Due-Diligence-Prozess am Beispiel Mercedes-Benz Cars

Daimler unterstützt einen verantwortungsvollen Rohstoffbezug unter anderem auch für Materialien in Batteriezellen, wie beispielsweise Kobalt – aber auch für klassische Rohstoffe, wie zum Beispiel Aluminium, Glimmer oder Stahl.

Generell werden alle neuen Mercedes-Benz Lieferanten vor einer möglichen Beauftragung Potenzialanalysen unterzogen, wobei unsere über 700 Qualitätsingenieure vor Ort bei Lieferanten die Nachhaltigkeitsperformance bewerten. Zielsetzung und insoweit fester Bestandteil ist hierbei die Überprüfung unserer Vorgaben aus den Supplier Sustainability Standards, unter anderem das Thema Verhinderung von Kinderarbeit. Dabei wird stichprobenartig überprüft, ob der Lieferant unsere Nachhaltigkeitsstandards in der Sublieferkette weitergibt. Bei Bedarf werden Verbesserungsmaßnahmen definiert, die durch den Lieferanten schnellstmöglich umzusetzen sind. Im Berichtsjahr 2018 wurden mehr als 1000 Corporate Social Responsibility-Audits bei potenziellen und bestehenden Lieferanten durchgeführt.

Unser Due-Diligence-Prozess dient der Einhaltung unserer Nachhaltigkeitsstandards. Im ersten Schritt werden die Nachhaltigkeitsrisiken des jeweiligen Lieferantenstandorts ermittelt. Unsere Lieferanten geben über einen branchenweiten Fragebogen Auskunft über ihre Nachhaltigkeitsaktivitäten. Darüber hinaus hat Daimler einen Fragebogen zu kritischen Rohstoffen entwickelt, der zusätzlich spezifische Nachhaltigkeitsfragen an die Lieferanten adressiert. Dieser Fragebogen richtet sich nach dem Five-Step Framework der OECD Due Diligence Guidance for Responsible Supply Chains of Minerals from Conflict-Affected and High-Risk Areas.

Anhand dieser Ergebnisse kann Daimler gezielt vor Ort weitere Due Diligence planen und durchführen. Neben den Qualitätsingenieuren, die weltweit vertreten sind, entsendet Daimler anlassbezogen Nachhaltigkeitsexperten an die jeweiligen Lieferantenstandorte. Im Anschluss an ein Due-Diligence-Audit werden – bei Bedarf – Maßnahmen definiert, die der Lieferant zwingend umzusetzen hat. Die Umsetzung der Maßnahmen wird überprüft.

Das Concept EQ

Derzeit sind wir dabei, die Zellen für unsere elektrischen Modelle der Produkt- und Technologiemarke EQ, die ab 2019 auf den Markt kommen soll, zu beauftragen. Um sich zu qualifizieren, sind die Lieferanten verpflichtet, ihre gesamte Lieferkette bis hin zur Mine offenzulegen („Supply Chain Break Down“). Diese Angaben überprüfen unsere Qualitätsingenieure und Nachhaltigkeitsexperten durch regelmäßige Vorortbesuche. Um menschenrechtliche Risiken wie zum Beispiel Kinderarbeit an unseren künftig auf den Markt kommenden batterieelektrischen Fahrzeugen zu vermeiden, betrachten wir Kobalt sowie alle weiteren unter anderem durch Kinderarbeit risikobehafteten Rohstoffe wie beispielsweise Lithium, Nickel und Mangan, die in der Zelle enthalten sind. Als nächsten Schritt überprüfen die Qualitätsingenieure und Nachhaltigkeitsexperten nicht nur die direkten Lieferanten, sondern risikobasiert auch wesentliche Unterlieferanten.

Die Lieferketten umfassen viele Unterlieferanten und sind dadurch zum Teil sehr komplex. Teilweise identifizieren wir bis zu sieben Unterlieferanten in der Lieferkette. Daher ist die Herkunft der Rohstoffe teils schwer zu überprüfen. Ein Restrisiko bei der nachhaltigen Beschaffung von Rohmaterial können wir daher nicht ausschließen. Unserer Verantwortung für eine nachhaltige Produktion von zugelieferten Teilen sind wir uns bewusst und setzen uns aktiv dafür ein.

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