitskräften mit Perspektiven zur Übernahme vereinbart. Darüber hinaus erhalten 100 befristet beschäftigte Mitarbeiter eine Festanstellung. So wurde ein rundum zukunftsfähiges Maßnahmenpaket geschnürt.

Daimler lebt Nachhaltigkeit auch in Neu-Ulm. Das dortige Logistik-Center EvoBus GmbH wurde 2014 zum ersten nachhaltigen Industriestandort in Deutschland ernannt: Nach einer intensiven Prüfungsphase hat die „Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen“ zum ersten Mal ein Zertifikat in Silber an einen Industriestandort vergeben. Neu-Ulm überzeugte unter anderem mit energieeffizienter Beleuchtung und ansprechenden Mitarbeiterräumlichkeiten im Gebäude sowie heimischen Pflanzen und Wildblumenwiesen auf dem Werksgelände.

Kooperation trägt Früchte

Daimler entwickelt gemeinsam mit Experten anderer Hersteller Instrumente, um Nachhaltigkeitsrisiken zu minimieren. So wurde zum Beispiel ein branchenweiter Fragebogen erarbeitet, mit dem Zulieferer über ihre Nachhaltigkeitsleistung Auskunft geben können. Es werden Fragen zur sozialen und ökologischen Nachhaltigkeit über Compliance bis hin zur Vermittlung von Nachhaltigkeitsanforderungen an die Sub-Lieferanten behandelt. Neben Lieferanten für Produktionsmaterial wird der Fragebogen gezielt bei Risikogruppen im Bereich Nichtproduktionsmaterial wie auch in der Transportlogistik eingesetzt. Aus den Ergebnissen werden Maßnahmen zur Verbesserung der Nachhaltigkeitsleistung abgeleitet und an Lieferanten kommuniziert.

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